Altbergbau - GST-Kreis Schwarzenberg

Multimediaprojekt ab 2005
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Gernot Ryter
Heideweg 19
08340 Schwarzenberg


Telefon: 03774 24491
Mobil: 0174 393 8884
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Altbergbau

Präsentation - Altbergbau im mittleren Erzgebirge
Pressebeitrag zur Projektpräsentation












 Glossar




                            
                         Bergbau
A-C
D-F
L-R
G-K
T-Z
S
Bergbau - ABC
Abbau, abbauen
Mineralien mittels bergmännischer Arbeiten von ihren Lagerstätten lostrennen, gewinnen,
das Gewinnen von Bodenschätzen
der eigentliche Standort, an dem Erz und taubes Gestein der Bergmann herausbricht
 
Abraum
Deckmassen über einer Lagerstätte von Mineralien, auch sonstiges steriles Gestein
 
Abschlagwasser
vom Wasserrad fallendes, abgeführtes Wasser
 
abteufen
Schächte und Bohrlöcher absenken, niederbringen
 
Abtreiber
Hüttenarbeiter, der im Treibofen das im Blei gelöste Silber abtrennen und dabei Verluste vermeiden mußte
 
Ader
Gang von geringer Mächtigkeit
 
alter Mann
verlassene Grubenanlage
 
amalgamieren
Erze auf kaltem Wege durch Verquicken mit Quecksilber entsilbern, das danach abdestilliert wird
 
Anbruch
eine durch bergmännischen Betrieb aufgefundene (angebrochene) Masse nutzbarer Mineralien
 
Anfahren
die Arbeit mit dem “Einfahren” ins Bergwerk beginnen
 
Anschläger
Bergmann, der gefüllte Fördergefäße aus der Strecke am Schacht an das Förderseil anhängen (anschlagen) oder auf das Fördergestell schieben mußte; dann hatte er das Signal zum Hochziehen (»Treiben«) zu geben (leere Fördergefäße schlug er ab), er signalisierte auch, ob der Treiber niveaugerecht das Fördergefäß oder das Mannschaftsgestell gehängt hatte.
 
Anschnitt, Anschnitthalten
Rechnungsführung und wirtschaftliche Rechenschaftslegung im Bergbau, vom früher üblichen Anschneiden der Kerbhölzer herrührend
 
Anteil
Mitbesitz (Kux) an einem Bergwerkseigentum und Mitverpflichtung zur anteiligen Zahlung der Bergbaubetriebskosten
 
Arschleder
Teil der Schutzkleidung für Bergleute, vorwiegend Nässeschutz, auch verwendet zum Einfahren auf dem A., zusammengerollt als Blasinstrument. Von Hüttenmännern vor dem Bauch als Schutz vor Verbrennungen getragen.
Es wurde auch als Standessymbbol getragen.
im hochdeutschen Sprachgebrauch wird es Hinterleder genannt
 
Aufbereitung
Trennung der aus der Grube geförderten Massen in taube und erzhaltige Teile vor dem Schmelzen; maschinell durch Poch-, Sieb-, Rüttel-, Mahlwerke, von Hand durch Klauben und Waschen. Betriebsteil der Grube nicht der Hütte, früher 1. Stufe der Bergarbeit (für Kinder ab 6 Jahre)
Beim Auswaschen wird das Gemisch von Erz und Gestein durch Wasserzuführung voneinander getrennt. Das leichtere Gestein wird weggespült (Goldwäscher).
Ab dem 15. Jh. wurden in Pochwerke das Erz zerkleinert und danach in Waschherde gewaschen. Vorher erfolgte in der Scheidebank ein grobes Trennen von tauben Gestein und Erz von Hand
 
auffahren
einen Grubenbau (Stolln oder Strecke) in mehr oder weniger horizontaler Richtung aus dem Gestein aushauen, herausschlagen
 
auflassen
einen Bergbau oder Hüttenbetrieb einstellen
 
Aufschlagwasser
zum Treiben des Wasserrades herangeführtes Wasser
 
Ausbau
Sicherung der Gruben gegen Gesteinsdruck, Einstürzen und Gesteinsfall
 
Ausbeute
Reingewinn aus Bergbauanlagen, nachdem die eingezahlte Zubuße zurückgezahlt ist
 
Ausbeutebogen, Ausbeutezettel
Verzeichnis der Ausbeutegruben eines Reviers mit Angabe der Ausbeute, die bei den einzelnen Gruben auf einen Kux entfällt
 
Ausbiß
das Zutagetreten einer Lagerstätte an der Erdoberfläche
 
ausfahren
sich aus der Grube begeben
 
Ausschlägstube
Räume in übertägigen Grubengebäuden, in denen das Fördergut mit dem Hammer zerschlagen und mit der Hand verlesen wird
 
ausstreichen
auch ausbeißen, aussetzen; z. B. ein Flöz streicht über Tage aus; vgL Ausbiß
 
Bahn(e)
breite ebene Fläche eines Fäustels, Bergeisens oder eines anderen bergmännischen Werkzeugs, mit der oder auf die geschlagen wird
 
Austeiler
dem Zehntner untergeordneter Bergbeamter, der die Ausbeute errechnete und jedem Teilhaber aushändigte
 
Aufwältigen
eine stillgelegte Grube wieder in Betrieb nehmen
 
Barte, Barthe, Parthe
Waffe ähnlich des Beiles, zur Feier getragen
 
befahren
sich zur Besichtigung in Bergwerke begeben
 
Beilehn
zum älteren Bergwerksbesitz einer Gewerkschaft gehörendes zusätzliches Grubenfeld
 
Belüftung bzw. Wetterführung
Bergleute benötigten für die Arbeiten untertage eine  ausreichende Frischluftversorgung
 
Bergakademie
akademische Lehranstalt für den Bergbau und das Hüttenwesen,
die älteste Hochschule für Bergbau und Hüttenwesen war die 1765 in Freiberg gegründete Bergakademie
 
Bergamt
Bergbehörde erster Instanz zur Verwaltung eines Bergreviers. Ihr oblag die technische und verwaltungsmäßige Überwachung der Gruben und Hütten.
Mitglieder des Bergamtes waren: Bergmeister, Berggeschworene, Bergschreiber, Zehnter und Einfahrer, seit dem 18. Jh. noch Obereinfahrer, Oberstollnfaktor und (Ober)kunstmeister;
Bergarbeiter sagen, „Bergamt halten”, wenn sie statt zu arbeiten miteinander    schwatzen
 
Bergarbeiter
sehr alte, schon im 14./15 Jh. übliche Bezeichnung anstelle von Knappe, Bergmann, Häuer oder Haspeler usw. Sie kommt nicht nur für Lohnarbeiter, sondern (selten) auch für Eigenlehner vor.
 
Bergart, auch Art: mit dem nutzbaren Mineral vorkommendes unhaltiges (taubes) Gestein
 
Bergbau
Aufsuchen, Erschließen, Gewinnen und Fördern nutzbarer Mineralien
 
Bergbaufreiheit
auch Bergfreiheit: das jedermann zustehende Recht, die der Verfügung des Grundeigentümers entzogenen Mineralien unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften unabhängig von der Einwilligung des Grundeigentümers aufzusuchen und zu gewinnen
 
Bergbuch
öffentliches Buch, in dem von den Bergbehörden die Besitz-, Betriebs-, Vermögens- und Abgabenverhältnisse eines Bergwerksgebietes eingetragen sind
 
Bergchirurgus
vom Bergamt berufener, von dem Grubenunternehmer oder der Knappschaft bezahlter Wundarzt, der kein Studium, sondern eine Lehrzeit beim Bader oder Feldscher absolviert hatte und seine ärztliche Praxis auf äußere Verletzungen und Knochenbrüche beschränken mußte (Bergmedicus)
 
Bergbauheilige / Bergbaupatrone
St. Anna (als Erzmacherin)
das Metallsymbol ihrer Tochter Maria ist Silber, des Enkelsohnes Jesus ist Gold, ihr eigenes ist Zinn
St. Barbara (Märtyrerin des 3. Jh.)
sie wurde in einem Turm gefangen gehalten, sie floh zu einem Felsen, der sich schützend vor ihr öffnete
ihr Attribut: Turm
St. Wolfgang (Heiliger)
er warf sein Beil ins Tal, um dort, wo es niederfiel, seine Zelle zu bauen. Ähnliche Würfe waren bei den Germanen üblich, spielten auch bei der Vermessung der Größe einer Fundgrube eine Rolle
seine Attribute: Beil, Barte
St. Daniel (Prophet)
Daniel halten die Bergleute auch für einen Bergmann, weil er die vier Kaisertürme (Traumdeutung am Hofe Nebukadnezars) in vier Metalle abmalte;
seine Attribute: Bergeisen oder Feustel, Spitzhaue, Löwe
St. Katharina (Märtyrerin)
eine hochgebildete Königstochter, die 50 Philosophen zum Christentum bekehrte, sie sollte gerädert werden, aber Blitz und Donner zerstörten dieses mit Messern und Nägeln bestückte Rad;
ihre Attribute: Rad, Schwert
St. Christophorus
ein Riese, der seiner Legende nach Pilger über den Fluß trug; er wurde Patron der Pilger, Reisenden und aller Berufe, die große Kraft erfordern
 
Berge
taube Gesteinsmassen
 
Berggebräuche
Berggewohnheitsrecht
 
Bergglöckner
von der Knappschaft oder dem Bergamt besoldeter Glöckner für das Läuten der Häuerglocke, der 1 Stunde und 1/4 Stunde vor Schichtbeginn (5 Uhr und 5.45 Uhr morgens, 11 Uhr und 11.45 Uhr -um 1720 je Stunde später) mit 6x60 Zügen zu wecken hatte
 
Berghabit
der Bergmann kleidete sich (bis 1668) überall bürgerlich nach der Mode, untertage trug er kurze helle Lederhosen, hochgezogene Wickelstrümpfe (Gamaschen), einen weißleinenen Kittel mit angesetzter Gugel (Kapuze), unter ihr ein Polster als Kopfschutz und seit 1500/01 das Arschleder (bald darauf auch Kniebügel), zu Festlichkeiten zog er weiße Hosen und einen weißen Tuchrock an.
dann versuchte der sächsische Oberberghauptmann Abraham v. Schönberg 1668 eine Uniformierung mit erkennbaren Rängen zu erzwingen:
der Bergmann sollte nur einen billigen schwarzen Leinenkittel und zur Parade weiße statt schwarze Hosen, einen hohen Schachthut, Arschleder, Kniebügel, Tscherpertasche für Unschlitt und Grubenmesser tragen; die Kosten dafür sollten vom Lohn einbehalten werden; das B. ist mehrfach abgeändert, aber weltweit aufgegriffen worden; insofern es amtlich vorgeschrieben war, kann es nicht als Tracht gelten, sondern wurde zur Uniform
 
Berghäckel
Stock, an dem als Griff ein kleines messingnes Beil angebracht ist
 
Berghauptmann
früher Chef des Bergwesens, später (z. B. in Preußen) Direktor eines Oberbergamtes
 
Berghenne
geringe Bergmannskost
 
Bergherr
Bergregalinhaber, höherer Bergbeamter oder Bergwerkseigentümer
 
Bergjungen
Kinder von 6 - 10 Jahren machten etwa 10 %, die von 11 - 16 Jahren etwa 25-30 % der Belegschaft aus; auch in der Antike begann das Arbeitsalter für Sklavenkinder mit 6 Jahren; der Anfangs-Schichtlohn von 6 Groschen reichte nicht zum Sattwerden, daher standen gerade die kleinsten B. unter Leistungsdruck, um vorn Steiger Zulage zu bekommen und etwas mehr zum Familienlohn beizutragen, denn nur 1 Pfennig vom Groschen durfte der B. behalten - «das war so Mode«
 
Bergkittel
neu als Sonntags (Kirchgang) – kleidung, abgenutzt als Arbeitsanzug, » uniformmäßig « vorgeschriebener, hemdartiger langärmeliger Kittel aus schwarzer Leinewand (seit etwa 1850 auch aus schwarzem Tuch)
 
Bergmann vom Leder (von der Feder)
Bergleute, die mindestens in ihrer Jugend praktische Bergarbeit in Bergwerksanlagen oder Hüttenwerken getan und das Arschleder (resp. Bauchleder) getragen hatten.
Dem Bergmann von der Feder in den Beamtenstellen fehlte die Praxis, er hatte ein juristisches Studium absolviert.
„Sein Beruf lehrt ihn unermüdliche Geduld, und läßt nicht zu, daß sich seine Aufmerksamkeit in unnütze Gedanken zerstreue. Er hat mit einer wunderlichen und unbiegsamen Macht zu tun, die nur durch hart näckigen Fleiß und beständige Wachsamkeit zu überwinden ist.“
         NOVALIS (1772 - 1801)
 
Bergmaße und Berggewichte auch Grubenmaße (nur in Sachsen bzw. im Erzgebirge gebräuchliche ausgewählt)
frühere Bezeichnung für Einheiten, die im Bergbau benutzt wurden und sich von den für andere Zwecke dienenden Einheiten gleicher Benennung unterschieden:
1 Bergelle = 2 Lachterfuß = 0,5714 m
1 Bergfuß (Lachterfuß) 0 0,2857 m
1 Bergzentner = 112 ... 114 Pfund = 52,3 ... 53,3 kg
 
Bergmedicus
seit etwa 1525 in Bergorten als Stadtarzt amtierender Doktor (Magister) der Medizin, der wegen der üblichen hohen Arzthonorare nicht so oft wie der  Bergchirurgus gerufen wurde;
Beiden standen die Vergünstigungen für  Bergwerksverwandte zu
 
Bergmeister
ursprünglich von allen Bergleuten frei gewählter, bald aber vom Landesfürsten eingesetzter Leiter eines Bergreviers mit richterlicher Gewalt und der Befugnis zu technischen Anweisungen;
er verlor nach 1509 die juristischen Funktionen, blieb aber technischer Leiter des Bergamts (Bergschreiber, Geschworene, Markscheider, Probierer, Einfahrer, Nachfahrer)
 
Bergordnung
vom Inhaber des Bergregals paragraphenmäßig erlassene Vorschriften (und Privilegien) für den Bergbaubetrieb (Ansätze dazu schon in der Antike)
 
Bergparade
die Begrüßung des Landesfürsten (und anderer Herrscher) erfolgte durch eine befohlene B. im vorgeschriebenen Berghabit, mit Fahnen, Insignien unter Mitwirkung der Bergsänger;
an Knappschaftsfesten veranstaltete die Knappschaft, ebenfalls im Berghabit, einen (freiwilligen) Aufzug
 
Bergprediger
von der Knappschaft gewählter und besoldeter Priester zur Frühmesse vor dem Knappschaftsaltar bzw. in der Knappschaftskapelle;
nicht ganz vereinzelt fungierte ein Priester auch im Bergrechnungswesen;
in protestantischer Zeit der zur bergbauthematischen Predigt verpflichtete Pfarrer an den 4 Quartalssonntagen (siehe Quartal) und bei sonstigen bergmännischen Anlässen, Bergwerksverwandter
 
Bergregal
ursprünglich das königliche Vorrecht auf Nutzung der Bodenschätze Gold, Silber, Salz;
Von den Saliern und Staufern an einzelne Territorialherren weitergegeben, die nun den Regalanteil 1/10 (in Böhmen 1/8) vom ausgebrachten Erz durch Zehntner bzw. Urburer einziehen ließen.
Die „Goldene Bulle“, das 1356 erlassene Reichsgesetz zur Wahl des deutschen Königs erlangten alle sieben Kurfürsten das Bergregal.
 
Bergreihen
 vorzugsweise von den Bergleuten gesungenes Lied
 
Bergrevier
Das Vrwaltungsgebiet für das jeweilige Bergamt; vereinzelt gehörten auch weit entlegene Gruben zu einem Bergrevier
 
Bergrichter
ursprünglich von den Bergleuten frei gewählter, dann vom Landesherrn eingesetzter Leiter des für Bergleute und Bergsachen zuständigen Sondergerichts, das die Bergbaubeteiligten den Stadt- und Landgerichten entzogen
 
Bergschmied
leistete - selbständig wirtschaftend - die tägliche Schmiedearbeit zur Instandsetzung des Gezähs auf Vertragsbasis mit seinen Gruben gemäß der bergamtlichen Schmiedetaxe. - Ursprünglich erhielt der B. keinen Barlohn, sondern das Schmiedeneuntel in natura (den neunten von den zehn Erzhaufen).
 
 
Bergstadt, Freie
vom Landesherren verliehene Freiheiten und Privilegien an die Einwohner einer Stadt, an Gewerke oder Eigenlöhner oder dem Bergpersonal;
diese Freiheiten und Privilegien waren unterschiedlich,
folgende Freiheiten und Privilegien hatten alle Bergstädte, die auch den Ehrennamen „Freie Bergstadt“ führten:
Geleitsfreiheit:
alle Waren und Victualien, welche für die eigene Konsumtion gekauft wurden, waren in allen Orten „Geleitsfrei“, in Leipzig brauchte keine Waagegebühr entrichtet werden, die Bergämter stellten entsprechende Pässe dafür aus; Vieh- und Getreidehändler waren davon ausgeschlossen (Verordnung von 4. September 1554).
Tranksteuer-Moderation:
nur die Hälfte der Tranksteuer wurde seit der Mitte des 16. Jahrhundert an die Steuerkasse abgeführt werden, die andere Hälfte mußte von der Bergstadt für den Bergbau verwendet werden (Communzeche)
Landsteuer-Moderation:
von diese Steuer, mit 1Gr. 4 Pf von jedem gangbaren Schocke ausgeschrieben, wurde auch die Hälfte auf der Communzeche verwendet
General-Accise-Moderation:
jeder Hauskonsument sowie jeder Professionist, der in der Bergstadt wohnt, auf einem Kux und der brauende Bürger auf zwei Kuxe von einer Bergzeche, wo der Landesherr die Zehenten oder Zwanzigsten bezieht, gegen Vorzeigen der Zubußzettel oder wenn sich die Zeche frei verhauet, gegen bergamtlicher Bescheinigung, General-Accise-Moderation vom Getränk an Bier und Branntwein, vom Getreide, Zugemüse und Holz;
In Dörfern, wo auf Bergwerke gebaut wird und andere Bergfreiheiten genossen werden, war die Ein- und Ausfuhr des Getreides, des Mehl- und Brothandels von Accise frei, auf Importe wurde jedoch die Grenz-Accise erhoben.
Gewerke hatten folgende Privilegien:
1. daß sie ein besonderes „forum metallicum“ für ihre Bergteile haben,
2. wurden der Bergteile, wegen Verbrechen, nicht verlustig,
3. Schulden halber ohne bergobrigkeitlichen Konsens (Einwilligung) nicht ausgeklagt werden,
4. aus dreien vom Bergamte vorgeschlagenen Personen sind ihre Schichtmeister, Lehnträger und Versorger selbstzuwählen,
5. dem Bergamte drei Personen zur Steigerwahl vorschlagen,
6. bei der Aufrechnung ihre Erinnerungen vorbringen dürfen,
7. zum Bergbau nötige Materialien General- und Land-Accis frei sind,
8. Grubenholz wohlfeiler, als andere aus den königlichen Waldungen bekommen,
Privilegien des Bergpersonals:
a. im foro privilegiato über ihre Reviere,
b. Militärfreiheit der Bergleute, ausgenommen der Fall eines Krieges
c. Befreiung von der Quatember- und Contributions-Steuer
d. Accise-Moderation
e. die angeordnete Berg-Uniform ausschließlich zu tragen sowie Fahnen und Wappen tragen zu dürfen.
Diese Freiheiten genießen nebst den wirklichen Bergarbeitern auch die Bergschmiede und die Blaufarbenwerksarbeiter.
Auszüge aus: „Versuch einer Anleitung zu den Rechten und der  Verfassung bei dem Bergbaue Sachsens“ Freyberg 1786
 
Bergschreiber
Beamter zur Führung der verschiedenen Bergbücher zum Nachweis der Unternehmer und Teilhaber, der jeweils gelieferten und abgerechneten Erzmengen und der davon entrichteten (oder rückständigen) Gebühren, der Zubuße und Ausbeute. Später vom Berggegenschreiber, der eine Zweitausfertigung aufzuzeichnen hatte, kontrolliert
 
Bergsegen
Ertrag des Bergwerks
 
Bergsucht
vor allem durch Gesteinsstaub verursachte Lungenkrankheit der Bergleute
 
Bergwerksverwandte
genossen die Befreiung von landesfürstlichen und städtischen Abgaben und Steuern in Berufen, die ausschließlich für den Bergbau- und Hüttenbedarf tätig waren wie etwa Blasebalgmacher oder HersteIler von Bulgen, Körben, Trögen, Seilen, evtl. nur Besen, dazu rechneten ebenfalls die gehobenen ärztlichen und geistlichen Berufe sowie die Fuhrleute
 
Bewetterung (Wetter = Grubenluft)
Zufuhr frischer und Entfernung verbrauchter Luft und toxischer Gase  (z.B. Sprenggase) aus Bergwerksanlagen durch maschinelle Ventilation oder natürlichen Luftzug
 
Binge (auch Pinge)
erhebliche Vertiefung an der Erdoberfläche durch Zusammensturz bergmännischer Anlagen untertage; besonders auf Lagerstätten, deren Erzabbau große Weitungen (Hohlräume) hinterließ
 
Blende
kleines kastenartiges, an einer Seite offenes Behältnis, in welches das Grubenlicht gestellt wird, um es vor dem Verlöschen zu sichern
 
Blindschacht
Schacht, der von einer Strecke aus aufwärts vorgetrieben worden ist, aber nicht bis zur Erdoberfläche führt
 
Bohrarbeit
die Anwendung von Schießpulver erforderte nach 1650 die Abkehr von der Arbeit mit Schlägel und Eisen durch eine tiefgreifend neue Technologie, das «Bohren« der Sprenglöcher;
die Einführung der maschinellen Bohrmethoden veränderte erneut die Technologien völlig
 
Bruderbüchse (Bruderlade)
verschließbare Büchse zur Sammlung der (freiwilligen) Bruderpfennige (Kerzenheller) für den Bruderschaftsaltar;
nach 1540, mit dem Übergang von der kirchenrechtlichen Bruderschaft zur genossenschaftlichen Knappschaft, wurde die Höhe der Spende im Verhältnis zum verdienten Lohn geregelt; in die B. flossen nach und nach erhebliche Beiträge, die von den Knappschaftsältesten verwaltet wurden, teils zur Unterstützung von Invaliden und Hinterbliebenen, teils für Gemeinschaftsfeste der Knappschaft (bis um 1850)
 
Bulge
Lederschlauch zum Ausschöpfen von Wasser oder Abtransport von Erzen
 
Bulgenkunst
mit Bulgen versehene Fördermaschine
 
Butzen
Lagerstätte unregelmäßiger Form, auch Erzklumpen im Nebengestein
 
caducieren
bergamtlich das Eigentum an Bergteilen (Kux) wegen Versäumnis von Pflichten aufheben
 
Capot
eine Art weiter Mantel mit großen Kragen, der bis über die Schulter ging. Wurde nach den vielen Erkrankungen im Winter 1840/41 vom Brander Wundarzt August Wilhelm Fischer vorgeschlagen, vom Bergamtsassesor Eugen Wolfgang Freiherr von Herder befürwortet und 1842 eingeführt
 
Doppelhäuer
arbeiten länger als die 7 oder 8 Schichtstunden, mitunter 14 bis 15 Stunden
 
Drahsel
Schultergurt zum Gebrauch beim Karrenlaufen
 
Duckelbau
Abbau von Lagerstätten durch viele kurze Schächte (meist ohne Zimmerung) eng nebeneinander zur Einsparung weitläufiger Strecken untertage
 
Durchschlag
offene Verbindung zwischen zwei Grubenbauen
 
ebensöhlig
waagerecht
 
Eigenlehner, Einspänner
selbständiger Bergmann - mit ausreichenden Kenntnissen -, der eine eigene kleine Grube auf Gewinn und Verlust betrieb
 
Einbruch, auch Neinbruch
erster, meist keilförmiger Einschnitt oder Vertiefung, wodurch die Verspannung im Gestein gelöst und die nachfolgende Gewinnung erleichtert werden soll
 
Einfahrer
Bergbeamter, der die Gruben zur technischen Üherwachung befuhr, neben dem Nachfahrer, der auf Einhaltung der Arbeitszeit durch die Häuer, Knechte und Jungen achtete
 
Eiserner Hut
oberste Schichten unter der Erdoberfläche ; Verwitterungs- oder Oxidationszone von Eisenerz- oder Schwefelkieslagerstätten
 
Eisensteingräber
vom Erzbergmann nicht als vollwertig betrachteter Arbeiter in meist als Tagebau betriebenen Eisensteinzechen ohne eigene Knappschaftsorganisation; ihre Leistung bewertete der Eisensteinmesser, der zugleich die Herrschaftsabgabe (das 15. oder 26. Fuder) anstelle des seltenen Eisensteinzehnts einzog
 
Erbbereiten, Erbvermessen
genaue und feierliche Vermessung eines Grubenfeldes mit Beweiskraft gegen etwaige spätere Ansprüche einer benachbarten Gewerkschaft; Zuerkennung des Grubenfeldes zu erblichem Besitz
 
Erbhäuer
mit allen Arbeiten untertage vertrauter Bergmann, erhielt vollen Lohn und durfte Gedinge übernehmen
 
Erbstolln
der jeweils tiefste Stolln, der aus einer Grube das Wasser ableitet und Frischluft bringt, erhielt von jeder Grube den Neunten vom Erzausbringen (oder Wassergeld)
 
Erbstolln: unterster Stolln, der Wasser aus höher gelegenen Grubenbauen abführt (löst)
 
Erz
metallhaltige Gesteine und Mineralien
 
Erzfuhrleute
privilegierte freie Unternehmer oder Werksangehörige, zur Bergwerksverwandtschaft (Bergwerksverwandte) gehörig;
nicht privilegiert waren Bauern, die im Frondienst oder im Lohn Erz fuhren.
 
Erzgang
eine ausgefüllte Gesteinsspalte in der Erdrinde als ein  unregelmäßiges plattenförmiges Gebilde, welches mit Erz, Mineralien oder auch Gangarten (nichtmetallische Minerale) ausgefüllt ist
 
Erzwäsche
Siehe Aufbereitung
 
fahren
sich in der Grube bewegen, gehen
 
Fahrkunst
Ausbau des Pumpengestänges, damit es für das Ein- und Ausfahren benutzt werden kann
 
Fahrt
in einem Aufbruch oder Schacht zum Ein- und Aussteigen (Ein- und Ausfahren) angebrachte Leiter
 
Fahrung
Gesamtheit der Vorkehrungen, um in und aus Gruben gelangen zu können
 
Faktor
technischer und ökonomischer Leiter von Hütten, Hammerwerken, Bergfabriken als Beauftragter und Bevollmächtigter der Unternehmer
 
Fäustel
auch Feustel, Fausthammer
 
Feld
größerer oder kleinerer Teil der festen Erdoberfläche, der Gegenstand bergmännischer Unternehmung ist oder sein kann;
Grubenfeld  
 
Feldbauer
mittelalterliche Bezeichnung für einen Bergmann, der sein bergamtlich verliehenes »Grubenfeld« untertage abbaute
 
Feldgestänge
hölzerne oder eiserne Stangen (Kunstgestänge) auf der Erdoberfläche (über Tage), durch die Bewegungsenergie übertragen wird
 
Feuersetzen
Abbauverfahren (seit dem Neolithikum) durch mehrtägiges Holzfeuer untertage, um eine Lockerung des Gesteins zu erreichen
 
Finder
Fundgrübner
 
Firste
obere Begrenzung eines Grubenbaus
 
Flachen, Flacher
gebräuchliche Einteilung der Gänge nach ihrer Streichrichtung (Verlauf); Stehende Gänge 0o  bis 45o, Morgengänge 45o bis 90o, Spatgänge 90o bis 135o, Flache Gänge 135o bis 180o
 
Flöz
Das Flöz ist eine in der Erdrinde plattenförmig abgelagerte Schicht (miteinander verwachsener Minerale von großer Länge und Breite, aber geringer Mächtigkeit (Kohle- oder Kupferflöze)
 
Focherbub
Wetterfocherer
 
Forkel, Furkel
gabelförmiges Werkzeug; zusammen mit Spieß und Glöthaken (Krelle) das wichtigste Gezähe der Hüttenleute
 
Freierklärung des Bergbaus
Überlassung eines dem Bergregal unterliegenden Bergbaus an Private unter gewissen Vorbehalten und Bedingungen des Staates
 
Freigrübler
Mitglied einer Gewerkschaft selbstbauender Eigenlehner, dem ein bestimmter Teil des Grubenfeldes zum Abbau überwiesen oder Lohn entsprechend der Menge der von ihm gewonnenen Mineralien gezahlt wird; Eigenlehner (s. d.)
 
frischen
silberhaltiges Kupfererz im Seigerverfahren (s. d.) verbleien
 
Frischer und Frischjunge (Windjunge)
Eisenhüttenleute, die kooperativ graues Hochofeneisen (Gußeisen) im Frischfeuer mit starkem Gebläsewind aufheizten, um den überschüssigen Kohlenstoff zu entziehen, damit man es als frisches Schmiedeeisen schmieden, härten und schweißen konnte
 
Fronteil
dritter Teil der Ausbeute, der dem Landesherrn in älterer Zeit bei Beteiligung am Bergwerk gegen Bezahlung der Zubuße zustand
 
Fuder
alte Maßeinheit des Volumens in Deutschland, regional und nach Warenart unterschiedlich
1 Fuder = 8...22 hl, 0,8... 2,2 m2
1 Fuder = 12 (Dresdner) Eimer = 8,08 hl
1 Fuder = 12 (Leipziger) Eimer = 9,1 hl
1 Fuder = 10,4 m3 für Holz im Erzgebirge
1 Fuder = 12...16 Zentner = 620 ... 820 kg für Eisenerz
1 Fuder = 8...22 hl, 0,8... 2,2 m2
1 Fuder = 12 (Dresdner) Eimer = 8,08 hl
1 Fuder = 12 (Leipziger) Eimer = 9,1 hl
1 Fuder = 10,4 m3 für Holz im Erzgebirge
1 Fuder = 12...16 Zentner = 620 ... 820 kg für Eisenerz
 
Füllort
die Einmündung einer Strecke in den Schacht wird als Füllort bezeichnet
 
Fundgrübner, Fundgrube
Bergmann, der als erster Finder eines Erzvorkommens fündig geworden war und die bergamtlich vermessene Fundgrube bekam, die etwas größer als die gewöhnlich anschließenden Grubenfelder (Maaßen) war; nach allgemeiner Vorstellung ein reichgewordener, glücklicher Bergmann,
der erste Finder eines Erzganges hatte das Anrecht auf die „Fundgrube“    eine Grabenfeld von 84 m x 14m.
die daran anschließenden Grubenfelder, die „Maaßen“, waren auf 56 m x 14 m beschränkt.
Als Fundgrube wurde eine alte Einheit der Fläche im Bergbau, regional und zeitlich unterschiedlich, bezeichnet.
1 Fundgrube = 2.620 ... 9.600 m2
1 Fundgrube = 60 Lachter x 40 Lachter = 9.600 m2 in Sachsen nach 1830
1 Fundgrube = 3136 ... 7056 m2 im Erzgebirge bis 1830
 
Gang
meist Gesteinsspalte, die das umliegende Gebirge durchschneidet und zeitlich nach diesem entstanden ist, mit auskristallisiertem Mineral oder Erz zugewachsen
 
Garmacher
Schmelzer, der durch die entscheidenden letzten Hüttenprozesse hammergares, d.h. mit dem Hammer bearbeitbares Kupfer erzeugte (ungares, noch nicht ganz reines Kupfer war brüchig und allenfalls für Legierungen zum Guß verwendbar)
 
Gebirge
kleinerer oder größerer Teil der festen Masse des Erdkörpers ohne Rücksicht auf seine Beschaffenheit, der Gegenstand bergmännischer Unternehmung ist oder werden kann
 
Gedinge
Akkordarbeit für verschiedene Leistungen, etwas höher entlohnt als Schichtarbeit, daher gesucht
 
Gegenprobierer
zur Kontrolle der bergamtlich eingesetzten Probierer beriefen die Gewerke einen eigenen Gegenprobierer. Bei Differenzen einigte man sich auf Mittelwerte, wenn auch zwei neue Probenresultate nicht übereinstimmten
 
Gegenschreiber
Führer des Gegenbuches, in dem die Besitzer der Kuxen verzeichnet sind
 
Gegentrum
Fortsetzung eines Ganges am jenseitigen Talhang
 
Geleucht
Vom Bergmann untertage verwendete Lichtquellen.
- Akku (Batterie) - lampe, ähnlich der Karbidlampe, am Schutzhelm befestigtes Geleucht
- Berg- oder Freiberger Blende (in der ersten Hälfte des 18. Jh. verwendet) Kleiner oben gewölbter nach vorn offener Holzkasten (manchmal auch mit Glasscheibe), der mit reflektierenden Material ( Weiß- oder Messingblech) ausgeschlagen war. Diese Blende wurde mit einer Kerze, später auch von Brennöl (Rüböl) erleuchtet. Der kugelförmige Ölbehälter wurde „Kuckuck“ genannt.
- Kienspan, harzhaltiger Span aus Nadelholz
- Schalenlampe, im Altertum bereits bekanntes aus Ton oder Metall hergestelltes flaches tiegelförmiges Gefäß mit Brennapf für Brennstoffe aus tierischen Fetten (Talg), vom Bergmann „Unschlitt“ genannt, eine abgewandelte Form, einem sitzenden Frosch ähnlich, wurde Froschlampe genannt
 
Geschworene
ursprunglich 2-6 frei gewählte, ehrenamtliche (!) Sachverständige;
seit dem 15.Jh. beamtete Revieraufseher zur technischen und ökonomischen Betriebskontrolle sowie zur Lohnfestsetzung für Gedingearbeiten
 
Gesellenschaft, Gesellschaft: Zusammenschluß von Eigenlöhnern (Gesellen) zum Betrieb einer Gesellenzeche
 
Gesenk(e):
geneigter Grubenbau, der in die Tiefe getrieben wird, oft nicht von der Erdoberfläche, sondern von einem Grubenbau aus (vgl. Blindschacht);
der tiefste Punkt eines Bergwerks
 
Gestübbe
Mischung von feingesiebtem Lehm mit Holzkohlenpulver zum Ausschmieren von Schmelzherden und Öfen
 
Geviertes Feld
alte Einheit des Volumens im Bergbau, ausgedrückt als (möglichst von geraden Linien begrenzte) Fläche, von der senkrechte Linien in die Tiefe gedacht werden; Inhalt der Projektionsfläche regional verschieden.
1 Geviertes Feld = 25 000 ... 500 000 Quadratlachter = 105 ... 2,2 x 106 m2 (0,1 ... 2,2 km2)
 
Gewerke
alle Bergbautreibenden, später Mitglieder der Gewerkschaft (bergbauliche Genossenschaft), als Besitzer von Kuxen (Anteilscheine von Gruben) Mitglied einer bergbaulichen Kapitalgesellschaft
 
Gewerkschaft
Gesamtheit der an einem Bergwerk Beteiligten, die sich zum Zwecke des Betriebs für gemeinsame Rechnung vereinigt haben. Der gemeinschaftliche Gewinn und Verlust wird entsprechend dem Anteil des einzelnen verteilt (vgl. Kux). Zu unterscheiden sind Gewerkschaften einerseits von Bergleuten, die selbst in der Grube Handarbeit verrichten (Eigenlehnerzechen), und andererseits von rein finanziell beteiligten Unternehmern, die sich auf Lohnarbeiter stützen.
 
Gezäh
bergmännisches und hüttenmännisches Arbeitsgerät in allen seinen, vielen Teilen
 
Gicht
oberste Öffnung eines Schachtofens mit der Gichtbühne zum Nachfüllen („Begichten“) von Brennstoffen, Zuschlägen und Erzen
 
Göpel (auch Göbel)
Förderanlage, der Pferdegüpel wurde von Zugtieren getrieben, wurde vor allem im 15. - 19. Jh. eingesetzt und hatte eine Förderhöhe bis 250 m, der Wassergöpel wurde von einem Oberschlächtigen Wasserrad angetrieben, wurde vom 16. - 19. Jh eingesetzt und hatte eine Förderhöhe von 500 m
 
Göpelherd, auch Rennbahn
der Raum um einen Tiergöpel, in dem die Tiere (Pferde, Ochsen) im Kreise herumgetrieben werden, um die Göpelwelle in Drehung zu versetzen
 
Göbelpyramide
charakteristischer Bau in der Bergbaulandschaft für den von Pferden angetriebenen Pferdegöpel, in dem Göpelbub (Roßbub) und Göpelknecht die Pferde antrieben und mit dem Stürzer die vollen Fördergefäße leerten und die leeren wieder in die Teufe schickten
 
Grabensteiger
Steiger, der für den Kunstgraben verantwortlich war
 
Grubenfeld
siehe Maßen
 
Grubenjunge
erste Stufe der Bergarbeit untertage bei der Förderung; ein G. war meist mit etwa 14-16 jahren als Bergmann anerkannt und zur Teilnahme am Knappenfest berechtigt; Scheidejungen, Pochknaben und Wäschejungen dagegen bedienten nur beim Knappenbier
 
Gugel
Kapuze am weißen oder braunen Umhang des Bergmanns; Kappe
 
Halde
neben der Grube gelegener Platz zum Aufschütten des tauben Materials (Berg genannt); früher wurde oft Material auf die Halde gestürzt, das später verwendbar war, dann mußte man es auf der Halde auslesen
 
Handstein, auch Handstück
Erzstufe von besonderer Schönheit oder Seltenheit, auch Ehrengabe zu festlichen Anlässen. Der Begriff fand auch im Kunsthandwerk Eingang. Dort sind Handsteine kostbare, aus Edelmetall geformte kleinfigürliche Landschaftsszenerien unter Verwendung von dekorativen, oft exotischen Naturprodukten. In der Nähe des Bergbaus verarbeiteten die Silberschmiede und Juweliere bevorzugt ansehnliche Erzstücke und Kristalle, Neben biblischen Themen wurden Arbeitsprozesse des Bergbaus dargestellt. Im Barock entwickelte sich der Handstein zum Tafelaufsatz. In Ungarn wurden Bergwerksanlagen modellartig nachgebildet.
 
Hammergut
fast stets unentbehrlicher landwirtschaftlicher Nebenbetrieb zur Versorgung der ortsfern gelegenen Hammerwerke, die aus Holzmangel oft nur 26 bis maximal 40 Wochen - mitunter gar nur 12 Wochen -jährlich arbeiten durften
 
Hammerknechte
Jugendliche, die Hammerwerksberufe anstrebten, hatten zunächst sehr gering bezahlte Hilfsarbeiten zu leisten; Lehrzeit oder Lehrgeld gab es nicht
 
Hängebank
Übertägiges Schachtende, wo der Umschlag vom Gruben- zum Tagebetrieb (Aufbereitung) erfolgt. Ursprünglich bezog sich der Name auf die Kanthölzer, auf denen die Handhaspel über den Schacht aufsaß. Hier wurden die Fördergefäße eingehangen, die in den Schacht zurückgingen.
 
Hangendes
die auf einer nicht senkrecht einfallenden Lagerstätte aufliegende Gebirgsmasse;
2. jener Teil der Lagerstätte, der dem Hangenden am nächsten liegt;
3. obere Begrenzung einer Lagerstätte (vgl, Firste)
 
Haspel
Winde verschiedener Bauart, in der Regel getrieben von bis zu 4 Haspelknechten. Haspelarbeit galt als Vorbereitung für die besser bezahlte, größere Kraft fordernde Häuerarbeit, auf Gruben mit vielen H. waren die Haspelknechte (Förderleute) dem Haspelmeister unterstellt
 
Hauer
Bergmann, der vor Ort das Erz heraushaut.
Zuerst wurde für niedrig Lohn als Lehrhauer gearbeitet, danach wurde vor Steiger und Schichtmeister ein „Probegedinges“ (in der bestimmten Zeit eine bestimmte Leistung).
 
Herrenhäuer
Bezeichnung im Alpenraum für Lohnarbeiter, die nicht für eigene Rechnung, sondern für einen Herrn arbeiteten
 
Haupt- oder Haupterbstolln
Erbstolln, der einer Anzahl von Bergwerken Wasser- und Wetterlösung verschafft
 
Heinzenkunst
Wasserhebemaschine des alten Bergbaus ; Röhrenwerk mit Taschen, Vorläufer der Wasserlösung durch Pumpen (vgl. Stangenkunst)
 
Helm
Stiel an einem bergmännischen Gezäh, wie Eisen, Fäustel, Keilhaue, Kratze usw.
 
Hoffnungsbau
Grubenbau, der in der Hoffnung hergestellt (getrieben) wird, daß man auf nutzbare Mineralien trifft
 
Hunt
kleiner stabiler Vierradkarren zum Erztransport auf hölzernen (später eisernen) Gleisen mit einer Spurnagelführung gegen das Abgleiten, geschoben vom Huntestößer (Hunteläufer) oder vom Huntejungen
in unseren Revieren führte v. Trebra die „ungarischen Hunte“ ein.
ungarischer Hunt
rechteckiger, eisenbeschlagener hölzerner Wagenkasten mit geringen Fassungsvermögen, zwei Radachsen und vier kleinen Holzrädern. Auf der Streckensohle verlegte Holzpfosten erleichterten das kraftaufwendige Schieben des Huntes.
englischer Hunt
Im 19. Jahrhundert trat er mit der Einführung der Eisenschienen die Nachfolge an. Er war größer und bestand später auch aus Stahlblech.
 
Huthaus
exemes, feudallastenfreies Bergwerksgebäude; diente dem Ausruhen der Bergleute nach dem Anmarsch vor dem Einfahren und dem gemeinsamen Schichtgebet, als Vorratsraum für Material und zur Erzaufbewahrung
 
Hutmann
auf dem Huthaus der Grube wohnender Grubenhüter, in der Regel aber Ausdruck für den Steiger
 
Hütte
Werksanlage für Schmelzprozesse, insbesondere Anlage zur Gewinnung von Metallen aus den Erzen
 
Hüttenmeister (auch Hüttenkapfer)
dem Steiger vergleichbarer technischer Leiter des Hüttenwerkes. Er ordnete die Arbeit für Hüttenknechte und Hüttenjungen an; die Spezialisten im Schmelzbetrieb waren von ihm ziemlich unabhängig
 
Hüttenraiter
Bergbeamter, der die Hüttenwerksrechnungen kontrollierte (raiten); (er ritt allerdings in der Regel von Hütte zu Hütte)
 
Iglau
alte Bergstadt im Mährischen; hatte bereits 799 Silberbergbau; Ottokar I. (1198 bis 1230) errichtete hier ein Bergamt
 
Jungensteiger ( Bubenhutmann)
Ihm waren in der Scheidestube die mit 6-10 Jahren die Berufsarbeit beginnenden Jungen unterstellt; er mußte sehr gute Mineralienkenntnisse haben und sie auch vermitteln können
 
Kammergraf
der oberste Bergbeamte im alten Österreich
 
Kaue
auf ebener Erde zum Schutz des Haspels über der Schachtöffnung errichtetes Zelt- oder auch Pultdach. In jüngster Vergangenheit bezeichnete der Bergmann auch weitere Räumlichkeiten als Kaue, z. B. „Schwarzkaue“ für Raum mit Arbeitsbekleidung; „Weißkaue“ für Zivilkleidung.
 
Keilhaue
Werkzeug; starkes spitzes Eisenstück, das an der Spitze etwas gebogen ist und am stumpfen Ende den Stiel aufnimmt; auch Doppelkeilhaue
 
Kerbholz
zwei gleich lange Holzstäbe zur Abrechnung der Kosten. Der Geschworene hatte den einen und der Steiger den anderen in Verwahrung. Zur Eintragung  der  Zahlenwerte  wurden  die  Stäbe nebeneinandergelegt und die Einschnitte (Kerben) so vorgenommen, daß sie auf beiden Stäben übereinstimmten.
 
Karren
auch Karrn oder Karre, regional verschiedene Einheit des Volumens für Kohle:
1 Karren = 6 Scheffel = 0,623 m3
 
klauben
Auslesen der erzhaltigen Brocken und Krümel aus dem geförderten Gut mit der Hand, z.T. Frauen-, z.T. Kinderarheit (»weiber so ertz klauben«)
 
Klopf, Klopfe
an einem Seil oder einer Kette befestigtes, frei hängendes Brett (Klopfbrett) bzw. Platte von Eisen oder Blech, das als Zeichen zum Ein- und Ausfahren mit einem Hammer angeschlagen wird;
Gebäude, in dem sich die Klopfe (1.) oder die Schichtglocke befindet
 
Kluft
Riß, Spalte im Gestein
 
Knappe
Bergmann, insbesondere Hauer
 
Knappschaft
seit 1426 Bezeichnung für die vereinigte Korporation der Häuer und Haspeler, mit karitativen Zielen der gegenseitigen Hilfe sowie zur Vertretung der - durch den Beitritt der Bergbeamten und der Bergwerksunternehmer sehr zwiespältigen - Berufsinteressen
 
Knappschaftsältester
von den Mitgliedern der Knappschaft aus ihrer Mitte auf eine bestimmte Zeitdauer gewählter Vertreter, als Interessenvertreter der Mitgliedschaft zwischen ihr und dem Knappschaftsvorstand stehend
 
Knappschaftskasse
Kasse, in die Einnahmen der Knappschaft (Beiträge der Mitglieder und Unternehmer, Strafen usw.) fließen und aus der die den Mitgliedern zukommenden Unterstützungen gezahlt werden
 
Knappschaftsverein, Knappschaftsverband
durch Berggesetze organisierte Knappschaften unter starker Ausweitung der Mitgliedschaft in betrieblicher, regionaler und sozialer Hinsicht
 
Knecht
Bergarbeiter, der vorzugsweise Förderarbeiten zu verrichten hat
 
Kniebügel
rund geschnittenes Leder, das die Bergleute bei der Arbeit um die Knie binden
 
Kohlenfuhrleute
amtsuntertänige Fronbauern, deren unbezahlte Arbeit allein das Montanwesen (z. B. im Erzgebirge um 1750) rentabel hielt; freie Unternehmer hatten ähnliche Privilegien wie die Erzfuhrleute
 
Kommunzeche (Communzeche)
Zwangsbergbau auf Kosten der Stadtkasse; als Äquivalent für die Steuerprivilegien einer freien Bergstadt vom Landesherrn gefordert
 
Kranz, Kunstkranz
Winkelhebel, durch den die Bewegungsenergie der Antriebsmaschine auf das steife Gestänge der Arbeitsmaschine unter gleichzeitiger Änderung der Kraftrichtung in vertikaler Ebene übertragen wird
 
Krummhälserarbeit
Gewinnung von Mineralien auf Flözen sehr geringer Mächtigkeit, wobei der Bergmann die Arbeit in liegender Stellung verrichten und den Hals etwas aufwärtskrümmen muß, um die Keilhaue unter dem Kopf führen zu können
 
Kunst
bis um 1850 Bezeichnung aller Maschinenanlagen für Fahrung, Förderung, Bewetterung, Wasserhebung samt  Antriebsmechanismen (Göpel, Transmissionen, Wasserräder, Feuermaschinen [Dampfmaschinen], Wassersäulenmaschinen); beschäftigt an den Künsten waren mit erhöhten Löhnen, aber z.. T. mit Schichten von 7-12 Stunden, die jeweils geschicktesten und gewissenhaftesten Kunstjungen, -knechte, -steiger; der Bau der Künste war Aufgabe der um 1470 selbständige Firmen gründenden Kunstmeister genannten Ingenieure.
 
Kunstgraben
Wasserlauf zur Heranführung der Wasserkraft für Künste verstärkt durch Kunstteiche, z. T. unterirdisch (als Rösche) geführt und gepflegt, vom Grabensteiger mit den Teichwärtern (z.T. über 150 km Länge).
 
Kunstmeister
siehe Kunst
 
Kunstrad
Wasserrad zum Antrieb von Künsten
 
Kunstteich, Zechenteich
zumeist künstlich angelegter Teich, in dem Wasser angestaut wird, das als Aufschlagwasser dient
 
Kür
Kameradschaft zur notwendigen Kooperation untertage, anfangs freiwilliger, später, um Steiger geordneter Zusammenschluß
 
kutten
mit der Hand aus geförderten Massen, z.T. auch aus alten Halden, taugliche Mineralien auslesen
 
Kux
einer der 128 Anteile an einem Bergwerk (Grube oder Stolln); der Kuxinhaber erhielt 1/128 vom Gewinn (Ausbeute) und mußte 1/128 zu den Grubenunkosten einzahlen, so lange man noch kein Erz verwerten konnte; meist erhielt die Kirche oder das Hospital einen 129. Kux. damit nahm sie an der Ausbeute teil, mußte aber keine Zubuße zahlen.
 
Kuxkränzler
bergamtlich bestellter Händler mit Kuxen; streng kontrolliert zur Verhütung vor wilden Kuxspekulationen
 
Lachter
ein bergmännisches Längenmaß, regional verschieden; von ca. 1,98 - 2,02 m, unterteilt in 3 1/2 Bergellen (ca. 56 cm) 1 Lachter = 7 Fuß = 84 Zoll = 1,98 m
 
Last
regional unterschiedliches Maß des Volumens von Schüttgütern:
1 Last = 1,817 m3
 
Lehn
alte Maßeinheit für die Zuweisung einer Fundgrube: 7 Klafter lang, 7 Klafter breit, meist 15 Klafter hoch
 
Lehnschaft
nahm der Lehnträger als Inhaber des Bergbaubetriebsrechts einige Mitgesellen auf, entstand eine Lehnschaft, die ihm  einen (oft recht hohen) Anteil am gewonnenen Erz abgeben mußte
 
Lichtlöcher
Schacht bis zur Stollnsohle zum Ausbringen des herausgeschlagenen Gesteins und zur Einbringung von Material und Arbeitskräften; seit der Römerzeit verwendet
 
Liegendes
untere Begrenzung eines Erzvorkommens Hangendes
 
löchern, Löcherung
einen Durchschlag (s. d.) herstellen
 
Lochstein, auch Schnürstein
die Grenzen eines Grubenfeldes auf der Erdoberfläche bezeichnender Stein
 
lösen
Wasser aus Lagerstätten, Bergwerken und Bauen ableiten und frische Wasser zuführen
 
Lot
alte Gewichtseinheit <16 Lot = 1 Mark = 254 g); der Probierer ermittelte den Erzgehalt im Centner (zu 56kg) nach Lot; die Erztaxe - nach der die Hüttenwerke probiertes Erz kauften - stieg ½ zu ½ Lot (um jeweils 7,1 g) - »dreieinhalblötiges« Erz enthielt also ca. 50 g Silber in 56 kg Erz
 
Lutte
primitive Zuleitung (Ableitung) für den Luftwechsel
 
mächtig
der rechtwinklige Abstand (die Erzführung) zwischen Hangendem und Liegendem, ausgedrückt in Zoll oder Elle
 
Markscheide
Grubengrenze, Begrenzung eines Grubenmaßes oder Grubenfeldes
 
Markscheidekunst, auch Schinkunst
unterirdisches Vermessen; praktische Anwendung der Geometrie im Bergbau
 
Markscheider (im Alpengebiet Schiner)
Vermessungstechniker. der unter (und über) tage die Grubengrenzen festlegte und die Meßergebnisse im Grubenriß kartographisch festhielt
 
Maß
das an die Fundgrube anschließende Feld (oben und unten), das auf weitere Erzfunde hoffen ließ
 
Maßen
eine Fläche von 56 m x 14 m in Streichrichtung des Erzganges
 
matzhammeln, auch Matzhammelei
treiben: in den Grubenrechnungen nicht geleistete Schichten als ausgeführt (verfahren) oder nicht angeschaffte Gezähe als angeschafft aufführen
 
Metamorphite
aus Sediment- oder aus Eruptivgesteinen durch Metamorphose entstandene Gesteine; die verbreitesten metamorphe Gesteine sind die Arten des Gneis
 
Metamorphose (in der Gesteinskunde)
im Inneren der Erdkruste stattfindender Umwandlungsprozeß von Gesteinen, oft verbunden mit dem Eindringen von Lösungen oder Gasen, bei dem unter Veränderung von Temperatur, Druck und chemischer Zusammensetzung ein Mineralbestand, die Struktur oder die Textur eines Gesteins, einzeln oder in Kombination miteinander, grundlegend umgestaltet werden; dabei kommt es nicht zum Schmelzen des Gesteins; auch der Gesamtchemismus bleibt gleich
 
Möller
das von der Gicht aus dem Ofen zugeführte Gemisch aus Erz, Brennstoffen und Zuschlägen
 
muten, auch Muthen
beim Bergamt erklären, an einer genau anzugebenden Stelle einen Bergbau (Schacht, Stolln, Hilfsanlage) beginnen zu wollen unter einem frei gewählten Namen, nach Prüfung etwaiger Hindernisse »verlieh« der Bergmeister dem Muter das begehrte Feld, falls das Schürfen erfolgreich war
„Muthen geschieht, wenn der Finder eines Ganges dem Bergmeister durch einen Zettel zu erkennen gibt, wie er an einem gewissen Ort auf dem Gebirge in unverliehenem Feld eine Fundgrube, ... Poch- oder Schmiedestatt, oder eine ins Freie gefallene Zeche aufzunehmen und zu bauen begehrt.“
Abraham Schönberg Leipzig 1698
 
Nachfahrer
Einfahrer
 
NAW
„Nationales Aufbauwerk“, als organisierte, freiwillige gemeinnützige Arbeit ohne Vergütung
 
Neufänger
jemand, der eine bis dahin nicht gekannte (neue) Lagerstätte gefunden hat
 
Neunte, der ...
Haufen Erz, gehörte dem Erbstolln (wie der zehnte Erzhaufen dem Regalherrn zustand), sofern ein solcher Hilfsbau der Grube Frischluft brachte und in mindestens ca. 20 m Tiefe (9 Lachter) das Wasser ableitete
 
Oberberghauptmann
leitete als oberster Bergbeamter »von der Feder« das Oberbergamt; im Hüttenbereich amtierte der Oberhüttenverwalter
 
Oeder, Ur - Oeder oder ähnlich
Bezeichnung für eine topografische Karte, wurde vom Markscheider Georg Oeder erstellt     
 
Ofenreise
Brenndauer eines Schmelzofens, begrenzt durch Schäden am Mauerwerk oder durch bergamtliche Einschränkung der Produktion (vor allem bei Holzmangel)
 
ordovizische Gesteine
Gesteine der geologische Formation des Ordovizium, einer geologischen Formation des Paläozoikums, folgt auf das Kambrium; nach den verschiedenen Graptolithenarten gegliedert; dem Ordovizium folgte der Untersilur, diese Formation ist gekennzeichnet vom Beginn der kaledonischen Gebirgsbildung, zum Teil Vulkanismus, Zeitraum  vor 440 bis 500 Millionen Jahren
 
Ort
in der Bergmannssprache üblich für Ende und Spitze
a) »vor Ort« - vor der Gesteinswand am Ende einer Strecke oder eines Stollns (Stollort)
b) Ort, Örtchen = Spitze des Bergeisens und der Keilhaue, die der Bergschmied täglich ausschmieden mußte, wenn sie stumpf geworden war
 
Pfenwert
von allen Bergordungen - vergebens den Unternehmern untersagte Warenlieferung (Viktualien, Kleidung, Unschlitt) an Stelle von Barlohn, meist verteuert, um daran zu verdienen
 
Pinge
siehe Binge
 
Planenwäscherin
in der Aufbereitung beschäftigte Frauen, die Industrietextilien, mit denen technische Anlagen  zum Auffang feinster Erzteilchen belegt waren, über Bottichen auswuschen
 
Planeten
 
     (Sol) Sonne   = Gold
 
     (Luna) Mond  = Silber
 
     Mars                                = Eisen
 
     Merkurius       = Quecksilber
 
     Jupiter                            = Zinn
 
     Venus                             = Kupfer
 
     Saturn                             = Blei
 
Pochwerk
Im Pochwerk wurde das an der Scheidebank vorsortierte Roherz zerkleinert. Beim Trockenpochen entstand  gesundheitsschädigender Staub. Sigismund von Maltitz führte bei Dippoldiswalde 1507 erstmals das Naßpochverfahren ein.
 
präkambrische Gesteine
Gesteine der geologischen Zeitraumes vor dem Kambrium, in Archaikum, Alt- und Jungalgonkium untergliedert; mit weltweiten Gebirgsbildungen, diese geologische Formation war gekennzeichnet von der Ablagerung der ersten fossilführenden Sedimente, diese Formation stammt aus einer Zeit vor 500 bis 580 Millionen Jahren
 
Probegedinge
obwohl es keine Lehrausbildung (wie im Handwerk) gab, wurde im Anfang des 19. Jh. von jungen Häuern eine Probe gefordert, die den Nachweis einer fachgerechten und zeitgerechten Arbeitsleistung bringen mußte, um vollen Lohn zu erhalten
 
Probierer
Bergbeamter; der den Edelmetallgehalt in Erzproben festzustellen hatte, die Unternehmer setzten durch, daß der von ihnen bezahlte Gegenprobierer eine Kontrollprobe machen durfte, damit die Erze »probegerecht« bezahlt wurden
 
Puffjacke
vom Steiger an aufwärts zu tragende schwarze Tuchjacke mit weiten Puffärmeln; den Bergarbeitern verboten
 
Pulverturm, Pulverhaus
Besonders gesichertes Lagerhaus für Pulver (17. Jh. Schwarzpulver, ab 19. Jh. Dynamit).
 
Pulvermüller
hatten das in erheblichen Mengen nötige Schwarzpulver herzustellen und in den Pulverturm der Grube oder des Reviers einzulagern; gehörten zur Bergwerksverwandtschaft
 
Pumpenknechte
arbeiteten an handbetriebenen, wenig effektiven Saugpumpen mit Krückelantrieb oder Schwengel; erst automatisch angetriebene Pumpgezeuge mit einander das Wasser zuhebenden Saugsätzen konnten die Wasserheber (Wasserzieher) ablösen
 
Quartal, Quatember
Zahltage auch für das von jedem Bergwerk zu zahlende Quatemberggeld zur Besoldung der Geschworenen und sonstigen unteren Beamten;
die bergmännische Rechnung zu je 13 Wochen lief vom Q. Reminiscere (5. Sonntag vor Ostern) über Q. Trinitatis (Sonntag nach Pfingsten) und Q. Crucis (14. September) bis Q. Luciae (15. Dezember);
die Quartalsabrechnung entschied über Gewinn und Verlust (Ausbeute oder Zubuße) und über Fortsetzung, Verstärkung, Verminderung oder Stillegung des Betriebes; nur zum Q. konnte den Bergleuten oder Hüttenmännern gekündigt werden
 
QuerschIag
Verbindung zwischen zwei (annähernd) auf gleicher Ebene liegenden Strecken untertage, senkrecht zum Erzgang in der Hoffnung auf das Antreffen weiterer Erze
 
Radstube
auf der Erdoberfläche errichtetes Gebäude oder unter Tage ausgehauener Raum zur Aufstellung eines Kunstrades
 
raiten
da man Zahlenwerte (bis 1553) auf dem Rabisch (Kerbholz) anschnitt, war  raiten = Anschnitt halten = Lohn abrechnen und auszahlen
 
rauben
Holz oder Stahl vom Ausbau zurückgewinnen, ehe ein Grubenbau zusammenbricht (gefährliche Arbeit).
 
Rennbahn: s. Göpelherd
 
Rennarbeit
Verfahren zum Ausschmelzen von Metallen im Rennfeuer (Luppenherd), verlangt meistens sehr reiche, reine und leicht reduzierbare Erze
 
Rezeß
die »wiederzuerstattende» Summe der oft jahrelangen Einzahlungen von Vorschüssen auf die Betriebskosten in der Hoffnung, reiche Erze würden den R. abbauen, danach erst begann die Ausbeute
 
Rolle
Verbindungsloch zwischen Abbau und Förderstrecke, durch die »hinabrollt«, was der Hauer »losgemacht« hat
 
Rösche (und Stolln)
Tunnel (zur Wasserführung) mit oberem und unterem Mundloch, während der Stolln nur ein unteres Mundloch hatte und »oben» vor Ort endete;
bei Erzfunden amtierte ein Röschen- oder ein Stollnsteiger
 
Roßbub
Pferdejunge im Göpelwerk;
bevorzugt von Knaben aus der Landwirtschaft, die »beim Tier» bleiben und nicht »das Eisen nehmen« wollten.
 
rösten
Erz erhitzen, wobei gasförmige Bestandteile entweichen (z. B. Schwefeldioxid aus Bleiglanz als Vorstufe der Silbergewinnung)
 
Röststadel
Platz, auf dem Erz mit Holzfeuer oft wochenlang erhitzt wird, damit sich Schwefel, Arsen, Kohlensäure und andere Schadstoffe verflüchtigen und den Schmelzprozeß erleichtern
 
Salband
Begrenzung der Erzader gegen das Nebengestein
 
Sauberbuben
Waschjungen
 
Schacht
Senkrecht (saigere Schächte) bis schräg (tonnlägige Schächte) verlaufender ausgebauter Grubenbau. Von übertage begonnene Schächte sind Tagesschächte und unterirdisch angelegte werden als Blindschächte bezeichnet. Die Schächte zur Förderung werden Treibeschächte, die zur Wasserhebung werden Kunstschächte genannt.
 
Scheffel
regional unterschiedliches Volumenmaß für Schüttgüter:
1 Scheffel = 1,038 hl
1 Scheffel = 0,816 hl (in Leipzig)
ab 1872 einheitlich
1 (Neu-) Scheffel = 0,5 hl
 
Scheibenreißer
Kupferhüttenarbeiter, die das an der Oberfläche der Schmelze durch Wasseraufgabe erstarrte Garkupfer scheibenweise mit Zangen faßten und ruckartig abhoben, was viel Geschick und Kraft erforderte
 
Scheidebank
heizbares Gebäude mit hohen Fenstern und groben Holztischen, Scheide- oder Klaubetafeln, auf denen die geförderten Erze durch Ausklauben aus dem tauben Gestein von Hand sortiert wurde;. anhaftendes Gestein wurde von Scheidejungen (Klaubbuben) mit dem Scheidehammer abgeklopft, eine gesundheitlich sehr bedenkliche Kinderarbeit (Staub, Augenverletzungen, Sehnenentzündungen)
 
Schichtarbeit
wird an 5, später 5 1/2 (im Hochgebirgsbergbau an 3 1/2) Tagen im Wochenlohn geleistet, bis um 1450 in 6, dann in 7 oder 8 Stunden, die nach 1650 auf 10, 12 bis 16 Stunden (mit 2-3 »Liegestunden«) verlängert wurde; der Lohn blieb konstant und wurde nicht an die Teuerung angeglichen, daher war schon seit 1575 der Nebenverdienst der Familienmitglieder existenznotwendig
 
Schichtglocke
Glocke, mit der zu Anfang und zu Ende jeder Schicht das Zeichen zum Ein- und Ausfahren gegeben wird
 
Schichtmeister
von den Gewerken frei gewählter (vom Bergamt bestätigter) ökonomischer Leiter der Bergwerksanlage, in dessen Hand die Lohnauszahlung, der Materialeinkauf und auch die Verrechnung der vom Zubußboten einkassierten Zubuße lag;
er mußte kein Bergmann sein (neben ihm stand ja der Steiger), aber kaufmännisches Geschick haben, er durfte auch für mehrere Bergwerke tätig sein.
 
schießen. Schießarbeit: Gestein durch Bohren und Sprengen mit Pulver lösen, gewinnen
 
Schiner
neben Schinjünger; Schinmeister im süddeutschen Sprachbereich Bezeichnung der Markscheider
 
Schlacken
waren nötig als Zuschlag zum Schmelzprozeß, mußten aber aufgearbeitet - gepocht - und der Eisensinter mußte herausgewaschen werden; daraus ergaben sich die z.T. weiblichen Hüttenberufe: Schlackenläufer (rnit Schubkarre), -pocher, -trägerin, Sinterwäscherin
 
Schlägel
Bergmannshammer (Fäustel); zusammen mit dem Eisen früher das wichtigste Gezähe der Bergleute bei der Erzgewinnung
 
Schlägel und Eisen
um 1400 gekreuzt zum Symbol erhobenes Arbeitsgezäh des Bergmanns; unten liegt der durch das gelochte, mit der Spitze nach rechts weisende Bergeisen hindurchgesteckte Helm, gekreuzt darüber liegt der Schlägel, das wohl 100 Jahre jüngere hüttenmännische Symbol ist in anderer Weise ebenfalls ein dreiteiliges Arbeitsgerät: Kratze (links), Furkel (Mitte), Stecheisen (rechts)
 
Schlägelgesell
als die 1627 erfundene Bohrarbeit sich durchsetzte, wurde die - früher seltene - zweimännische Kooperation üblich (notwendig): alle 10 bis 12 Minuten abwechselnd schlug ein Bergmann den Bohrer ins Gestein, und der Sch. drehte ihn, diese enge Kooperation - ein Fehlschlag brach dem Sch. die Hand - bestand oft jahrzehntelang.
 
schlagende Wetter, Schwaden
explosible Gemische von Grubengasen (Methan u. a.) und Luft
 
Schlepper, Schlepperjunge
Bezeichnungen für Kräfte, die die schleifende, nicht mit Hunt oder Schubkarren fahrend getätigte Förderung verrichteten, die auf den vielen steilen Strecken unumgänglich war
 
Schmelzer
wichtigster Mann im Montanwesen;
von ihm hing es ab, ob das Metall vollständig aus den Erzen gewonnen wurde;
er genoß entsprechende Hochachtung, hohen Lohn und hatte Hilfskräfte zur Seite, z. B. den Schürer für die Regelung der Feuer, den Schüttjungen für die Regulierung der Drehzahl des Wasserrades am Gebläse
 
Schmelzhütten
In den Schmelzhütten wurde durch Wärmezufuhr das Erz verflüssigt und dadurch das Metall gewonnen.
Silber- und Buntmetallerze (Zinn, Kupfer) wurden in kleinen Schachtöfen unterschiedlicher Bauart mit Holzkohle unter Luftzufuhr durch mit Wasserkraft angetriebene Blasebälge geschmolzen.
Eisenerze verhüttete man ab der zweiten Hälfte des 16. Jh. in Hochöfen.
 
schrämen
waagerechte Lösung des Gesteinsverbandes; einen verhältnismäßig engen, mehr oder minder tiefen Einschnitt in der zu gewinnenden Gesteinsmasse durch alle Arten von Eisenarbeit und in jüngerer Zeit durch Maschinen (Einfräsen) erzielen, auch durch Schießarbeit, nicht aber durch Feuersetzen
 
Schrämspieß
gerades Eisen von vierseitigem Querschnitt mit etwas gewölbter Spitze, eine Art Brechstange
 
schürfen
an der Oberfläche der Erde nach Erz suchen, durfte jedermann an jedem Ort (außer Haus mit Bettstatt, besäter. Acker - so viel als möglich  oder Gottesacker); Der Eigentümer mußte den Schurf dulden und konnte nur verlangen, ihn wieder einzuebnen, das Schürfrecht war das Kernstück der »Bergfreiheit«
 
Schwaden
böses Wetter (s. Wetter); Abgase nach Sprengungen
 
Seifenbergbau
In Seifenbergwerken (auch diese Abschnitte in Wasserläufen wurden vom Bergamt vermessen und den Seifnern zugewiesen) wurde erzhaltiges Geröll in Wasserläufen durch Seifner abgegraben und ausgewaschen.
 
Seifner
Bergleute, die Verwitterungslagerstätten, auf denen Minerale (Zinn, Gold, Edelstein, Magnetsand) angereichert sind, abbauen, indem sie die lockeren Massen (Terrassensande, Kiese) auf hölzerne Gerinne bringen und dort (z.T. mit Rührwerken) einer Schwerkraftaufbereitung unterziehen
 
seiger (saiger)
senkrecht - (nicht zu verwechseln mit saigern. seigern, dem Trennverfahren, um den im Kupfer enthaltenen Silbergehalt durch Bleizusatz zu gewinnen)
 
seigern, Seigerverfahren
ein Metall von anderen Metallbeimengungen reinigen; z. B. Silber aus silberhaltigen Kupfererzen unter Zuhilfenahme eines Bleizuschlags ausschmelzen (s. frischen)
 
Seigerschacht, Saigerschacht
senkrechter Schacht
 
Seigerteufe
senkrechter Abstand zwischen zwei Punkten
 
Siebwäscherin
für Frauen sehr schwere Arbeit mit dem Stauchsieb, stieß man dieses 30-50 mal in einen Wasserbottich, lagerte sich am Siebboden das schwere Erz ab - das leichte taube Gestein konnte oben abgelesen und weggeworfen werden
 
Siele, auch Laufseil
Gurt zum Gebrauch beim Karrenlaufen
 
Silberblick: Hervortreten des Silbers nach Abfließen der Bleiglätte im Treibeherd
 
Silberbrenner
beseitigten im Brennhaus vorsichtig die 5-10 % Beimengungen (Ph, S, As) im Schmelzhüttensilber (Blicksilber), um Verluste durch Verflüchtigung zu vermeiden und erzielten Feinsilber von 99,2 %
 
sintern
Verfahren der Metallgewinnung - ohne die Schmelztemperatur zu erreichen -, um den Austritt von Metallkristallen aus den Erzen und ihren Zusammenschluß zu (unreinem) Metall zu bewirken.
 
Sitzstapfel, Sitzpfahl
einbeiniger niedriger Stuhl, um untertage sitzend arbeiten zu können.
 
Sohle
untere Begrenzungsfläche oder Horizont (Teilflache) eines Grubenbaus
 
Stangenkunst
Wasserhebemaschine mit untereinanderstehenden Pumpen, deren Kolben sämtlich an einem einfachen oder doppelten, von der Antriebsmaschine ausgehenden Gestänge hängen
 
Steiger
ein von den Gewerken zum technischen Leiter der Arbeiten, vor allem untertage, gewählter, vom Bergamt bestätigter Bergmann (Hüttensteiger gab es nicht.), er war zur Anleitung der Belegschaft, aber auch zu eigener Mitarbeit verpflichtet, doch durfte er sich auf Kosten der Gewerken einen »Steigerjungen« halten, mit dem er gemeinsam das Arbeitspensum erfüllte, der Steigerlohn lag etwa 25 % höher als der Häuerlohn, auch bekam der Steiger »Liebnis« (Sonderprämien);
für die wichtigsten - oft gemeinsamen - Nebenanlagen bei großen Betrieben (Pochwerk, Scheidebank) gab es Spezialsteiger, am höchsten, auch im Lohn, stand der Kunststeiger (Kunst)
 
Stempel
Stützholz, als Säule oder Balken verwendet gegen den Gesteinsdruck. Stempel mußten (bei schwachem Licht) genau abgelängt werden und durften weder zu kindisch (kurz) noch zu stolz (lang) sein; man setzte Stempel oft sehr eng, um »volle Zimmerung« (Türstock u. a.) zu vermeiden
 
Stock
unvollkommen plattenförmige oder ganz unregelmäßig geformte Lagerstätte von großer Mächtigkeit
 
Stockwerk
Gebirgsmassc, die sich in ihrer Beschaffenheit von dem umschließenden Gestein unterscheidet und von zahlreichen, in der Regel geringmächtigen Gängen, Klüften und Trümmern durchzogen ist
 
Stolln
wurden horizontal mit 0,3-1,3% Steigung ins Innere des Gebirges getrieben; sie sollten den in der Grube sich sammelnden Wasser einen natürlichen Abfluß verschaffen, den Gruben frische Luft zuführen und die teure vertikale Förderung (Hebung) und Fahrung einsparen kam ein Stolln mit 9 bis 10 Lachter Tiefe in die Grube ein, erhielt er als Erbstolln das Stollnneuntel (Neuntel) und weitere Erbstollngerechtigkeiten, verlor sie aber, wenn ein mindestens 7 Lachter tieferer Stolln ihn enterbte (z.T. galten andere Maßeinheiten)
 
Stoß bzw. Strebbau
Abbaumethoden, hauptsächlich in der Steinkohle, um die Hohlräume zu schaffen, die man darin mit taubem Gestein wieder füllen mußte, da sonst nach kurzer Zeit das Deckgebirge zusammenbrach
 
Strecke
vom Schacht aus gegen das Gestein vorgetriebene, (etwa 1o oder 1/5o geneigte) Verkehrsader untertage, um das Erz-, Kohle- oder Salzvorkommen zu erreichen.
Bezeichnung der Seiten einer Strecke:
Firste                                              - Decke
Stöße                                              - Wände
Strosse oder Sohle      - Boden
Ort oder Ortsbrust         - Vortriebsende                                                  
 
Streichen und Fallen
Grundbegriffe untertage, das Streichen läuft nach der Himmelsrichtung (dem Kompaß) in die Länge; das Fallen nach dem Gradbogen in die Tiefe
 
Strossenbau
Abbautyp, bei dem sich der Bau von einer Strecke unter deren Sohle in die Teufe ausdehnt; der Arbeitsplatz erhält das Aussehen einer von oben betrachteten Treppe. Dieser Abbautyp ist zumeist durch den Firstenbau, sein Gegenteil, verdrängt worden.
 
Sumpf
tiefste Stelle im Schacht, an der sich die Grubenwasser sammeln, die man sümpfen (= heben) muß
 
Symbol
Eisen und Schlägel sind die Bergbausymbole
 
Tag
das Tageslicht, die Erdoberfläche
 
taub, taubes Gestein
keine nutzbaren Mineralien enthaltendes, unbrauchbares Gestein
 
Teufe
bergmännisch für „Tiefe“, davon „abteufen“ (z.B. einen Schacht)
 
Tiefbau
mit Hilfe künstlicher Wasserhaltung angelegter und geführter Abbau, bei dem die Wasser mittels Maschinen zu Tage gehoben werden
 
tonnlägig
im Winkel zwischen 45o und 75o geneigt (flach = 15o - 45o, schwebend =0o – 15o seiger = 75o –90o)
 
Transportgeräte
zum Transport des Gesteinsdienten u.a. [Hunte], [Tragegefäße]
 
Trecker
Bergleute, oft Kinder (Treckejungen), die das Fördergut in Körben, Schlitten oder Truhen am Zugband hinter sich herzogen, in niedrigen Strecken Schwerstarbeit
 
treiben, Treibearbeit: 1. einen Grubenbau vor allem in einer mehr horizontalen Richtung (vgl. Vortrieb) errichten; Gegensatz zu abteufen (s. d.); 2. Hölzer bei der Zimmerung fest treiben; 3. mit einem Göpel oder einer anderen großen Fördermaschine fördern (vgl, ziehen); 4. beim Hüttenprozeß Blei und Silber im Treibeherd trennen (s. Silberblick)
 
Treibherd
flacher Schmelzherd, auf dem eine Blei- Silber- Legierung getrennt wird, indem das Blei zu Bleiglätte (PhO) oxydiert, »blickt« das Silber (und tritt mit lebhaftem Farbenspiel, dem »Silberblick«, aus)
 
Truhe: Fördergefäß in Gestalt eines länglichen, viereckigen, auf vier Rädern ruhenden Kastens (vgl. Hunt)
 
Truhenläufer
Förderleute, die (erst später auf Räder gestellte) Truhen (Kästen) schoben oder hinter sich herzogen
 
Tscherpertasche
Kleine, am Gürtel getragene Tasche, mit den wichtigsten Dingen die zur Benutzung der Grubenlampe benötigt wurden.
Feuerstahl (Schlageisen) und Feuerstein,
Zunder                            - schnell entflammbares Material
Unschlitt                         - Talg von Rindern und Schafen, als Lampenbrennstoff
Tscherpermesser         - Universalwerkzeug, das der Grubentasche ihren Namen gab.
 
überhauen
von der Strecke nach oben einen Überhau (nach unten ein Gesenk) brechen
 
Überschar, auch Oberschar, Mitte
von zwei oder mehreren Grubenfeldern eingeschlossenes, der Bergfreiheit unterliegendes Terrain, das jedoch nicht besonders verliehen werden kann, weil es nicht die gesetzlich vorgeschriebene Minimalgröße für ein Grubenfeld aufweist oder wegen der Unregelmäßigkeit seiner Grenzen nicht zu einem Grubenfeld vermessen werden kann
 
Umbruch
Ausweichstelle in Strecken oder Stolln, auch bei Bergbrüchen zur Umgebung
 
Unschlitt
siehe Geleucht oder Tscherpermesser
 
Untertagebau
Bergwerk, Abbau im Erdinnern
 
Urburer (Urbarer)
Oberbeamter in Böhmen, der den Regalanteil (in Böhmen 1/8, anderwärts 1/10, oder in Spanien 1/5) einhebt, vom Urburschreiber unterstützt
 
Urweller
hatte mit besonderem Kraftauftvand wie der Urwellknecht auf Hammerwerken den Urwell- Hammerkopf in den Hammerhelm einzusetzen, um damit (gestrecktes) Eisen zu »breiten«
 
Verleger
Kapitalgeber, der selbständigen Bergleuten, die nur selten schmelzen lassen konnten, Geld vorschoß und dafür das Erz übernahm oder der am Bergort für auswärtige Grubenteilhaber die laufenden Betriebskosten (Lohn, Material, Amtsgebühren) vorschoß, die der Schichtmeister zu zahlen hatte
 
Versatz
Taubes Gestein, mit ihm wurden Grubenbaue verfüllt
 
verstürzen
Baue mit unhaltigem Gestein (Bergen) ausfüllen; auch etwas durch Aufhäufen von Gesteinsmassen (Bergen) verdecken, verbergen
 
vor Ort
Arbeitsplatz des Bergmanns im Abbau, vortrieb (siehe Strecke)
 
Vitriolarbeiter
(wörtlich: Glasölmacher) sotten in Sudhütten, aber auch in Heimarbeit aus sulfatischen Erzen (Fe, Cu, Zn) Lösungen, die (mit Kristallwasser) auskristallisieren
 
 
Vorläufer
Transportarbeiter im Hüttenwerk, der Material (Erz, Kohle, Zuschläge) bis vor den Schmelzofen karrte
 
Vortrieb
Leistung bei der Treibearbeit
 
Waldgewerken, Waldworchten
auf dem Harz die Hüttenleute, die fern vom Bergwerk im Wald werkten (würchten), auf dem Balkan Valturchi genannt
 
Wale /  Wahle /Venediger
... so werden diejenigen Italiener, oder auch Fremde überhaupt, welche in gebirgigen Gegenden erzhaltige Steine und Sand aufsuchen wollen, von dem großen Haufen Wahlen genannt
         Christian Lehmann 1699
 
Wäsche, Waschwerk
Seifenwerk, Anlage zur Trennung von nutzbaren Mineralien und taubem Gestein. Das zuvor im Pochwerk zerkleinerte Fördergut wird mit Hilfe von Wasser aufgeschwemmt (geschlämmt), wodurch die verschieden schweren Teilchen geschieden werden.
 
Wäschejungen
arbeiteten in der Erzaufbereitung unter Aufsicht des Wäschsteigers als Klaubebuben (neben den Klaubeweibern) an den Mechanismen
 
Wassergöpel
mit Wasserkraft betriebener Göpel Wasserhaltung: Freihalten der Grubenbaue von Wasser durch: a) Abdämmungen: Anlage von Verdämmungen zum Absperren zudringender Wasser (z. B. durch Verspünden); b) Wasserführung: Abführung von Wasser durch Stolln, Strecken oder Röschen an die Erdoberfläche; c) Wassererhebung: Sammlung der Wasser an bestimmten Punkten in den Bauen (s. Sumpf), von wo sie durch mechanische Mittel entweder auf einen Stolln oder bis auf die Erdoberfläche gehoben werden
 
Wasserheber, Wasserknechte
Bergleute, die eingedrungenes Grubenwasser entfernten, indem sie es auf der Fahrt sitzend einander in Kübeln zuhoben; Wasserzieher benutzten dazu den Seilzug (mit oder ohne Haspel)
 
Wasserlösung
Abführung der sich in den Grubenbauen ansammelnden Grubenwasser
 
wassernötig
durch zuviel Wasser bedrängt, auf Gruben bezogen
 
Wassersäulenmaschine
zur Wasserhaltung wie zur Förderung gebrauchte, aber nur bei hohen Gefällen mit Nutzen verwendbare maschinelle Vorrichtung, bei der Druck einer hohen Wassersäule Treibkolben im Zylinder bewegt
 
Wasserseige
unterer, geneigter Teil (Sohle) eines Stollns, über den das Grubenwasser ablaufen kann
 
Weilarbeit
Bergarbeit außer der Schicht (meist 4 Stunden), ökonomisch genutzte Freizeit, wurde in der Hoffnung auf Erzfunde  z.T. auf eigenes Risiko, z.T. gegen Lohn verrichtet
 
Wetter
bergmännische Bezeichnung für Luft, „Gute Wetter“ - Frischluft im kühlen einziehenden Wetterstrom, „Matte Wetter“ = verbrauchte, sauerstoffarme, erwärmte Luft im ausziehenden Wetterstrom
 
Wetterfocherer
Bergleute, die Mechanismen antrieben. um Frischluft in die Grube zu bringen, z.T. Kinderarbeit der Focherbuben; nach Einbau mechanischer Ventilatoren hatte der Wettermann die Wettertüren zur Luftzirkulation zu öffnen und zu schließen.
 
Wiederaufnehmer
Bergmann (Unternehmer), der eine stillgelegte Grube - bei Einhaltung bergrechtlicher Formalitäten - wieder in Betrieb nahm.
 
Wischweiber
besorgten im Zinnhaus die Hauptarbeit beim Verzinnen der Eisenbleche
 
zertalt
zerklüftet
 
Zechmeister
Bezeichnung  für Knappschaftsältesten (Knappschaft) vor allem in ihrer Funktion als Rechnungsführer
 
Zehnt
Abgabe des zehnten Erzhaufens an den Regalherrn, nach Ablösung der Naturalabgabe 1/10 der Erzbezahlung (ohne Rücksicht auf Gewinn oder Verlust) an den Zehntner, den obersten Beamten (nach dem Berghauptmann)
 
Zehntner
Beamter, der den Zehnt einzutreiben hatte
 
Zerrenner
Eisenhüttenarbeiter, der das Erz auf dem Rennherd in Eisenluppe und Schlacke zerrinnen läßt. Auf Rennherden schmilzt Eisen nicht, sondern sintert nur zusammen
 
ziehen
mit der Haspel fördern; auch vermessen (früher mit der Schnur)
 
Zimmerling
Bergarbeiter für alle Holzeinbauten untertage, als Zimmerknecht, Zimmerhauer angeleitet vom Zimrnersteiger - sein Grubenbeil wurde zum Symbol der Bergbarte
 
Zubuße
Beitrag zu den Grubenkosten, von jedem Kuxinhaher (Kux) zu den Bergquartalen (Quartal) durch den Zubußboten gegen bergamtliche Quittung eingefordert, solange die Grube keinen Ertrag gab
„Wenig Zubuß und viel Ausbeut
macht fröhliche Bergleut.“
 
Zuschläge
notwendige (saure oder basische) Zusätze wie Kalk, Flußspat n. a. (z.T. sehr komplexe Substanzen) zur Erzielung dünnflüssiger Schlacken, die das begehrte Metall gut abscheiden und nicht behalten
 
Zustellen
die am meisten beanspruchten Teile des Schmelzofens am Stichloch, Schlackerabstich (oder Brust) und an Winddüsen vor dem Anheizen mit Schamotte oder Gestübbe ausbessern und verschließen
 

ABM-Hondorf
In Hohndorf (Zschopau) führten wir ab 1999 eine ABM zum historischen Bergbau im mittleren Erzgebirge durch.
Vorangegangen waren mehrere ähnliche Projekte. Wir Teilnehmer untersuchten vielgestaltig den Altbergbau  dieser Region.
100 Filme wurden (analog) belichtet, Videos erstellt, unzählige Gespräche geführt, Museen-Archive- Besucherbergwerke und weitere Einrichtungen besucht und alle Daten in einem digitalen Archiv erfasst.
Initiiert vom Arbeitslosenverband und dem Arbeitsamt war unser Projekt verknüpft mit einer angepassten Fortbildung.

Teilnehmer unserer BB-ABM
Integrierte Fortbildung in Hohndorf
Umgang mit der Videokamera wird geübt.
Impressum - Digitales Archiv hist. Bergbau im MEK
Region MEK
Filmlisten 1 - 100
Hinweis zu den Einzelbildern
Vier Gruppen wirkten in separaten Gebieten, um jeweils auch Fotos zu erstellen.
Neben der Auflistung aller Filme sind in einer weiteren Excel-Tabelle alle einzelnen Bilder der benanten Filme erfasst.
In der integrierten Fortbildung erläuterte ich den ABM-Teilnehmern einige Grundlagen für unsere Foto-Safari.


Prinzipfoto
Kalkwerk Pockau-Lengefeld
Filme 5 - 7
Filme 8 - 10
Filme 11 - 15
Filme 17 - 20 (ohne 19)
Filme 21 - 30 (Auswahl)
Filme 31 - 35 (Auswahl)
Filme 36 - 38
Filme 40 - 43
Filme 44 - 46
Filme 47 - 54 (Auswahl)
Filme 55 - 64 (Auswahl)
Filme 66 - 74 (Auswahl)
Filme 75 - 81 (Auswahl)
Filme 82 - 86 (Auswahl)
Filme 93 - 95
Filme 87 - 92 (Auswahl)
Filme 96 - 99
Im Verlaufe unserer ABM enstanden mehrere Videos zum Bergbauprojekt.
Diese waren auch Belege zur integrierten Fortbildung.
Einige Clips sind extern enstanden und ergänzen die Thematik des Altbergbaus und der regionalen Entwicklung.
Bergbau-Wasserkraft-Industrie
Pappenwerk Schwarzenberg/Raschau
Silberwäsche Antonsthal
Die Antonshütte hatte der Oberberghauptmann von Herder initiiert.
Tag des offenen Museums 2023
Wiesenmühle-Thalheim
Bergbau & Volkskunst
Mechanisches Bergwerk
Fohenauer Hammer
Bilderfolge zum "Hammer"
Siebenschlehener Pochwerk
Rolf Neumann Siegel, Dirk Fieber, Thomas Ludwig, Rudie Beyer, Gernot Ryter, Uwe Schwanenberg
1996
Aufbereitung des Kalkes
Kalkwerk Pockau-Lengefeld
Wasserrad - Deutschneudorf
Siebenschlehener Pochwek - Schneeberg/Neustädtel
Bergparade in Marienberg 1999
Bergquartal im Kalkwerk
Ein Vereinshöhepunkt - Bergquartal
Mettenschicht
Bergfest im Sept. 1999 in Pobershau
Bergzeremoniell Schwarzenberg/E.
Bergbaulieder
Volksdichtung
Bergmannssagen
Bedeutung
Mettenschicht
Mettenschicht
Mettenschicht
Mettenschicht
Bergmannssagen
Quelle:“Stimmen der Heimat“
Dichtungen in erzgebirgischer und vogtländischer Mundart
VEB Friedrich Hofmeister Leipzig 1965
Wie dr kaltufen-Arnst Bargma wur
1957
Do kam dr Traugott emol eham un sät: „In dr Baatstub stieht's ageschlogn, doß ze Ustern Barggunge agenumme waarn!" „Inusse", machet's Kordel, „wie wär'sch da, wenn ich mich nu emol mit ne Arnst nauf machet? Zum Schneider hot dr Arnst doch aamol kaa rächte Lust. Un wenn aaner kaaLust ze aaner Arbet hot, noochert werd aah nischt Gescheits!" „Wenn de denkst?" sät dr Traugott. „Schoden ka's nischt!" Dr Arnst dos härn un ver Prahd in dr Stub rümhuppen war aans. Oder dr Traugott maa-net: „Kröh när net ze früh! Waar waß, ob se dich namme!" Wie's Kordel mit ne Arnst in dr Baatstub neitrot, warn schu viel Leit mit ihm Gunge do, un ne Arnst vergang dr Mut, un er wur ganz klaalaut - oder er kam dra! „Käst ne Mantig mietkumme!" sät dr Schichtmaaster, un dr Arnst reißet ne Kordel unnerwaags aus un rennet vornewag, doß er'sch senn Voter sogn kunnt. Er kunnt's gar net derwarten, bis er ehamkam.
Dr Traugott frahet sich aah, oder er .wunnert sich un schüttelt aamol über'sch anneremol ne Kopp un sät: „Dos hätt ich mir fei net traame losen, doß de akumme würscht!" Er setzet sich hi un machet ne Arnst aus alte Stiefelschäft e neies Arschlaader. E Bargkittel wur gekaaft,un dr Barggung war fartig.
Ne Mantig früh machet er mit ne Traugott zen erschtenmol nazamm of dr Grub nauf, un's war ne ganz feierlich zemut, wie er in dr Baatstub de Orgel häret, un de Bargleit sänge derzu.
De Haier fuhrn noocherfei, ei, un de Gunge wurn vertaalt..
Dr Arnst kam nei dr Setzwäsch zen Wenzel-Steiger, un daar gob geden enn alten Gung als Lehrmaaster. Un dodermiet war de Feierlichkaat ze End! Die grüßen Gunge toten sich wos drauf zegut, doß se de Klenni alerne kunnten, käme sich als sist waar vür un ließen ihm Mutwillig an ne aus. Statt ze denken: Naa, ich waß, wie dracket mir'sch gange iSil wie iech agefange hob, willst's net aah esu mit dan neie Gung machen, triebn se's um su schlimmer. Un wehe, wenn sich aaner rausnohm, der-gegen autzemücken oder ewos ne Steiger ze sogn! Daar kunnt's nimmer aushallen! Aah dr Apnst mußt dra gelaabn.
„Du Saubalg", sät aaner vun dan Grußen ze ne un weiset ne enn Brok-j ken Arz hi, „waßt de, wos dos is?" Dr Arnst wußt's net. Do krieget er aans nei de Riepn. Do sät er, 's war e Staa. Do krieget er aans hinter de Uhrn. Staa göb's net bei de Bargleit, när „Wand"! Dos wollt sich dr j Arnst net gefalln losen un wollt's senn Voter sogn. Do wur über ne Gerieht gehalten. Dr älteste Gung machet ne Richter, un dr Arnst krieget , fünfe mit de Siein drübergezugn, un e annerer drehet ne de „Baßwörbel", doß ne Harn un Saah vergang.
Aah wenn aaner aus Versaah e Stück Arz in enn falschen Korb schmeißet, gang's ne schiacht. Waar vun dan neie Gunge noch kenn Kittel im .' kaa Arschlaader hatt, mit dan gob sich kaaner o. Die wurn net fer voll genumme, wall se net bargmannisch aussohchn.
De Neie durften aah de Blend net wie de Alten ans Arschlaader hänge, naa, die mußten se an enn Rieme üme Hals trogn. Un die neie Gungewieder wollten gar ze gern wie de Alten aussaah, un waar e neie Blend hatt, daar machet se in e paar Togn „alt". Ne Kittel, 's Gesicht un de Hand schmiereten se sich voller, als wie's nötig gewaasen war, doß se ja rächt dracket aussohchn un fer Alte gehalten würn. Ze Gohanne wur vun dan Barggunge dr „Faullümmel" ausgetriebn,' daar biese Barggeist, daar's gute Arz vun dr Grub mauset. Doderzu zugn se sich ganz verwugn a, schmiereten sich's Gesicht schwarz, wickleten sich Struh üme Bauch un um de Baa, hatten Baasen un Knüttel un Fackeln in dr Hand, spektakleten of dr Hall rüm, renneten ne Leiten enooch unble-keten: „Gohanneslümmel, fang mich när!" Ze guter Letzt kriegeten se vun dr Grub Brut un Schnaps.
Ne Arnst gefiel's of dr Grub. 's gob egal emol ewos Neies ze saah, er brauchet net of'n Schneidertisch rümzerutschen un kunnt obnds nooch Schicht moin un schnitzen. Of dr Zach gob's genung, an dan er sich versuchn kunnt. De Zach salber mit ihm Fahrten un Stolln un Halln un Haisein gob Areging genung, vür alln oder de Bargleit! Wos gob's do ter putzige Kerln drunner, un wie verwugn sohchn se in ihrer Tracht, mit ihm braaten Schachthut, dr Blend, ne Arschlaader, in ihm Grubn-kittel un ihm Stiefeln aus. Orndliche Kauz gob's unner dan Bargvolk oder aah mannichsmol rächte Grubiane un Zachenflaaze, wie de Leit säten. E setter war dr Setzsteiger Forbarg. Daar hatt's dan arme Barggunge fer'sch Gald gemacht. Die hatten fei nischt ze lachen. Do gob's weiter nischt wie Wichs mit de Siein oder mit ne Vugelbolzen. E paar Hand hatt daar gehatt wie e paar Kuchnbratter, un waar vun dan e Faunz krieget, dan loff 's Blut aus Maul un Nos. Ne Arnst senn klenneren Bruder, ne Laaberacht, hot er emol vierzn Faunzen hinnerenanner gaab, när wall er net gewußt hot, doß dos Wandle Schwaafelkies, dos ne dr •Steiger vür dr Nos hielt, „darber" Schwaafelkies war! „Wos is dos, ha?" „Schwaafelkies!" Klatsch! „Woos is dos, ha?" „Schwaafelkies!" Klatsch, klatsch! Ne Gung haaet's rüber un nüber. „Su" - klatsch -, „mark dir dos" - klatsch -, „dos is darber Schwaafelkies!" - Klatsch! Klatsch! Klatsch!
Er haaßet bei dan Gunge när „'s Ugeheier" oder dr „Bluthund", un wu se'n när aäns auswischen kunnten, hobn se's gemacht. Dr Eihaazgung mußt ne immer sei Supp kochen, un wenn nu aaner Wichs kriegt hatt» , klaubeten die sackermentschen Gunge esuviel Spinne un Fliegn zamm, wie se derwischen kunnten, un schmissen se in Steiger senn Suppentopp nei un fraheten sich wie de Schneesieber, wenn er noochert sei Spinne-supp oß. Bluß in Winter war'sch e wing schiacht, do gob's kaane Fliegnmeh. Oder aaner hatt in dr Holzschupp e paar Kreizspinne aufgegecht, die krieget er'in de Supp neigepfaffert.
Un dr Arnst tot sich noch e besunnere Gitt. Er schnitzet ne Steiger mit ehn Gesicht wie e Teifel un wies ne senn Kameraden: „Satt emol haar, allezamm, kennt ihr dan?" Un die Saugunge huppeten ver Prahd vtm enn Baa of'n annern.
Wenn of dr Grub Luhtog war, gang's unnern Bargleiten gemütlich zu. Do hatten sich of dr Hall de „Praßweiber" eigefunden un verkaafeten Sammeln, Worscht, Kuchn, Obstzeig, Haaring, Zigarrn un Tobak. Dr Hutma vergechet se zwar mannichsmol, wall aar'sch Geschäft machen wollt, oder se käme egal wieder. Do hot er emol e paar Gunge agestift, se sollten dan Weibern när emol, esu ganz uhne doß se's wollten, de Kärb umschmeißen. Dos war natürlich e Prassen fer die, esuwos brauchet mer dan net zweemol sogn. Bärschle frögn net demooch, wos se dermiet arichten, die denken när an ihm Spaß, dan se derbei hobn. Die Weiber hobn aah net garschtig geblekt un gespukt un geheilt. Se hatten doch salber net viel, un in dan Durchenanner is ne aah noch e Hauten Zeig gemaust worn.
Früh halb fünfe gang de Schicht a, un wur'sch Ding nogemacht, bleket'n ' se: „Fahrt! Fahrt! Fahrt!" Dernooch habn sich de Leit in Dorf gericht, j die kaa Uhr hatten un de Bargleit, die's verschlofen hatten, aah! Noch zen Amst seiner Zeft wur viel Silber gefunden, un emol sät dr Steiger: „Heit um zaahne gitt ihr emol nüber of'n Frankenschacht. Do kimmt die a grüße Silberwand raus, die müßt ihr eich emol asaah!" Do log nu daar Klumpen in Treibhaus. An'r grüßen Keet war er huchgezugn wo'rn un sohch aus wie e. Batzen Laahm. När dorten, wu de Keet gescheiert hatt, ;blitzet's Silber raus. Bei setten Funden krieget'n de Bargleit ze Weihnachten vier bis sechs Schichten bezohlt. Un mannicher Bargma, daar mit enn gediegene Stück Silber zen Schichtmaaster kam, krieget vun ' Bargverwalkr Nastier e .Fünfneigroschstück nei dr Hand gedruckt. Dr Nastier war dr Schlachtste net. Bluß ben Luhschreibn war er e wing geizig. Gerod, als wenn's vun Senn gang. Ben Onamme in dr Grub kam er oft mit ne Heiern net unner enn Hut, oder die ließen net lucker un hielten ne ben Arschlaader fest, wenn er gieh wollt, bis er ewos zugelegt hatt!
Bergmannssagen
Der Hüttenmatths
Quelle: “Die Wunderblume vom Schlettenberg“
Im September 1711 soll es gewesen sein, dass der russische Zar Peter l. die in der Nahe Olbernhaus gelegene Saigerhütte Grünthal besuchte. Nicht nur die Gebäude, Gezeuge und die Hüttenbetriebe hatte er genau besehen, sondern sich auch erklären lassen, wie das Kupfer vom Silber und den unartigen Beimengungen geschieden und zu reinem Kupfer geläutert wurde.
In tiefem Sinnen stand der Zar auch vor den Hammerwerken, beobachtete das dröhnende Auf und Ab der Hämmer. Und plötzlich trat der Zar, der ein Mensch von außergewöhnlicher Kraft und Größe war, vor und sprang behende auf den gewaltigen Schaft des Hammers, hielt sich am eisernen Hammerkopf fest, und bei diesem Ritt übertönte der jubelnde, jauchzende Schrei das Krachen der Hämmer.
Das alles hatte der Hüttenbeamte, der Hammerverwalter Matthes, staunend beobachtet. Er erlebte aber auch das Festmahl des hohen Gastes droben im Gebäude der Faktorei. Matthes war fasziniert vom Reichtum, den prunkvollen, mit Edelmetallen und Edelsteinen besetzten Gewändern der Gäste, und seine Gedanken waren umnebelt.
Kaum war die Tafel zu Ende, stahl sich Matthes von ihr fort. Erstieg hinauf zum Oberneuschönberger Bergkirchlein und ließ sich auf der Kirchhofmauer nieder.
Noch einmal wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als der Zug des Zaren aufbrach, um über den Hüttengrund hinauf gen Freiberg weiterzureisen. Aber der Glanz der Macht und des Reichtums blieb in seinem Sinn, obwohl der fürstliche Zug schon lange entschwunden war. In Matthes' Brust brannte der Neid, und er dachte: „Alles beugt sich vor ihnen, alles dient ihnen — wie kommen nur diese Herren dazu?"
Der Hammerverwalter schreckte auf. Er wandte den Blick zur Seite. Er war nicht allein. Nur wenige Schritte von ihm entfernt saß die alte Hanischen, ein altes, häßliches Weib, die, von allen gemieden, oben am Ende des Tiefen Grabens in einer armseligen Hütte wohnte und die man. der Hexerei bezichtigte.
Matthes erschrak bis ins Innerste seiner Seele, als die Alte durch ihre Zahnlücken stieß: „Wie kommen diese Leute dazu, dass alles vor ihnen katzbuckelt und sie alles haben können, was ihnen beliebt?"
Das waren doch seine Gedanken!
Abweisend fuhr er die Alte an: „Soll der Zar von Rußland hier nicht würdig begrüßt werden, wie es seiner Macht geziemt?" „Macht", giftete die Alte. „Macht! Bloß weil sie Reichtum haben, Gold und Edelsteine! Damit bezahlen sie alles! Gold verhilft ihnen zu allem, nur Gold!"
Matthes, dem Hüttenbeamten, widerstrebte es, mit dem alten Weib gleiche Gedanken zu hegen, und so entgegnete er schroff: „Freilich, Gold kann vieles schaffen, aber wer keins hat, muss sich bescheiden." Die Alte gab nicht auf: „Bescheiden? Dass ich nicht lache! Oder möchte Er nicht nehmen, was Er leichthin haben könnte? Ich könnte Ihm dazu verhelfen, aber wenn Er sich bescheiden will, dass Gold nur habe funkeln sehen ...!" Sie lachte höhnisch und war verschwunden.
Die Tage des Hammerverwalters vergingen in Unlust, Er war wortkarger als sonst. Nur die Erinnerungen an diesen Septembertag waren sehr wach in ihm.
Wenn es nun doch ein Mittel gab, zu diesem Reichtum zu gelangen?
Eines Tages ertappte sich Matthes, dass er zu nächtlicher Stunde an die Tür der alten Hanischen klopfte. Er wurde eingelassen und .saß ihr am Tisch lange gegenüber, der Kienspan knisterte und flackerte gespenstig. Dann schob die Alte ihm ein altes Pergament zu - die Formeln und Riten -, mit denen er den Teufel beschwören konnte. Widerstrebend steckte er die Schrift in die Tasche.
Tage vergingen, ehe er sich entschloss, die Schriftzüge zu lesen. Er stockte dabei vor Abscheu und Angst. Doch seine Gier nach Geld war größer und unwiderstehlich. Satz für Satz lernte er auswendig. Der passende Ort für die Beschwörung war bald gefunden: Oben, dort. wo der steinige Weg nach Schönfeld sich mit dem von Olbernhau nach Heidersdorf kreuzte. Die „Hand" nannte man die Stelle, und die Leute beeilten sich,, über den einsamen Fleck hinwegzukommen.
Hier geschah es, hier rief der Hammerverwalter Matthes in gespenstischem Zeremoniell den Höllenfürsten an, sprach er die Beschwörungsformeln und unterschrieb mit seinem Blute den Pakt mit dem Bösen. Dessen Gegenforderung hatte gelautet: „Dein ältestes Kind muss mir gehören nach sieben Jahren vom heutigen Tag an." Matthes lächelte, als er dies hörte. War das ein dummer Teufel! Das Kind konnte er ruhig versprechen. War seine zwanzigjährige Ehe doch kinderlos geblieben. So erlöst ersieh .dadurch vorkam, war er dennoch erschöpft und wankte in das Tal hinab ...
Nun war er gezeichnet von der Aufregung dieser Nacht. Da flüsterte ihm seine Frau, die ihn umsorgte, mädchenhaft verschämt zu, dass der jahrzehntelange Wunsch auf ein Kind sich nun doch erfüllen werde.
Sie hoffte, ihm eine Freude zu bereiten. Aber erstaunt bemerkte sie auf seinem Gesicht Zeichen qualvollen Widerstrebens und tiefen Erschreckens. Die Unruhe ihres Mannes verstärkte sich zusehends, bis er schließlich in eine Ohnmacht sank,
Erst nach Wochen erholte er sich.
Von Stund an bemerkte er aber, so oft er in die Taschen seines Rockes griff, Geldstücke darinnen, und zog er die Lade des Tisches auf, fand er Gold. Plötzlich war der Hammerverwalter ein reicher Mann. Doch das Böse, in dessen Gewalt er sich begeben hatte, kehrte die Freude in Angst und Grauen.
Sein Sohn wurde geboren, die Frau bezahlte es mit ihrem Leben.
Matthes klagte sich selbst bitter an. Doch nichts half. Ständig klimperte das Geld in seinen Taschen, mehrte sich der Reichtum aus unbekannter Quelle. Matthes wurde zum Inbegriff des Reichtums und der Wohlhabenheit, Er suchte nun Rechtes zu tun und verlieh und verschenkte riesige Summen, hoffte er doch, sich vom teuflischen Pakt loskaufen zu können.
Die Jahre vergingen, der Sohn wuchs heran. Mit jedem Tag stieg aber in dem Hammerverwalter die Angst.
Als er hörte, in einem abgelegenen Dorf wohne ein weiser Mann, wandte er sich hilfesuchend an ihn. Mit der Zusage, dass er ihm helfen werde, kehrte Matthes nach Grünthai zurück, erstmals nach vielen Jahren verspürte er wieder einen Funken Hoffnung.
Der ängstlich erwartete Tag kam heran. Endlich traf auch der weise Mann ein, der ihm zu helfen versprochen hatte. Geheimnisvoll waren die Vorbereitungen, die der Alte in der Stube im Erdgeschoß betrieb. Matthes hatte er angewiesen, in der Oberstube zu bleiben. Wenn er das Gebot übertrete, so sagte der Alte, wisse man nicht, ob man das Unheil abwenden könne.
Matthes aber hielt es nicht länger in seiner einsamen Kammer. Neugier und Sorge trieben ihn hinab. In das Stübchen wagte er sich nicht, doch er lauschte an der Tür und schlich schließlich hinaus, um durch das Fenster zu spähen.
In einem auf den Fußboden gezeichneten Kreis stand der weise Mann, das Kind in seinen Armen. Er sprach feierliche Worte, die Matthes jedoch nicht verstand. Rauch füllte das Zimmer, und manchmal schien es, als rage ein schwarzer Arm daraus hervor.
Es war ein gespenstischer Kampf, der drinnen tobte. Es kam Matthes vor, als weiche die fremde Gestalt nach und nach.
Da erinnerte sich Matthes des Gebotes. Wenn er nun durch die Nichtbefolgung alles verdarb?
Es war zu spät für ihn, die Treppe hinauf und in die Oberstube zu kommen. Schon flog die Stubentür auf. Matthes stockte der Atem. Voller Angst kroch er in die leere Hundehütte neben dem Haus. Ein fürchterliches Pfeifen erscholl und fuhr aus dem Haus heraus. Schon wollte Matthes aufatmen, als es vor der Hundehütte verharrte. Zwei böse funkelnde Lichter starrten den Hüttenbeamten 'an. Dann gellte die schrille Stimme: „Matths, bleib, was du gewesen bist ein Leben lang — ein Hund!"
Von Stund an hat niemand mehr den Hütten Matthes gesehen.
Aber dort, wo er einst gegangen ist m seiner Gier nach Gold — überall dort konnte man von nun an einem großen schwarzen Hund begegnen, den man den „Hüttenmatths" nennt, der ruhelos um.herirrt. Wird er geneckt, springt er dem Höhnenden auf den Rücken und lässt sich tragen bis in die Nähe der Saigerhütte. Dem braven Wandersmann, der ihn in Ruhe lässt, aber hat er nie etwas getan.
(Aus: Schönberg, Krumme Schatten, gekürzt und nach erzählt von Günther Arnold, Olbernhau)
Den historischen Hintergrund für diese Sage stellt der legendäre Besuch des russischen Zaren Peter l. dar. Während sich der russische Landesherr nachweisbar im September 1711 auf einer Badereise nach Karlsbad (heute: Karlovy Vary,- CSSR) befand, und auch Freiberg besuchte, ist die Besichtigung der Saigerhütte Grünthal bis zur Stunde nicht urkundlich belegbar. Die bisherigen Nachforschungen ergaben, dass eine früheste Nennung dieser geschichtlichen Episode 1828 bei dem Zöblitzer Chronisten C. F. Hering erfolgte, jedoch stellt schon die Quellenkritik vom Anfang unseres Jahrhunderts die Heringschen Arbeiten sehr in Zweifel.
Für einen Besuch des russischen Zaren an der Grünthaler Saigerhütte jedoch spricht das sprichwörtliche Interesse des russischen Zaren an wirtschaftlichen und technischen Erkenntnisseh und Fortschritten. Die Saigerhütte Grünihal, als landesherrliche Kupfer-Silber-Hütte- war damals überaus modern und in ganz Sachsen und auch im Ausland bekannt. Der angebl'iche „Zarenritt" dürfte jedoch der Phantasie desChronisten entsprungen sein.
 
Sage vom Speckstein
Bergmannssagen
Christoph Schwer findet die blaue Farbe
Quelle:“Die Silberne Rose“
Greifenverlag zu Rudolstadt
Als im 16. Jahrhundert der Bergsegen des Obererzgebirges sich jährlich verminderte und überall ein Wehgeschrei über den Silberräuber, wie man dem Kobalt nannte, sich erhob, kam Christoph Schürer, eines Apothekers Sohn aus Westfalen, landesflüchtig nach Schneeberg, wo er bald eine Anstellung bei den Hütten fand, da er ein in der Chemie wohlerfahrender junger Mann war.Schon wenige Tage nach seiner Ankunft gewann er die Liebe Annas, der Tochter des Hüttenmeisters Rau, und er erhielt auch durch sein ansprechendes Betragen bald das Jawort ihres Vaters, so dass die Hochzeit auf das nächste Bergfest bestimmt wurde.Ehe aber das Bergfest kam, wären die Hoffnungen Schürers beinahe vernichtet worden. Bei seinen chemischen Forschungen war er nämlich auf den Gedanken gekommen, das vielverrufene Kobalt zu etwas Nützlichem umzugestalten. Er stellte deshalb im geheimen in einer Schmelzhütte in Oberschlema vielfach Versuche an und trieb es damit oft die ganze Nacht hindurch so eifrig, dass er bald in den Verdacht der Alchimisterei und Schwarzkünstlerei geriet. Als daher aus Böhmen, wo er sich bei seinem früheren Aufenthalt durch seine Kenntnisse Neidergemacht hatte, mehrfache Klagen einliefen, dass er ein Zauberer, Dieb und Glaspartie-rer gewesen sei, und als man seine Auslieferung forderte, gebot der Bergmeister, ihn zu verhaften. Eben war Schürer in der Schmelzhütte mit seinen Versuchen beschäftigt, da kam der Fron, um ihn festzunehmen. Er fand aber die äußere Tür verschlossen und meldete dies dem Bergmeister. Diesen sowie den Hüttenmeister Rau und einige Geschworene trieb jetzt die Neugier, mitzugehen.
Die Tür wurde aufgesprengt, und mit freudefunkelnden Augen trat der Gesuchte den Eintretenden entgegen. Aber wie staunte er, als der Fron ihn griff und ihm die Handschellen anzwang! Wie erschrak er, als ihn die Bergherren mit Vorwürfen überhäuften und ihn einen Zauberer, Dieb und Partierer schalten! Da rief Christoph Schürer, schnell sich fassend, mit fester Stimme. „Männer prüfen, ehe sie entscheiden! Meint ihr, ich treibe bösen Unfug hier mit Schwarzer Kunst, so tretet her! Seht, dies wollte ich gewinnen, und glücklicherweise ist es endlich gelungen. Ich. Meine, es soll dem Land von großem Nutzen sein!" Mit diesen Worten reichte er ihnen eine Mulde voll feinen, schönblauen Staubmehls hin. Die Bergherren staunten und begehrten zu wissen, wie und woraus er solch schöne blaue Farbe bereitet habe. Schürer zeigte ihnen alles willig und reinigte sich so von dem Verdacht, dass er ein Schwarzkünstler sei.Dies machte dem Bergmeister so große Freude, dass er versprach, alles zu tun, um Schürers Unschuld gegenüber den wider ihn erhobenen Anklagen zu erweisen. Dies gelang auch dem wackeren Manne bald, und Christoph Schürer erhielt nun seine Freiheit wieder. Durch die Erfindung der blauen Farbe, die man anfangs nur Blaues Wunder, später aber Schmälte nannte, gelangte er zu großen Ehren, und als das Bergfest gekommen war, wurde er des Hüttenmeisters glücklicher Eidam.
DDR • Schneeberg, Erzgebirge
Schürer scheint tatsächlich die Farbgewinnung verbessert zu haben. Durch Schmelzen und Zusatz von Pottasche wandelt er den „Silberräuber" Kobalt in eine blaue Farbe um, die man später Schmälte nennt. Die von Schürer entdeckte Farbe kam bald nach Nürnberg und in die Hände der damals kapitalstarken Holländer, für die dann Schürer in Magdeburg seine Produktion betrieb. Als den Holländern das Verfahren bekannt war, begannen sie mit der Eigenproduktion in ihrer Heimat.
Christoph Schürer, der Erfinder des Kobaltblau
Quelle: “Sagenbuch des Erzgebirges“
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließ der Bergsegen des Obererzgebirges nach. Man sah darin das Werk böser Berggeister. Das jetzt zutage geförderte taube Erz nannte man Silberräuber oder Kobold. Zu jener Zeit kam der wegen seines evangelischen Glaubens geflüchtete Apothekerssohn Christoph Schürer nach Schneeberg. Als in Chemie und Naturlehre erfahrener junger Mann fand er Anstellung bei den Hütten. Nicht lange, so gewann er Anna Rau, die Tochter des Hüttenmeisters, zur Braut. Die Hochzeit sollte auf dem nächsten Bergfest stattfinden. Doch da drohten seine Hoffnungen zunichte zu werden. In seiner Forscherleidenschaft verfiel Schürer auf den Gedanken, den Kobold, den Silberräuber, durch chemische Zubereitungen zu etwas Nützlichem umzugestalten. Oft machte er die ganze Nacht hindurch in einer Schmelzhütte in Oberschlema Versuche, so daß er bald in den Verdacht der Alchimisterei und Schwarzkünstlerei geriet. Als aus Platten in Böhmen, wo er sich bei einem Aufenthalt wegen seines Glaubens Feinde und wegen seines Ansehens Neider gemacht hatte, Klagen eingingen, er sei ein Zauberer, Dieb und Partierer, und seine Auslieferung gefordert wurde, gebot der Bergmeister, ihn zu verhaften. So erschien der Fron in der Schmelzhütte und legte dem Verdächtigten Handschellen an. Schürer war zunächst fassungslos, rief dann aber: „Meint ihr, ich triebe Unfug mit der Schwarzen Kunst? Seht, dieses wollte ich gewinnen, und endlich ist es mir gelungen. Ich meine, es soll dem Land großen Nutzen bringen." Dabei wies er auf eine Mulde mit einem Pulver von schöner blauer Farbe. Die Bergherren staunten und wollten wissen, wie und woraus er diese Farbe gewonnen habe. Man nahm ihm die Handschellen wieder ab, und nun zeigte ihnen Schürer, wie er zu dem Ergebnis seiner Versuche gelangt war. Statt angeklagt zu werden, gelangte Schürer durch die Erfindung des Kobaltblaus, das anfangs blaues Wunder, später Smalte genannt wurde, zu großen Ehren. Der Hochzeit stand nun nichts mehr im Wege.
Anmerkung: Im Mittelalter hatten die Bergleute Schwierigkeiten beim Verhütten von
Kupfer-, Silber— und Zinnerzen auf den darin enthaltenen Kobaltminerialien. Sie
glaubten sich von bösen Kobolden genarrt. Andererseits war Kobaltoxid als Zusatz in
der Glasindustrie zur Blaufarberung seit alten Zeiten bekannt. Es ist erwiesen, daß die
Italiener um 1400 Kobaltblau aus Deutschland bezogen. 1520 nutzten Peter Weidam-
mer in Schneeberg und 1540 Christoph Schürer in Neudeck die Erfahrungen des
Blaufarbenwerksbesitzers Erasmus Schindler, um mit Kobaltoxiden blaugeiarbtes Glas
herzustellen. Das pulverisierte Farbglas diente zur Färbung von Glasuren. Blautärben-
werke gab es u. a. in Niederpfannenstiel, Oberschlema und Sehma.
Bergmannssagen
Der Ursprung der Zschopau
Quelle: „Sagenbuch des Erzgebirgr
Altis- Verlag GmbH, Berlin 1995
Der Ritter Heinz von Wildeneck
Vernehmt von alten Zeiten her
'ne gruslig düstre Schauermär
aus Zschopaus sagenumwobenem Fleck
vom Ritter Heinz von Wildeneck.
Der Sorbe fand den Wohnsitz süß
und Menschenopfer bruzeln ließ,
da kam zum nicht gelinden Schreck
der Ritter Heinz von Wildeneck
.
An tapfern Sachsenheeres Spitz
erobert er den Sorbensitz.
Auf Felsentales schönstem Fleck
baut er die Burg von Wildeneck.
Drauf streift er jagend durch den Wald,
die Meute bellt, das Hüfthorn schallt;
und machen feisten Hirsch zur Streck'
bracht Ritter Heinz von Wildeneck.
Und wie er jagte durch das Land,
hat ihn die Liebe übermannt.
In eine Sorbin war er weg,
der Ritter Heinz von Wildeneck.
Das schöne Sorbenkind entsproß
des Fichtelberges Marmorschloß.
„Bist meines Daseins höchster Zweck!"
so schwur der Heinz von Wildeneck.
Manch Sträußchen Carex vulpina
reicht der geliebten Zschopawa
— er war nun grad kein Modegeck —
der Ritter Heinz von Wildeneck.
„Mein Liebster", sprach sie schmerzerfüllt,
„der Vater ist fuchsteufelswild.
Der Alte will nicht ran an' Speck,
mein süßer Heinz von Wildeneck."
Doch dieser schlug mit Hohngelach
auf seiner Haube blechern Dach.
„Blitz Bomben, ich entführ dich keck,
noch diese Nacht auf Wildeneck!"
Er schwang sich auf sein Dänenroß,
in Eisen starrt der Knappentroß.
Doch des Verräters bößer Mund
tat mitternächtgen Anschlag kund.
Verzaubert sank das Marmorschloß,
und aus des Berges Schoß ergoß,
ganz aufgelöst vor Herzeleid,
sich Zschopawa, die treue Maid.
In stürmisch wilder Leidenschaft
entschäumt' sie tosend dunkler Haft,
grub ihre bittre Liebespein
tief in den Glimmerschiefer ein.
Drauf Ritter Heinrich talwärts schaut,
vernimmt der Wogen Klagelaut,
die, traurig hemmend ihren Lauf,
voll Sehnsucht schaun zur Burg hinauf.
Da krampft 's des Ritters blutend Herz,
und festgewurzelt, starr wie Erz,
als steinern Denkmal festgebannt,
da steht er noch und lugt ins Land.
Und wenn du wanderst froh im Maiengrün
durch Berg und Tal nach Zschopau hin,
grüß mir, die oft so gern ich sah,
Herrn Heinz und Jungfer Zschopawa!
Anmerkung: Diese moritatenhafte Ballade, von dem Chemnitzer Alfred Martin in Knittelversen verfasst, hat keine nachweisbare überlieferte Sage als Quelle. Sie steht hier am Ende dieser Sagensammlung als ein Beispiel, wie sich die Volksliteratur Sagenmotiven zuwendet und diese auf ihre derb-humorige Weise verarbeitet. Der Text wurde freundlicherweise von der Stadtbibliothek Zschopau zur Verfügung gestellt. — Zschopau wurde 1286 erstmals erwähnt, 1292 als civitas, 1551 als Stadt. Im Rahmen der Besiedlung des Miriquidi, des vom Nordrand des Erzgebirgsvorlandes bis ins Egertal reichenden Urwaldes, entstand auf dem Felsen um den Vorläufer des heutigen dicken Heinrich die Burg Wildeck zum Schutz des Flußüberganges an der Handelsstraße von Chemnitz nach Böhmen. — Bewohnt war das Land damals nicht von Sorben, wenn auch der Verlauf des Flusses sorbischen Jägern und Honigsammlern bekannt gewesen sein mag. Der Name Zschopau ist sorbischen Ursprunges und bedeutet die Tosende, die Rauschende.
 
Bergmannssagen
Die Entstehung des Mühlgrabenstollns bei Schloß Scharfenstein
Quelle: "Erzgebirgs- und Vogtlandsagen"  Erzgebirgsverlag, Annaberg 1931
In den Jahren nach dem Dreißigjährigen Kriege wimmelte es auch in den Wäldern um Scharfenstein von ehemaligen Kriegsknechten, die nach Beendigung des Krieges ihre Waffen nicht abgelegt hatten, sondern plündernd durch die Gegend zogen. Sie wurden zu einer gefürchteten Plage für die Bevölkerung.
Nicht ungern gesehen waren jedoch die Gesellen, die sich, durch den Krieg ihrer Existenz beraubt, am Wilde vergriffen. Denn der Wildbestand hatte sich im 17. Jahrhundert so vermehrt, dass nicht selten eine ganze Ernte den Tieren zum Opfer fiel. und so verringerte sich mit jedem abgeschossenen Hirsch, mit jeder erlegten Sau die Zahl der Schädlinge.
Freilich dachten die Schloß- und Grundherren anders. Sie belegten den Wilddiebstahl mit schweren, zum Teil unmenschlich grausamen Strafen. Dabei war wohl die schrecklichste das sogenannte Hirschreiten. Es bestand darin, dass man den Wildschützen auf einem zu diesem Zwecke eingefangenen Hirsch festband und diesen dann in den Wald jagte. Das geängstigte Tier raste mit seiner Last sodann wie toll durch die Wälder, bis es erschöpft zusammenbrach oder n einer Felsschlucht verendete, Während des wilden Rittes wurde der unglückliche Schütze von dem Geäst gerissen und zerfleischt, bis er oft nach tagelangen Qualen vom Tode erlöst wurde.
Nun waren in den Händen des Schloßherren von Scharfenstein auch zwei Wilddiebe gefallen. Er beschloss, als abschreckendes Beispiel sie mit der Strafe des Hirschreitens zu belegen. Als sie die Strafe vernahmen erbleichten sie. Sie wussten nur zu gut, was dies für sie bedeutete. Schon sollten sie abgeführt werden, um im Burgverlies auf die Vollstreckung der Strafe zu warten, als der ältere der beiden Schützen vor dem Schloßherren auf die Knie fiel und sprach: "Wir sind von Haus aus Bergknappen und haben , bevor wir das Soldatenhandwerk ergriffen, mit Schlägel und Eisen so manchen Stolln getrieben, auch durch das festeste Gebirge. Wenn ihr uns die Strafe des Hirschreitens erlasst, so wollen wir uns verpflichten, in drei Tagen und Nächten einen Stolln durch den Burgfelsen zu treiben, damit auf der anderen Seite genug Wasser zu einer guten Mühle herausgebracht werde."
Der Schloßherr hatte den Worten des Bergmannes aufmerksam zugehört. Er ließ sich die Worte durch den Kopf gehen und beschloß auf das Anerbieten einzugehen. Er sprach: "Zwar habt ihr euer Leben verwirkt. Da aber das, was ihr willens seid, der ganzen Gemeinde zu gutem Nutzen sein kann, will ich euch die Gelegenheit geben, euer Leben zu lösen. Wählt soviel Mannen, wie ihr zur Handreichung braucht. Dann geht ans Werk! Könnt ihr jedoch nicht halten, was ihr versprochen, so geht´s euch an den Kragen wie gesprochen.“
Die beiden Gefangenen waren für den Augenblick zwar gerettet. Aber das Werk, das der ältere versprochen hatte, schien die Kraft von zwei noch so geübten Bergleuten zu übersteigen. Trotz alledem begannen sie sofort ihre Arbeit mit Schlägel und Eisen. Tag und Nacht ertönte Pochen und Hämmern aus dem Felsen. Die Handlanger, die das gebrochene Gestein zu entfernen hatten, lösten einander ab. Aber die beiden Bergleute hielten aus, arbeiteten sie ja für Leben und Freiheit. Als der dritte Tag vergangen war, blitzte das Tageslicht auf der anderen Seite her in den Felsengang. Die Bergleute sanken zu Tode erschöpft nieder, aber das Werk war vollbracht.
Der Schloßherr staunte nicht wenig, als ihm von der gelungenen Tat berichtet wurde. Die beiden Wildschützen wurden zwar des Gebietes von Scharfenstein verwiesen, aber sie hatte sich Leben und Freiheit erarbeitet.
Wie der Mühlgrabenstollen entstand
Quelle:
Bekanntlich schiebt sich am Fuße des Schloßberges ( Scharfenstein) ein schmaler und niedriger Felsenvorsprung weit ins Tal hinein, so dass die Zschopau an dieser Stelle gezwungen wird, teils fast zurückfließend, einen Bogen zu beschreiben. Um dem Gewässer geraden Durchfluß zu ermöglichen, wurde bereits im 16. Jahrhundert durch diese Felsenbank ein etwa dreißig Meter langer Stollen getrieben, den man später noch erweiterte, um für eine dort befindliche Spinnerei genügend Wasser herbeizuschaffen. Der Entstehung dieses Mühlgrabenstollens liegt folgende Sage zugrunde: Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges soll das Räuber- und Wildschützenunwesen in der hiesigen Umgebung ganz arg gewesen, und zu einer üblen Landplage geworden sein. Der damalige Besitzer und Herr auf Schloß Scharfenstein, von Einsiedel, beschloß, wenigstens sein Bereich von diesem Gesindel, das sich meist aus entlassenen Söldnern zusammensetzte, zu säubern. Eines Tages gelang es ihm auch, zwei Wildschützen abzufangen. Nach damaliger Sitte und hartem, grausamen Brauch, war ihnen das „Hirschreiten" sicher. Dies war ein furchtbarer Tod, indem man die Übeltäter auf eingefangene starke Hirsche band, diese als dann mit der lebenden Bürde in die Wildnis zurückjagte und nunmehr ihrem Schicksal überließ. Um dieser, man sollte meinen abschreckenden, fürchtbaren Strafe zu entgehen, baten die ertappten beiden Wilddiebe um Gnade, nachdem einem derselben ein rettender Gedanke gekommen war. Sie seien Bergleute ihres Berufes und wollten sich an Stelle der verwirkten Strafe bereit finden, nachdem man dieserhalb schon früher einmal an sie herangetreten sei, einen Stollen vom Wasserspiegel der Zschopau aus durch den Felsen zu treiben und diese gewaltige Arbeit nur mit Hammer und Schlegel in drei Tagen und drei Nächten zu bewerkstelligen. Nach kurzer Überlegung, eben weil eine Wassermühle im Dorfe sehr vonnöten war, gab der Schloßherr seine Einwilligung hierzu und die beiden Verurteilten begannen sofort mit der schwierigen Arbeit. Es wurden ihnen zu Handreichungen einige Leute gestellt, und genau in der vereinbarten Zeit war der Stollen fertig. Erschöpft vor Anstrengung und dem Tode nahe sanken die beiden Bergleute am Stolleneingang nieder, erholten sich jedoch wieder, und der Ritter vom Scharfenstein hielt nun ebenfalls Wort, schenkte ihnen Freiheit und Leben. Man erzählt sich übrigens auch, dass der spätere kühne Raubschütz Karl Stülpner ein Nachkomme eines dieser beiden Begnadigten gewesen sein soll.
Reinhold
Der Mühlgrabenstolln bei Scharfenstein
Quelle: „Sagenbuch des Erzgebirges“
Die Burg Scharfenstein steht auf einem Felsen, der die Zschopau zu einer Biegung zwingt. Vor alter Zeit wurde zum Betrieb einer Mühle durch den Felsen ein Graben gebrochen. Dieser Graben ist zwei Wilddieben zu verdanken, die dem Burgherrn von Scharfenstein in die Hände gefallen waren. Dieser hatte über sie als Strafe das sogenannte Hirschreiten verhängt. Diese Strafe bestand darin, dass der Wilddieb auf den Rücken eines Hirsches gebunden wurde, den man dann mit seiner Last in die Freiheit jagte. Den Delinquenten erwartete somit ein qualvolles Sterben. Als die Verurteilten die ihnen zugedachte Strafe vernahmen, erbleichten sie. Sie baten vergeblich um den Tod durchs Schwert. Da kam dem einen der beiden ein rettender Gedanke. Da sie vor ihrer Soldatenzeit Bergleute waren, schlug er dem Herrn vor, von der Strafe abzusehen, wenn es ihnen gelänge, innerhalb von drei Tagen einen Stolln durch den Felsen zu treiben, der genug Wasser faßte, um eine Mühle zu betreiben. Dem Herrn von Scharfenstein gefiel der Vorschlag, und so machten sie sich sofort mit Schlegel und Eisen an die Arbeit. Tag und Nacht tönte ihr Hämmern und Pochen aus dem Felsen; die Hilfsmannschaften, die das gebrochene Gestein fort zuschaffen hatten, lösten einander ab. Die beiden Bergleute hielten durch, und am dritten Tag blitzte das Tageslicht von der anderen Seite her in den Felsgang. Das Werk war vollbracht. Der Burgherr erstaunte nicht wenig, als ihm davon berichtet wurde. Er hielt, was er versprochen hatte. Die beiden Wildschützen hatten ihr Leben gerettet. Des Gebietes von Scharfenstein wurden sie allerdings verwiesen.
 
Bergmannssagen
Das alte Bergmagazin und die Franzosen - Resel in Marienberg
Quelle:  „Die Wunderblume vom Schlettenberg“ Marienberg 1987
Etwas abseits der Landstraße nach Wolkenstein liegt das alte Bergmagazin, erbaut dereinst, als der Silberbergbau in der Marienberger Pflege blühte. In dem Bergmagazin ist es nicht richtig. Es spukt darin von Zeit zu Zeit. Die Franzosen - Resel geht dort um. Sie kann keine Ruhe im Grabe finden, weil sie auf Erden ein gar so traurig Los gehabt hat, dass sie zuletzt den Verstand verloren hat und sich das Leben nahm.
Als junges, bildsauberes Mädchen war sie nach Dresden gekommen, in den Dienst einer vornehmen Frau. Dort ging es lustig zu, und Resel wurde von einem jungen Franzosen, in den sie sich verliebt hatte, verführt. Der zog bald darauf mit seinem Kaiser in die Kriege der damaligen Zeit, und Resel kam wieder nach Hause, aber nicht allein, sondern sie brachte ein schwarzhaariges, kleines Mädchen mit. Alle schauten sie deshalb über die Achsel an und nannten sie die Franzosen - Resel.
Selbst ihr Vater wollte sie erst nicht aufnehmen in sein Häusel, tat's aber zuletzt doch auf Zureden des Pfarrers. Die Resel ernährte sich und ihr Kind schlecht und recht durch Botengänge und Krankenpflege. Daher kam es, dass sie auch, als 1813 nach den Schlachten in Böhmen verwundete Soldaten nach Marienberg gebracht wurden und das alte Bergmagazin Lazarett wurde, dorthin als Pflegerin ging. Sie trug aber von dort den Keim des Todes in das Haus ihrer Eltern. Diese starben ebenso wie das Kind der Resel schnell hintereinander, und auch im Bergmagazin verging kein Tag, wo es nicht Tote gab. Es war eine schwere Zeit, und die Resel war zuletzt der einzige Mensch, der die sterbenden Kriegsleute noch pflegte.
Da wollte es das Unglück, das Resel in einem gestorbenen Franzosen ihren dereinst Geliebten erkannte. Diese Tatsache in Verbindung mit den monatelang erduldeten schweren Prüfungen brachte das arme Weib um den Verstand, und in ihrem Wahnsinn schleppte sie die sterbenden Soldaten an den Beinen die schmalen Steintreppen hinunter, dass ihr Kopf auf den einzelnen Stufen aufschlug und sie unten mausetot waren. Die Leichen warf die Resel, die stark und kräftig war, in den hinter dem Bergmagazin damals befindlichen Steinbruch. So trieb's die Unglückliche von morgens früh bis abends spät. Am anderen Morgen aber wurde auch ihre Leiche gefunden, und zwar in dem benachbarten Weiher. Das schwere Herzeleid hatte sie ums Leben gebracht und in den Tod gejagt. Ihre arme Seele aber kann noch immer keine Ruhe finden und geht im Bergmagazin um in den Monaten, in denen damals all dies Unglück geschehen ist. Schon mancher hat sie gesehen in der Nacht beim Mondenschein, der in die Nähe des Bergmagazins gekommen ist.
(Aus:  Meiche, Sagenbuch des Königreiches Sachsen, Nr. 171, gekürzt)
Der in Bruchsteinmauerwerk aufgeführte viergeschossige Bau des Bergmagazins entstand im Jahre 1809 als Getreidespeicher. Seine Erbauung ist auf die Reformgedanken des Marienberger Bergmeisters Heinrich von Trebra zurückzuführen, der mit der Errichtung dieses Bauwerkes die Ernährung der Bergleute in Krisenzeiten sichern weilte.
Unmittelbar neben dem Bergmagazin befindet sich ein Grabmal für 8 österreichische, 4 preußische und 163 französische Soldaten, die 1813 im Marienberger Lazarett gestorben sind. Das Denkmal wurde 1863 errichtet.
Die Franzosen-Resel im Marienberger Bergmagazin
Quelle: „Sagenbuch des Erzgebirges“
Im Bergmagazin von Marienberg geht die Franzosen-Resel um. Sie kann keine Ruhe im Grabe finden, weil sie auf Erden ein gar so trauriges Los gehabt hat, dass sie zuletzt den Verstand verlor und sich das Leben nahm. Als junges Mädchen war sie nach Dresden gekommen in den Dienst einer vornehmen Frau. Dort ging es lustig zu, und Resel wurde von einem jungen Franzosen, in den sie sich verliebt hatte, verführt. Der zog bald darauf mit seinem Kaiser in den Krieg, und Resel kam wieder nach Hause, aber nicht allein, sondern sie brachte ein schwarzhaariges, schwarzäugiges kleines Mädchen mit. Alle schauten sie deshalb über die Achsel an und nannten sie die Franzosen-Resel. Selbst ihr Vater wollte sie nicht wieder in sein Häusel aufnehmen, tat's aber zuletzt doch auf Zureden des Pfarrers. Die Resel ernährte sich und ihr Kind schlecht und recht durch Botengänge und Krankenpflege. Daher kam es, dass sie auch, als 1813 nach den Schlachten in Böhmen verwundete Soldaten nach Marienberg gebracht wurden und das Bergmagazin Lazarett wurde, dorthin als Pflegerin ging. Sie trug aber von dort den Keim des Todes in das Haus ihrer Eltern. Diese starben ebenso wie das Kind der Resel schnell hintereinander, und auch im Bergmagazin verging kein Tag, wo es nicht Tode gab. Es war eine schwere Zeit, und die Resel war zuletzt der einzige Mensch, der die sterbenden Kriegsleute noch pflegte. Da wollte es das Unglück, dass Resel in einem gestorbenen Franzosen ihren einstigen Geliebten erkannte. Diese Tatsache in Verbindung mit den monatelang erduldeten schweren Prüfungen brachte das arme Weib um den Verstand, und in ihrem Wahnsinn schleppte sie die sterbenden Soldaten an den Beinen die schmalen Steintreppen hinunter, dass ihr Kopf auf den einzelnen Stufen aufschlug und sie unten mausetot waren. Die Leichen warf die Resel, die stark und kräftig war, in den hinter dem Bergmagazin damals befindlichen Steinbruch. So trieb's die Unglückliche von morgens früh bis abends spät. Am anderen Morgen aber wurde auch ihre Leiche in dem benachbarten Weiher gefunden. Das schwere Herzeleid hatte sie ums Leben gebracht und in den Tod gejagt. Ihre arme Seele aber kann noch immer keine Ruhe finden und geht im Bergmagazin um in den Monaten, in denen damals all dies Unglück geschehen ist. Schon mancher hat sie gesehen in der Nacht beim Mondenschein, wenn er in die Nähe des Bergmagazins gekommen ist.
(Anmerkung: Das Bergmagazin, ein viergeschossiger Bau aus Bruchsteinen, wurde 1809 als Getreidespeicher errichtet. Bergmeister Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra (1740 — 1819) wollte damit ein Vorratsgebäude für Krisenzeiten schaffen. In unmittelbarer Nachbarschan befindet sich seit 1863 ein Denkmal für 1813 im Lazarett verstorbene Soldaten aus der Zeit des Napoleonischen Krieges. 163 tote französische, 8 österreichische und 4 preußische Soldaten werden erwähnt.)
 
Zar Peter reitet auf dem Kupferhammer
Bergmannssagen
Das verschwundene Bergwerk im Theesenwald
Quell: „Die Blume vom Schlettenberg“
Im Jahre 1728 hatte Rutengänger Riese zu Erzgängen im Theesenwälder Gebirge, das zwischen Zöblitz und Olbernhau liegt, angegeben, und man hatte einige hundert Gulden aufgewendet, diese Züge erschürfen zu lassen, um Gewissheit zu haben. Man fing Röschen an, durch die Gebirge gebrochene Wasserläufe, man trieb einen Stollen nach den erschürften Gängen und suchte sogar Gewerken, welche diese Arbeit fortsetzen sollten. Allein noch fand sich niemand, der bloß auf  diese Anzeige der Rute hin sich damit einlassen wollte. Nun lebte aber ein Hufschmied zu Neudörfel, zwischen Ansprung und Olbernhau, den man schon längst verdächtigte, dass er gegossene Arbeit von einem Metall verfertigte, welches dem Silber gleichkomme. Er leugnete dies aber und wollte niemals zugestehen, dass er das Metall kenne, welches in seiner Fabrik verfertigt werde. Da führte der Zufall im Jahre 1735 den Richter von Ansprung gerade zu der Zeit in das Haus des Hufschmiedes, wo er mit Schmelzen beschäftigt war. Er wurde gefragt, was er schmelze, und gestand, dass er Stücke von dem im Theesenwalde am Wege stehenden Felsen abgeschlagen und in den Tiegel geworfen habe, um zu sehen, was daraus werde. Dies wollte aber der Richter gerade wissen. Der Schmied musste sich also entscheiden mitzugehen, um den Felsen zu zeigen. Augenblicklich wurde von diesem Wunderstein etwas abgeschlagen, vor die Schmiedeesse in das Feuer gebracht und zu einem Produkt geschmelzt, das wie Speise, ein Gemenge von Metallen und Halbmetallen, aussah. Die auf der Saigerhütte gemachte Probe ergab, dass dieses Produkt 128 Lot Silber und 60 Pfund Garkupfer enthielt. Um ein Lot Speise zu erhalten, musste man ein Pfund von dem Wunderstein einschmelzen. Das war ein guter Fund. Tages darauf mutete der Richter unverzüglich, und zwar gleich geviert Feld. In wenigen Tagen wurden 20 Mutungen beim Bergamt eingelegt. In vier Wochen stieg die Zahl auf 80, und 60 Lehnträger suchten ihr Glück und fast alle auf Geviert Feld. Wenn man die Rute nach Kupfer und Silber Schlagen ließ, war sie merkwürdigerweise fast gar nicht in die Höhe zu bringen. Man mochte auf dem Gebirge damit hingehen, wohin man wollte. Was war also sicherer, als dass das ganze Gebirge Silber und Kupfer sei musste? Alls lief  nun  nach dem Theesenwald, und es wimmelte von Leuten, die Erze in Haufen zusammenbrachten. Da machte man Proben im kleinen, einige gaben gar kein Gehalt, andere nur wenige Spuren von Kupfer. Man musste einsehen, dass nicht das ganze Gebirge aus Erz bestand, sondern nur gewisse graue und  braune Nester sich darinnen befanden, die freilich nicht ganz ohne Silbergehalt waren. Die schon halbbetrogenen Eigenlehner und Gewerken verlangten nun ein Probeschmelzen im großen, und es fand sich ein Schmelzer aus Beierfeld, in dessen Geschicklichkeit die Gewerke ihre letzte Hoffnung setzten. Die von Freiberg abgeschickten Hüttenleute mussten zurücktreten und den Fremden alles nach seinem Kopfe einrichten lassen. Aber die erste Probe ging schlecht. Die gestrengen Bergarten konnten nicht zum Fluss gebracht werden. Durch anderer Einrichtungen des Ofens und Gebläses und Zusetzung anderer Kiese von Katharinas Fundgrube zu Raschau und von Geyer wurde das Gemenge zwar in Fluss gebracht, doch fiel nicht mehr Rohstein davon und dieser auch nicht reicher, als geschehen sein würde, wenn auch ohne Zusatz von Theesenwälder Gebirgsarten die Katharinaer und Geyerischen Kiese für sich allein geschmelzt worden wären. Damit war auf einige Zeit das Geschrei vom Theesenwalde zu Ende, bis im Jahre 1752 sich noch ein Mann aus Bilina in Böhmen fand, der mit verdoppelter Geschicklichkeit im Schmelzen diese Theesenwälder Gebirgsarten dennoch mit Vorteil zu Gute machen wollte. Er verlangte die Erlaubnis zum Anlegen eines Ofens. Man erlaubte es ihm auch aber alles ohne Erfolg. So blieb es unentschieden, ob der Hufschmied durch sein Geständnis nur aus boshafter Absicht die ganze Umgebung geäfft hatte, was kaum glaublich war, oder ob er, um das Geheimnis seiner Nahrung zu bewahren, dieses Erzgeschrei veranlasst hatte oder endlich, ob die geheimnisvolle Macht der Berggeister edles Gestein in unedles verwandelt hatte, weil ihr Schützling sein Geheimnis ausgeplaudert Hatte. Dies war das Wahrscheinlichste, denn man hatte ja zuerst reiches Silber in den Gestein entdeckt.
(Aus: Blechschmidt, Die Silberne Rose, S240- 241)
Nach neusten Forschungsarbeiten von Lothar Riedel, Karl- Marx- Stadt, war der Theesenwald (Schreibweise heist: thesenwald oder Dösenwald) im 18 Jahundert über viele Jahre hinweg das wohl anziehendste und größte Bergbaugebiet in der Umgebung Olbernhaues.
Geschürft wurde vorwiegend auf Silber und Kupfer. Am 20 Nofember 1728 zeichnete Valerius Teucher nach Angaben des Rutengängers Valerius Buchwald den Gangreß des Theesenweldes. Er gibt 71 Erzgänge, einen Stollen und drie Mundlöcher an.
Aus den Jahre 1730 stammt eine Akte, nach der den Städten Zöblitz und Lengefeld verordnet wird, ihre Fassgroschengelder im Theesenwald zu verbauen. Die Freiberger Ausbeutebögen von 1739 bis 1800 wiesen nach, dass auf königlichen Befehl der „Tiefe Prinz Freidrich Stollen“ im unteren Theesenwald angelegt wurde. Innerhalb von 13 Jshren fuhr man ihn 492 m tief auf.
Die Kunde von den Silberfunden zog sehr viele Bergleute an. Heinrich von Terba schrieb dazu: „...war in Marienberg niemand mehr als Gewerke im Felde zu halten, um auf vernünftigen und siecheren  Wegen durch den Bergbau Reichtum zu suchen. Viele haben während der Jahre 1728 bis 1752 ihre Barschaft in die Anlegung von Sollen im Thesenwald gesteckt. Der Erfolg war dürftig. So endete dies Abenteuer mit bitteren Enttäuschungen“.
Währendbelegt ist, dass Mareinberger Silbergruben wegen des Theesenwaldes stillgelegt wurden, kann bis jetzt kein gütiger Nachweis erbracht werden, ob Erze dort gefunden wurden. Bei Forschungs- undx Erkundungsarbeiten konnten die verbrochenen Stollenmundlöcher des „Eichenbaum-“ und „Prins- Friedrich Stollns “ und deren Halden nachgewiesen werden. Im Juli 1983 wurde im ehemaligen oberen Theesenwald (Rungstocktal) ein weiterer Stollen  entdeckt, befahren und vermessen .
Die erste Sage entstammt einen „Aufstand vom Theesenwald vom 1./2. August 1728“, niedergeschrieben vom Vizebergmeister Conrad Hertwig. Dort wird auf den angeblichen Fundort der silbernen Zapfen, bei denen es sich durchaus um Gediegen Silber gehandelt haben kann, hingewiesen: „Als ich die Schürffe in Dehsenwald besucht, referirte mit Valerio Buchwald, Daniel Baltauf und Gottlieb Schöhnherr, wie das ein alter Mann aus der Sorgau zu ihnen gekommen, da Sie gleich einen Schurf ohnweit dem Brunnen gesezt, und gesagt: eizo werdet ihr bald ans rechte Orth kommen  ...Da sind zweene gelbe Zapffen rauß gewaschen...“ Jeremias Metzler ist 1634- 1642 als Pastor von Zöblitz nachweisbar.
Die zweite Sage hat ihren Ursprung in den Aufzeichnungen des berühmten Marienberger Bergmeisters Heinrich von Terbra. In der Überlieferung ist der Originaltext ergänst und verändert worden.
Bergmannssagen
Die Schätze der Burg
Quelle.“ Die Wunderblume vom Schlettenberg“
l. In den unterirdischen Gewölben der Ruine des Schlosses Niederlauterstein sollen drei Kessel stehen, jeder eine Elle hoch und breit, mit lauter gemünztem Golde gefüllt. In einem anderen Kessel liegen Edelsteine, Kleinodien von unendlichem Wert und eine goldene Krone aus den Zeiten der böhmischen Lehnsherrschaft.
Vor alten Zeiten ist ein Mönchlein aus Prag gekommen, in schwarzen Kleidern, klein von Person und hinkend. Dieser hat den Schatz heben wollen. Als er aber im Gewölbe war und die Schätze bereits vor sich sah, schrie er vor Erstaunen.
Die Gewölbe schlössen sich, und von ihren Kleinodien sowie von dem mönchischen Geisterbanner hat niemand wieder etwas bemerkt.
2. Einst ging eine arme Frau, welche Beeren gesucht hatte, des Abends nach Zöblitz zu.
Als sie die Ruine Lauterstein erblickte, sah sie auf der Höhe eine kleine Kapelle, deren Türe offenstand. Neugierig stieg sie hinauf, setzte ihr Kind, welches sie bei sich hatte, auf die Erde, ging in die Kapelle und erblickte hier in einem Kasten vor dem Altare gemünztes Gold. Sie raffte soviel davon in die Schürze, als sie tragen konnte. Freudevoll eilte sie damit nach Hause, ihr Kind und die Beeren vergessend.
Nachdem sie das Gold aufgehoben hatte, gedachte sie ihres armen Kindes.
Als sie atemlos wieder auf der Ruine ankam, war die Kapelle verschwunden, aber auch ihr Kind.
Jammernd und klagend ging nun das arme Weib täglich zur Ruine. Sie verwünschte das Gold und wollte es gar nicht wieder ansehen; das Liebste fehlte ihr ja - ihr unschuldiges Kind. So trieb sie es jahrelang.
Als sie nach drei Jahren an demselben Tage abermals mit verweinten Augen die Mauern der Ruine anstarrte, siehe, da zeigte sich die Kapelle wieder. Freudig eilte sie hinein und traf vor dem Altare ihr Kind schlafend an. Mit Entzücken preßte sie es an ihr mütterliches Herz und eilte mit ihm, ohne an den Schatz zu denken, "ach Hause.
Als sie den Berg hinunterging und sich umschaute, war die Kapelle verschwunden. Sie zog nun nach Böhmen, kaufte hier eine Grafschaft, gründete ein Kloster und tat von ihren Schätzen den Armen viel Gutes.
(Köhler, a.a.O., Nr. 300
Die Burg Lauterstein entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Diese Datierung ist eindeutig durch die Ergebnisse der archäologischen Grabungen unter Leitung von Volkmar Geupel nachgewiesen. 1434 ging sie in den Besitz der Feudalherren von Berbisdorf über (s.Lippersdorf). 1497 teilte sich das Feudalherrengeschlecht in die sogenannte ober- und niederlautersteinische Linie. Diese Fanlilienteilung zog eine Teilung der Burg durch eine Schiedsmauer nach sich, und jeder Burgteil erhielt einen eigenen Zugang. Bei den Schlössern Ober- und Niederlauterstein handelt es sich also nicht um zwei verschiedene Anlagen, sondern um die geteilte Burg. Die Teilung von Burg und Feudalfamilie führte mehrmals zu Verwirrungen in der Geschichtsdarstellung. Als „Oberlauterstein" wurde fälschlich immer wieder die Wehranlage auf dem Nidberg, auch Nidperg (siehe Zöblitz), angesehen.)
 
Bergmannssagen
Das Gespensterhaus von Olbernhau
Quelle:“Die Wunderblume vom Schlettenberg“
Der Gebäudeteil des Rittergutes, in dem sich jetzt die Museums „Haus der Heimat" befindet, hieß im Volksmund das Gespensterhaus. Im Obergeschoß befand sich das Gefängnis des Rittergutes, ein kleiner, fensterloser, düsterer Raum. Über der festen Tür soll zur Abschrekkung gestanden haben: „Tod, wo ist dein Stachel?
-Hier!"
Unheimlich wurde das graue Gebäude noch dadurch, dass zeitweilige Bewohner dann und wann nachts schlürfende Schritte treppauf, treppab, unerklärliches Gepolter, Jammern und Klagen anzuhören hatten. Die ehemaligen Gefangenen, die Gefolterten, die zum Tode Verurteilten gingen gespenstisch als Schemen in den Räumen umher. Manche meinten, dass auch die Kindesnmörderin dabeigewesen sei, die als letzte Frau nach jahrelanger Prozeßdauer in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hingerichtet worden war, und zwar auf dem Marktplatz, in nächster Nähe des Rittergutes. Sie hatte den Verstand verloren, sie jammerte durchdringend, doch das Schwert des Scharfrichters trennte ihr mit einem Schlage den Kopf vom Leibe. „Tod, wo ist dein Stachel?-Hier!"
(Die letzte öffentliche Hinrichtung auf dem Olbemhauer Marktplatz fand am 15. Juni 1770 statt. Die Deliquentin war Christiane Sophie Wilde, Tochter des Schmiedes von Böhmisch - Griinthal, die bei dem Rot- und Lohgerbermeister Ch. Trinks in Dienst gestanden und von ihm geschwängert worden war. Nach der Geburt hatte sie ihr Kind getötet. Unverständlich erscheint bislang die Tatsache, dass die Mörderin vier Jahre in der Olbemhauer Gerichtsfronfeste in Untersuchungshaft einsaß. Vermutlich wartete man auf eine Entscheidung des Leipziger Schöffengerichtes. Ein im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden vorliegender Aktenbestand konnte bisher noch nicht erschlossen werden. Ein Gefängnis ist in der Bausubstanz des ehemaligen Rittergutes nicht zu ermitteln, vielmehr befand sich das „Gerichtshaus", das man im Volksmund auch „Fronfeste" nannte, im Bereich der heutigen inneren Grünthaler Straße. Baldauf, Seiffen, bemerkt dazu, daß die Kindsmörderin Wilde wohl doch in der „Fronfeste", einem nicht mehr stehenden Haus, heute Griinthaler Straße 5, eingesessen habe. Bedenke man doch, daß das alte Rittergutsgebäude, welches mehr zum Markt hin stand, am 2.11.1767 (drei Jähre vor der Hinrichtung der Wilde) abbrannte. Die Inhaftierte wäre daraufhin einige Zeit „obdachlos" gewesen, bis das neue Gebäude unser heutiges Museum, besagtes Gespensterhaus an jetziger Stelle wieder aufgebaut war.)
Bergmannssagen

Die Schwarzkünstler aus dem Heinzewald
Quelle:“ Die Wunderblume vom Schlettenberg“
Besagter Michael Heibig suchte 1746 „wegen Mangels an Brethbäumen" beim Kurfürsten um die Erlaubnis nach, einen Mahlgang anlegen und Brot zum Verkauf backen zu dürfen. Das Gesuch wurde gegen Entrichtung eines jährlichen Erbzinses von einem Taler und sechs Groschen genehmigt.
Michael Heibig soll die geheime Kunst des Festmachens verstanden haben. Einst drangen des Nachts drei Männer mit geschwärzten Gesichtern in die Mühle ein und verlangten Geld. Der Müller hieß sie am Tische Platz nehmen. Dann stellte er eine Backschüssel voll Taler vor sie hin und sagte: „Nun greift zu!" Indes - sie konnten nicht. Er hatte sie festgemacht. Nun holte er einen Knotengepechwisch (die äußeren Schalen vom Flachse) und wusch seinen nächtlichen Besuchern den Ruß ab. Da kamen zu seinem Erstaunen ganz bekannte Gesichter aus der Umgebung zum Vorschein. Zu dem einen sagte er: „I nun Gevatter, du auch dabei?" Dann verteilte er drei kräftige Ohrfeigen gleichmäßig unter sie und jagte sie hinaus.
August Friedrich Heibig soll, wie sein Vater, die Kunst des Festmachens verstanden haben, aber er scheute sich, sie anzuwenden. Als ihm mehrmals Flachs gestohlen worden war, sagte seine Frau zu ihm: „Ich dachte, du hättest etwas dagegen, aber ich glaube, du kannst nichts." Wenige Tage später weckte der Müller frühzeitig sein Weib und sagte: „Wenn du etwas sehen willst, dann komme zur Schneidemühle." Die Frau kam und sah einen Mann stehen, unbeweglich, unter jedem Arm ein Bündel Flachs. Auch dieser „gute Bekannte" wurde durch eine Ohrfeige aus dem peinlichen Zustand erlöst. Er ließ die Bündel fallen und lief davon. Um seine Hühner, Enten und Gänse vor dem Fuchs zu schützen, tat der Müller alljährlich folgendes: Er sammelte an den drei heiligen Abenden die Brosamen vom Familientisch.
Zur Fastnacht frühzeitig ging er auf den Teichdamm, streute die Krumen aus und rief dabei laut:„Hier, Fuchs, hast du das Deine, lass mir das Meine!"
So weit der Schall des Rufes drang, so weit reichte angeblich der Bannkreis.
(Aus: Skolle:Die Buschmühle im Heinzewald, Lengefeld1929)
Der Mord in der Brettmühle
Ein alter Kutscher aus der Gegend erzählte:
„Hier ist früher eine Brettmühle gewesen: Ich
habe sie selber nicht gesehen, ich habe auch den
Teich nicht mehr gesehen, aber daß eine Säge-
mühle hier mitten im Walde gestanden haben
soll, das habe ich nicht nur von meiner Groß-
mutter gehört, sondern auch andere Leute haben
das gewußt.
Dem letzten Müller, der hier gewohnt hat, ist es
schlecht ergangen, den haben die Wildschützen,
weil er sie an den Förster verraten gehabt, in der
Nacht überfallen, auf einem Baumstamm, der
auf dem Wagen seiner Sägemühle befestigt war,
festgebunden, so daß er sich nicht mehr rühren
konnte, und dann den Schützen gezogen, daß
die Säge in den Gang kam und den Müller mit-
ten entzweigeschnitten hat. Der Sägemüller war
ein alter, alleinhausender Junggeselle, und seit-
dem ist die Mühle verfallen". (85)
(Ernsteres und Heiteres aus den Erzgebirge, H.Thümmler Verlag, Chemnitz 1929
Titel geändert, leicht gekürzt)
Bergmannssagen
Der Hammerschmied und der Teufel
Quelle: “Die Silberne Rose“ Greifenverlag zu Rudolstadt
Der Bergbau braucht seine Nebengewerke, das sind die Pochwerke, die Schmelzhütten und die Hammerschmieden. Geht's im Bergwerk schlecht, dann leiert's auch in den Nebengewerken. Sie sind wie durch eine Nabelschnur an das Bergwerk gebunden. Und so gibt's auch welche, die bald im Bergwerk, bald im Nebengewerke zu finden sind, wie's ebengerade so kommt.
Da war einer, der arbeitete in der Fabrik in Bilimbai, Eigentlich fiel er durch nichts auf, er war ein ganz gewöhnlicher Mensch, aber ein Meister in seinem Fache. Der war schon überall gewesen, und wenn er anfing aufzuzählen, konnte es einem schwindeln. Er ist in den Bergwerken um, hergekrochen und hatte am Frischhammer gearbeitet. Das Frischeisen packte er, wie das kein anderer konnte. Auch am Hochofen hat er gestanden und war überall dort, wo es galt, mit Feuer umzugehen.
Das machte ihn weit und breit verdächtig. „Einer wie der' verkehrt mit dem Teufel!" Na, und was die Leute,einmal reden, das hängt fest und läßt sich nicht wieder abschütteln.Eines Tages war er aus der Fabrik verschwunden, war wie weggeblasen. Auch das verwunderte die Leute. Ein Mann wie der, voller Kraft und Saft, und entlassen?
Was er danach tat? Die Leute hatten's bald heraus. Und nun möchte man wieder staunen. Er betrieb einen kleinen Bergbau und suchte nach Erzen. Etwa nicht nach gewöhnlichen. Er suchte nach Gold. Jawohl, nach purem Gold! Und dabei fand er auch eine reiche Stelle. Sie mußte nur so schütten. Wo sie war, das behielt er für sich.
Dann war er wieder da, arbeitete in der Fabrik, baute sich nebenher ein Häuschen, und wenn man seinem Nachbarn glauben darf, lebte er mit seiner Frau friedfertig und in Eintracht. Sein Sohn arbeitete als Hammerschmied in der Fabrik, war bärenstark und immer lustig. Und kam's einmal zur Prügelei, dann war er immer ganz vome. Das hatten die Leute von der Fabrik gerne. So einen Burschen mochten sie, aber den Vater konnte keiner ausstehen.
Kam's darauf an, trank der Junge seine halbe oder achtel Flasche, indessen der Alte einen Bogen um Gefäß und Wirtshaus machte. Und sagte einer gar noch zu ihm:„Mach's mit des Teufels Mutter", da wurde er leichenblaß und meinte: „Das würde ich für mein Leben gerne, aber sie läßt mich nicht zu sich, denn sie ist eine hochgeboreneFrau."
Der Mann war indessen alt geworden. Da versetzten ihn die Herren der Fabrik an den Wasserhammer. Dort war es für Junge nichts, und noch weniger für Alte. Die Arbeit war eine Schinderei. Doch die Leute mußten sich nur wundem, denn deckte der Alte an Sonn- und Feiertagen das Rad zu, arbeitete der Hammer weiter und weiter. Und da wußten's nun auch die allerletzten: Er arbeitet für ihn! Dabei hatten einige längst entdeckt, daß der Alte an die Giebelseite seines Hauses einen Teufel gemalt hatte. Mußte er morgens daran vorüber, verneigte er sich vor dem Bild und schwang danach den Hammer so, als wollte er damit jemanden erschlagen. Und das ging alle Weile so.
Als der Alte den Tod spürte, ließ er seinen Sohn kommen. Und dem sagte er: „Ich werde bald sterben. So höre, mein lieber Sohn. Viel zu sagen habe ich nicht. Eines nur bitt ich dich: Auch wenn ich nicht mehr bin, vergiß das Väterchen Teufel nicht. Bevor du zur Arbeit gehst, verneige dich vor ihm und schwinge danach den Hammer. Das gefällt dem Teufel. Tust du das nicht, wirst du kein Glück im Leben haben." Und weil der Sohn spürte, es waren die letzten Worte des Alten, versprach er, so zu handeln, wie ihm geheißen.
Von da an machte er jeden Morgen der Fratze seine Aufwartung, verbeugte sich und wirbelte danach den Hammerimmer so durch die Luft, daß er ihr eins versetzte. An einem Tag aber geschah es mit solcher Wucht, daß ein Stein aus der Mauer brach und ein Loch entstand. Und siehe da! Man soll's nicht glauben: Aus dem Loch heraus fuhr der Teufel! „So und so", sagte er, „weshalb schlägst du mich, statt mir deine Ehrerbietung zu erweisen? Das sollst du bereuen! Dein Leben lang wirst du Not leiden!"
Da lachte der Bursche und meinte, das müsse er so und so, und überhaupt sei das alles nur leeres Gerede. So kam es zu einem heftigen Wortwechsel, bis das der Bursche sagte: „Ehe du dich heiser schreist, mache das, was ich nicht machen kann, dann will ich dich loben und achten. Siehe, dort humpelt ein altes Weib daher. Mach sie jung und so, daß sie springen und tanzen kann!"
Das ließ sich der Teufel nicht zweimal sagen. Sogleich sammelte er tausend verschiedene Krauter, kochte daraus ein Süppchen von dunkelblauer Farbe und flößte es dem Weibe ein. Kaum hatte sie zwei Schluck genossen, warf sie den Krückstock fort, klatschte in die Hände und lief in Windeseile auf und davon.
„Na?" nieinte der Teufel. Der Bursche sagte aber: „Das bringe ich allemal. Ich will dir schon ein Tränklein reichen, daß du läufst, weit schneller als ein Hase. Aber, mache mir jetzt, daß unser Gastwirt mich mit Kußhand grüßt und kommt, um mich nach Brot zu bitten." Auch das wollte der Teufel besorgen. Huschdihusch, war er fort, um seine Verrichtungen zu machen.
Und in der Tat. Bald wußten's die Leute, daß der Gastwirt völlig zum Bettler geworden war. Über Nacht hatten sich welche in der Wirtsstube geschlagen, und als er nach Hilfe gelaufen war, das ganze Haus ausgeräubert.
Da sagte der Bursche: „Ich bin kein Feigling.. Gewiß kann ich das auch. Aber bringe es fertig, aus unserem Fabrikherrn, dem Blutsauger, einen Menschen zu machen. Wenn dir das gelingt, dann will ich für ewig dein Freund sein." Doch so sehr sich der Teufel auch mühte. Er brachte alles mögliche zuwege, doch das nicht. „Nein", sagte er, „ich will tun, was du auch immer willst, aber aus einem Fabrikherrn einen Menschen zu machen, das geht über meine Kräfte“. Damit verschwand der Teufel und wurde nimmermehr gesehen.
(UdSSR Bilimbai Uralgebiet)
Bergmannssagen
Der Ottemkönig im Reitzenhainer Wald
Qwelle: „Sagenbuch des Erzgebirges“
Altis- Verlag GmbH, Berlin 1995
Die Beerensammler um Reitzenhain und Sebastiansberg erzählen vom Otternkönig, der ein goldenes, glückbringendes Krönlein trägt und über das ganze Natterngezücht herrscht. Er hat die Gewohnheit, aus einer Quelle zu trinken und in ihr zu baden. Weiß man die Stelle und breitet dort ein weißes Tuch aus, neben das man eine Schüssel mit Semmel und Milch stellt, so legt der Otternkönig sein Krönlein während der Mahlzeit auf das Tuch. Wenn man Glück hat, kann man es erhaschen.
Um den Otternkönig anzulocken, muß man sich im Mai um Mitternacht auf die Heide begeben. An einem Ort, auf den kein Mond schein fallt, breitet man dann ein weißes, frisch gewaschenes Tuch aus. Die weiße Farbe lockt den Ottemkönig an. Er legt die Krone auf das Tuch, denn sie ist ihm beim Spiel hinderlich. Jetzt heißt es, rasch das Tuch mit der Krone ergreifen und gegen Sonnenaufgang davonlaufen. Man darf sich aber auf keinen Fall umdrehen. Denn wer zurückblickt oder eine falsche Wegrichtung einschlägt, der ist verloren. Dann eilen sämtliche Nattern auf das Pfeifen ihres Königs herbei und umringen den Verfolgten. Sie spritzen Gift auf ihr Opfer, bis es unter dem Pesthauch erstirbt. Freilich, wem das Wagnis gelungen ist, der hat sein Glück gemacht. Das Krönlein verhilft ihm, in die Tiefe der Erde zu blicken und verborgene Schätze zu entdecken. Die Erd- und Luftgeister sind ihm Untertan, und alles geht ihm nach seinem Wunsch.
Einmal gab der Otternkönig seine Krone sogar freiwillig. Arme Leute hatten sich sorgenvoll zu Bett begeben, als sie ein Geräusch hörten. Plötzlich drang aus der Wand eine Schlange mit einer strahlenden Krone auf dem Kopf. Sie kroch zum Tisch, legte dort ihre Krone ab und verschwand wieder. Das Kleinod wurde für die ganze Familie zum Unterpfand des Glücks. Aus dem Gold der Krone ließ man die Eheringe für die Kinder und deren Nachkommen machen, und der Zaubersegen wird so lange fortbestehen, als noch solch ein Ring vorhanden ist.
Bergmannssagen
Quelle: „Die Blume von Schlettenberg“
3 erweiterte Ausgabe 1995
Der Riese Schlori
1. In alten Zeiten lebten am Schellenberg der Riese Schlori, sein Bruder Sachse und seine drei Söhne, genannt der Wilde, der Hohe und der Wolf. Zwei Töchter, eine schöner als die andere, nannten sich Zschopau und Flöha. Die Riesen herrschten über Berge, Felsen, über Wälder, über das Wasser, über das ganze Land. Mit ihren Riesenkräften gestalteten und formten sie besonders die Landschaft um den Schellenberg, weil es ihnen dort am besten gefiel. Es wird erzählt, dass ein Faustschlag genügte, und schon sprang eine Quelle aus dem Berg und wurde zum Bach.
2. Einmal suchten Schlori und Sachse Silber und Gold im Berg, da wurde es in der Gegend laut. Menschen zogen herbei, die sich eine neue Heimat suchten. Die Riesen betrachteten mit Wohlgefallen, wie die Menschen Bäume fällten und Hütten bauten, wie sie Felder anlegten, säten und ernteten, wie sie Wagen zimmerten und Töpfe formten. Doch mißfiel es ihnen sehr, daß sich Räuber einschlichen, die, ohne zu arbeiten, leben wollten, indem sie andere überfielen, ausraubten und ermordeten. Zu diesem Zweck hatten sie sich eine Burg errichtet.
3. Einmal schwärmte die Räuberbande aus, um die Siedler auszuplündern. Bald befanden sich viele Menschen in tödlicher Umzingelung, dageriet der Riese Schlori in Wut. Mit einem Faustschlag machte er die Räuberburg dem Erdbodengleich, dann setzte er seinen riesigen Fuß auf die Räuber und zertrat die meisten. Zwei Taugenichtsen, die fliehen konnten, schleuderte er zwei Felsen hinterher, unter denen sie begraben wurden. Schlori konnte sich gar nicht beruhigen. Er schlug zweimal in den Wald, so dass zwei Flüßchen entsprangen. Als die Räuber vernichtet waren, stellte Schlori seine Söhne als Wachposten auf. Der Wilde sollte das Flüsschen Trübe bewachen, der Wolf das Flüßchen Hahnund der Hohe das Land ringsherum. Jahrhundertelang stand jeder an seinem Platz und sicherte den Frieden um den Schellenberg.
4. Die Siedler waren dankbar, daß Schlori sie von den Räubern befreit hatte. Sie wählten ihn zu ihrem Schutzpatron. Doch sie fürchteten den Riesen auch. Wenn Kinder ungehorsam waren, wenn jemand log oder etwas Böses tat, dann sagte man in den Dörfern ringsherum: „Nimm dich in acht, der Schlori kommt! Er wird dich bestrafen!"
5. Schlori und seine Verwandten schützten die fleißigen und guten Menschen und bestraften
die Bösen. So ging es Jahrhunderte lang. Doch auch die Riesen werden alt und grau. Allmäh-
lich ging ihnen der Atem aus, und sie verwandelten sich in Stein. So sieht man Schloris söh-
ne noch heute in der Landschaft stehen als Wildenstein, Hohen Stein und Wolf Stein. Schlori
selbst wollen die Leute aus Grünhainichen später noch gesehen haben, jedoch alt und zer-lumpt. Wo er zu Stein geworden ist, kann keiner sagen. Von Schloris Bruder Sachse fehlt ebenfalls jede Spur, während man die Töchter Zschopau und Flöha noch in den gleichnamigen Flüssen erblicken kann.
(Nach einem Vorabdruck von Klaus heim, Wolgast, überarbeitet von Wolfgang Buschmann, Zöblitz.)
Bergmannssagen
Vom großen Teich in Heidelberg
Quelle:“Die Wunderblume vom Schlettenberg“
Es ist schon etwa 350 Jahre her, dass im Seiffener Ortsteil das Wasser der umliegenden Höhen zu einem Bergwerksteich angestaut wurde. Viel Wasser wurde benötigt für die Zinnwäschen und Pochwerke und - nach dem Niedergang des Zinnbergbaues - für die neuentstandenen Drehwerke der Spielmacher, die im Seiffener Tal arbeiteten. Dieser Stau sollte helfen, die sommerliche Wasserknappheit zu überwinden. Von Mund zu Mund mag im Dorf weiter erzählt worden sein von der zerstörerischen Überflutung, die beim Dammbruch dieses Teiches vor vielen Jahren entstanden war (das war 1848 oder kurz vorher). Diese Erinnerung wird wohl zwei einheimische Unholde angestachelt haben, mit geheimnisumwitterten Mitteln einen neuerlichen Dammbruch zu inszenieren. Nicht überschauend, was das Gelingen der Untat für eine Katastrophe hervorrufen würde, schlichen sich bei Nacht und Nebel der „Tischlerfritzlieb" und der „Lorenkempe" zu dem voll angestauten Teich und schütteten „Quacksilber" auf die stille Wasserfläche! Dem Quecksilber schrieb man damals zerstörerische Kräfte zu. Aber sei wie es sei, der Damm brach! Das war an einem Märztag des Jahres 1868. Plötzliche Schneeschmelze war wohl die Ursache für das Unglück. Die Flut teilte Seiffen in zwei Teile. Totes Vieh wurde angespült, in einem später abgerissenen Drehwerk in der Nähe der heutigen Fachschule mußten Schweine und Ziegen auf den Dachboden gebracht werden und beim Hoffmann- Bäck schwammen die Brote im Backofen. Viele Einwohner erlitten großen Schaden, glücklicherweise waren keine Menschenleben zu beklagen.
(Aufgeschrieben von Karl Graupner, Falkenbach Nach mündlichen Quellen)
Gegen Ende des Bergbauprojektes 1999/2000 baten wir alle ABM-Teilnehmer um ihre persönliche Einschätzung zu Verlauf, Ergebnissen und weiteren Vorstellungen.
Einschätzung-Projektverlauf



Gruppe Marienberg
Gruppe Marienberg umfaßt folgende Orte bzw. Ortsteile:
Marienberg                 mit Gebirge, Gelobtland, Hüttengrund, Lauta, Lauterbach, Niederlauterstein, Wüstenschlette
Hirtstein                      mit Kühnhaide, Reitzenhain, Rübenau, Satzung
Pobershau                   mit Amts- und Ratsseite, Rittersberg
Am Anfang standen Ortsbesichtigungen bzw. ein Bekanntmachen mit dem gesamten Recherchegebiet im Vordergrund unserer Arbeit, da teilweise die einzelnen Orte nur vom Durchfahren bekannt waren. Für die nachfolgenden Recherchen waren die Ortskenntnisse sehr wichtig.
Die umfangreichen Recherchen wurden entsprechend des Handmaterials durchgeführt und im PC eingegeben. Gespräche mit Ortschronisten, alten Bergleuten, Fremdenverkehrsämtern und Kirchenvertretern wurden zeitweise über mehrere Monate geführt und dauern heute noch an, da sich im Laufe der Zeit immer neue Fragen und Erkenntnisse ergeben.
Es wurden auch Gespräche mit Professoren der Bergakademie Freiberg geführt.
Im Verlaufe der Recherchen wurde festgestellt, daß eigenes umfangreiches Wissen die Recherchetätigkeit erleichtert und die Gesprächsbereitschaft der recherchierten Personen erhöht.
Um das eigene Wissen zu vervollständigen wurden Literaturrecherchen durchgeführt, insbesondere Literatur von W. Bogsch, Prof. Wagenbreth und P. Roitzsch.
Interessantes Material liegt in den entsprechenden Archiven. Sehr viel Archivgut liegt in altdeutscher Handschrift vor, welches natürlich enorme Probleme beim Lesen mit sich bringt und Zeit kostet.
Infolge des Umbaus des Bergarchivs Freiberg konnte hier nicht weiter gearbeitet werden. In diesem Archiv liegt noch reichhaltig Material zur Einsichtnahme. Angefangene Recherchen konnten nicht beendet werden.
Nach den anfänglichen Ortsbesichtigungen wurden gezielte Recherchen mit Fotos und teilweise mit Videoaufzeichnungen durchgeführt. Videoaufzeichnungen erfolgten entsprechend unseres Kenntnisstandes.
Besichtigungen des Gläserstollns und des Molchner Stollns vervollkommneten unseren Wissenstand.
In der Bergbauagentur Zöblitz wurden umfangreiche Fotos angefertigt über alte Bergbautechnik, Geleuchte, Mineralien etc.; zum Serpentinfest im Juni wurden wir von Hr. Richter zu weiteren Fotoaufnahmen eingeladen.
Ein Bergmann i.R. (Hr. Lippmann) stellte uns seinen Fundus zu Fotoaufnahmen zur Verfügung. Hier wurden sehr viele Mineralien fotografiert, die er selbst gefunden und bearbeitet hat. Weitere Personen stellen uns ebenfalls noch ihre Mineraliensammlung zur Besichtigung und zum Fotografieren bereit.
Weiterhin wurde eine ACCESS-Archivdatenbank sowie eine Grubendatenbank mit z. Z. 909 Gruben, Stolln, Zechen angelegt, davon sind über 500 Eintragungen allein aus unserem Recherchegebiet. Das dazu verwendete Programm ACCESS wurde im Selbststudium gelernt.
Im Mineralienarchiv wurden nur die aussagefähigsten Mineralien aufgenommen.
31.05.2000                                       M. Kreher
Mattias Kreher
Einschätzung-Projektverlauf



Analyse von Thea Beier
 
31.05.2000
 
 
Die Recherche der Gruppe Marienberg wurde unter Beachtung der Themen Gruben, Hinweis auf Literatur, Pochwerke, Hütten- und Schmelzwerke , Straßen und Wege , Gebäude, Wismut, Technische Einrichtungen, Kirchen, Tradition, Persönlichkeiten in Verbindung mit dem Bergbau, Knappschaften, Museen (Ausstellungsstücke Bergbau), Denkmale, Nutzermarktforschung. durchgeführt.
 
Eine personelle Teilung dieser Analyse kann ich nicht befürworten, weil es den Inhalt der Arbeit entstellt. Das Ziel der Arbeit war die gemeinsame Schaffung eines Digitalen Archives der Sach- und Zeitzeugen des Bergbaus in MEK und nicht aufzulisten, was jeder im einzelnen für Tätigkeiten ausgeführt hat.(Diese sind in den Wochenplänen jedes einzelnen einzusehen)
 
 
Am Anfang war sehr wenig Material vorhanden, so das jeder versuchte durch die Nutzung von privaten Büchern und anderen geliehenen Material die Arbeit voranzutreiben. Kartenmaterial war nicht vorhanden und den Mitgliedern fehlte zum größten Teil auch die Ortskenntnis. So wurde in der Anfangszeit die Konzentration auf das Kennenlernen der Orte gelegt, hierbei wurden Gespräche mit Ortschronisten als vorrangig angesehen. Wir sahen diese Ortsrecherchen für sehr wichtig an, um die nachfolgenden Termine effektiv zu gestalten. In weiteren Gesprächen mit den Ansprechpartnern hatte sich dies dann auch sehr bewährt. Die Recherche wurde zum größten Teil zu zweit durchgeführt. In Gesprächen mit unseren Partnern stellten wir immer wieder fest, dass sich dies bewährte
 
 
Im Rahmen der Recherche nutzten wir nachfolgend aufgeführte Archive und Einrichtungen:
 
Stadtarchiv Marienberg
 
Denkmalbehörde Marienberg
 
Superintentur Marienberg
 
Stadtarchiv Zschopau
 
Bergarchiv Freiberg
 
Museum Marienberg
 
Museum Schneeberg
 
Landesstelle für Völkerkunde Schneeberg
 
Bergbauagentur Zöblitz
 
Fremdenverkehrsamt der Stadt Marienberg mit seinen Ortsteilen
 
Fremdenverkehrsamt Pobershau
 
Schaubergwerk Molchner Stolln Pobershau
 
Gläser Stolln Hüttengrund
 
Priv. Mineraliensammlung von Herrn Lippmann Gebirge
 
Kirchen der Orte Marienberg, Lauterbach, Rübenau, Kühnhaide, Satzung, Zschopau, Pobershau,
 
Kreisergänzungsbibliothek Marienberg
 
Stadtbibliothek Zschopau
 
Wir nahmen am Bergfest in Pobershau, Berggottesdienst, Bergquartal Marienberg auf Einladung teil.
 
Eine sehr große Hilfe bei allen Fragen des Bergbaus war uns Herr Herbert Lippmann aus Gebirge ,Herr Schubert aus Marienberg, sowie Herr Richter aus Zöblitz.
 
Vor und während der Recherche machten wir uns vertraut mit bergbaulichen Eigenheiten, Videotechnik, Computer, Tonaufzeichnung und altdeutscher Schrift. Die Altdeutsche Schrift stellte für uns speziell im Freiberger Archiv ein Problem dar.
 
 
Die Recherchen in den Archiven zogen eine langanhaltenden Verarbeitung am PC nach sich.
 
 
So wurde durch die Gruppe  529 Gruben, 37 Poch und Hüttenwerke in 15 Orten und Ortteilen mit 115 Aufzeichnungen per Ende Mai 2000 erfasst.
 
Videoaufzeichnungen wurden angefertigt von Pobershau Berggottesdienst und Bergfest, Kirche Marienberg, Kühnhaide Ortsansichten, Satzung Schürfgräben, Gedenkfeier Kiesholz Lauta, Grüner Graben Pobershau- Kühnhaide, Marienberg Stadt.
 
Nach dem Besuch des Bergarchives Freiberg wurde der Aufbau und der Inhalt des Archives zur Arbeitsberatung die gesamte Projektgruppe informiert.
 
Umfangreiche Buchrecherche führte zur verstärkten Eingabe in den PC nach der Gliederung des Handmaterials.
 
 
Offene Fragen sind noch in allen Orten und Ortsteilen abzuarbeiten(siehe PC 4)
 
Recherche- Material ist noch weiter im PC einzugeben.
 
z. B. Ortschronik Lauterbach, Ortschronik Lauta, Zeittafel Teil 1 und 2, Bergbau im Erzgebirge v. Wagenbreth, Marienberger Bergbau in der ersten und zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Ortschronik Pobershau usw.
 
Die oben angeführten Archive und Einrichtungen sind weiter aufzusuchen .
 
Über die Orte Satzung , Reitzenhain, Kühnhaide und Rübenau wurden wir immer wieder darauf hingewiesen, dass viel Material auch deutschsprachig in Tschechischen Archiven lagern.
 
 
Zur Erstellung eines Grafikarchives als Teil des Digitalen Archives wurden gezielt Aufnahmen in großer Zahl angefertigt, um die Sach- und Zeitzeugen des Bergbaus im Bild festzuhalten.
 
In den letzten Monaten beschäftigten wir uns verstärkt mit der Erstellung einer Präsentation am PC zum Thema „Drei Brüder Höhe“ Lauta. Dies bedeutete wieder einen Zeitverlust bei den eigentlichen Recherchen im Gebiet
 
 
Informationen zu anderen Gebieten wurden an andere Mitglieder der ABM weitergeleitet und somit auch festgehalten.
 
 
 

Thea Beier
Einschätzung-Projektverlauf


Arbeitsbericht Heidrun Zimmermann
Am Anfang: Erkundung des Recherchegebietes Olbernhau (Haselbach, Dörnthal, Pfaffroda, Dittmannsdorf, Sayda, Seiffen, Grünthal, Oberneuschönberg, Kleinneuschönberg, Niederneuschönberg, Hirschberg, Deutschneudorf, Deutschkatharinenberg, Brüderwiese, Deutscheinsiedel, Bad Einsiedel, Blumenau, Heidersdorf, Hallbach,Rothenthal.
-Erfassung von Recherchegebieten und Einstieg über das Stadtarchiv Olbernhau in die Materie.
Aufarbeitung von Chronikmaterial über Olbernhau v. Paul Roder +;
daraus ergeben sich neue Rechercheziele über die Stadt hinaus und Textmaterial, welches für die Eingabe in den Computer vorgesehen ist.
- Erfassung von Wegen und Straßen bergbaulichen Ursprungs anhand von Archivmaterial und aus Landkarten (im gesamten Gebiet MEK).
Recherche in den Naturschutzgebieten Bärenbachtal und Rungstocktal.(Fotos)
Kontaktaufnahme zu Ortschronisten: Olbernhau  -  Frau Kurz, Herr Lichtenberger(Wegewart)
                                                                                Herr Raimund (Naturschutzbeauftragter)
                                                           Dörnthal     -  Herr Herrmann
                                                           Pfaffroda    -  Herr Ruscher
                                                          Seiffen        - Frau Wagner
                                                           Sayda          -  Herr Krönert, Herr Dietel
                                                     Deutschneudorf-  Herr Roscher
                                                    Grünthal            - Herr Hujer (Saigerhüttenverein)
                                                    Olbernhau         -  Herr Kempe(Bergbauverein)
Suche nach alten Mundlöchern und Erfassung in Fotos:
- Seiffen            ungef. 15 Gruben gefunden
- Mortelgrund       „        3      „            „
Deutschndorf       „        4      „             „
Olbernhau           „         3     „              „
Einige alte Stolln aufgesucht:     Deutschkatharinenberg        Fortuna – Stolln  Rundgang
                                                   Olbernhau                            Haubold – Stolln  Rundgang
                                                          „                                    Hilfe-Gottes-Erbstolln
Erfassung der Saigerhütte Grünthal                Literatur
                                                                       Rundgang
                                                                       Fotos
                                                                       Interviews
                                                                       Archiv-Mat.
                                                                       Gespräch mit Hüttenarbeiter
Erfassung des Kunstgraben-Systems vom Freiberger Bergbau        Archiv RWA Dörnthal
                                                                                                          Archiv Sayda
                                                                                                         Archiv Pfaffroda
                                                                                                          Fachliteratur (Wagenbreth)
                                                                                                         Fotos aller Anlagen
                                                                                                          24 Mundlöcher
                                                                                                         04 Gräben
                                                                                                          03 Teiche
Hauptarbeit; meiste Recherchezeit jahreszeitlich bedingt
Erfassung des Bergbaulehrpfades von Seiffen                                  Schrift
                                                                                                          Fotos 20 Stationen
Archive:         4mal    Stadtarchiv Olbernhau bis Dez. 99
                      1mal    Kreisarchiv Marienberg  Jan.00
                      1mal    Bergarchiv Freiberg Nov. 99
                      1mal    Staatsarchiv Dresden, Außenst. Chemnitz Jan. 00
                      2mal    Untere Denkmalbehörde Marienberg Jan. 00
Fotos:             11 Filme über Recherchegebiet und Straßen lt. Fotoliste im Computer fertig
                      Nr. 17, 30, 31, 35, 43, 44, 85, 86, 87, 88, 90
                      weitere 2 Filme noch in Arbeit
Bücher:          „Von der Saigerhütte zum Kupferhammer“
                      „Vom Ahornberg zum Sternmühlental“
                      „Auf Wilder Wurzel“
                      „Zeittafel I und II „
                      „Heimatblätter“ aller Jahrgänge
                      „Der Freiberger Bergbau“ Technische Denkmale und Geschichte
                      „Flurnamen im Erzgebirge und seinem Vorland“
Bearbeitung:    Fotos scannen
                        Bildbearbeitung für Präsentation Kunstgraben
                        Entwerfen von Texten und Tonaufnahmen für Präsentation Kunstgraben
                        Mitarbeit bei der Erstellung d. Power-Point Präsentation Kunstgraben
                        Ausarbeitung und Bearbeitung der EU – Chronik Präsentation
Datenbank:       Excel Tabellen und Word-Dateien zum Thema „Wege und Straßen“
                         dazu Beschreibungen und Fotos
                         Textmaterial über Geschichte und Altstraßen des MEK
                         (es existieren vom Gebiet Olbernhau und Umgebung fast von allen Straßen
                         Fotos, welche aber aus zeitlichen Gründen noch nicht eingearbeitet sind.
Von allen Orten ist noch archiviertes Material vorhanden, welches noch nicht digitalisiert wurde.

Heidrun Zimmermann
Einschätzung-Projektverlauf


Analyse der Tätigkeit Ulla Wendrock Gruppe Marienberg

 
 
 
Ich möchte meine Tätigkeit im 1.ABM Jahres analysieren.
 
Als Ziel hatten wir uns gesetzt, ein digitales Archiv der Sach- und Zeitzeugen des Bergbaus des Mittleren Erzgebirges aufzubauen. Ich bin der Meinung, daß wir schon einige wichtige Grundlagen erarbeitet haben. Unser Archiv ist aber zur Zeit für den Nutzer noch nicht relevant.
 
Die Datenbank zur Verknüpfung der einzelnen Sachverhalte hätte schon im Februar 2000 zum Einsatz bereit sein müssen, um eine Archivierung vornehmen zu können.
 
Sie bildet eine objektive Voraussetzung und muss zukünftig zu einem wichtigen Arbeitsmittel werden, um unsere einzelnen Daten benutzerfreundlich zu gestalten.
 
Fragt ein Nutzer nach einer bestimmten Grube, so müssen wir sofort über folgende Fragen Auskunft geben können: - Welche Bilder sind schon vorhanden? Gibt es zu diesem Objekt Videoclips? Welche fachlichen Texte sind bei uns schon archiviert? Wo finde ich weitere Ansprechpartner? In welchen Museen und technischen Einrichtungen kann ich mich weiter informieren? Welche Risse und Karten können zur Verfügung gestellt werden und in welchem Archiv finde ich genauere Daten dazu ?Wann haben diese Einrichtungen geöffnet?
 
 
Wir haben als Gruppe Marienberg viele einzelne Informationen gesammelt und auch aufgearbeitet. Aber eine für mich wichtige Frage ergibt sich daraus: „Kann der jeweilige
 
Nutzer des digitalen Archivs auch sofort auf die wesentlichen Daten zurückgreifen? Nein!
 
In meiner Tätigkeit habe ich mich im besonderen Maße mit der Recherche beschäftigt.
 
So begann ich in meinem Wohnort Lauta zu recherchieren. Dort fand ich in kürzester Zeit  30 Ansprechpartner, die selbst im Bergbau tätig waren. Besonders schwierig wurde es über mehrere Jahrhunderte den Bergbau zu erkunden, da während der großen Stadtbrände in Marienberg alle Unterlagen vernichtet wurden.
 
 
Herr Schwarz Joseph erklärte mir, daß viele Gruben miteinander verbunden sind. Er erläuterte mir die Lage der alten Schachtanlagen vom Silberbergbau ,der Kobaltformation und der bergbautechnischen Anlagen im Marienberger Revier. Er ist selbst während der Wismutzeit in die alten Schachtanlagen eingefahren.
 
Hier habe ich zum ersten Mal aus berufenem Munde von der harten Arbeit der Bergleute gehört.
 
So stellte ich fest, das der „Gläser Stolln“ im Hüttengrund, der heute einzige noch begehbare Stolln in Marienberg ist.
 
Herr Schubert Siegfried, von der Marienberger Knappschaft betreut den Stolln in ehrenamtlicher Tätigkeit. Er baute eine Kaue, um den Stolln für seine Besucher attraktiver zugestalten und versucht die Tradition des Altbergbaues in Marienberg wieder aufleben zu lassen.
 
Aus diesem Grunde hat Herr Schubert, Siegfried über viele Jahre hinweg eine Chronik der Marienberger Knappschaft geführt. In seiner 30 jährigen Wismuttätigkeit konnte er sich ein umfangreiches Wissen aneignen und ist auch gern bereit seine Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzugeben. Er ist an unserer Arbeit im Archiv auch weiterhin interessiert. Das dokumentierte er bei seinem letzten Besuch im Juni 2000.
 
 
Die Zusammenarbeit mit Herrn Lippmann, Herbert aus Gebirge wurde für unsere Marienberger Gruppe zu einem Erfolg. Er stellte uns seine umfangreiche Mineraliensammlung als Fotoobjekt zur Verfügung. Bei ihm zu Hause konnte ich viel über die Entstehung, das Alter, den Fundort, die Fundzeit und auch die Bearbeitung der Mineralien erfahren. Auch er hat sich als ehemaliger Wünschelrutenführer als ein hervorragender Recherchepartner herauskristallisiert und hat sein Interesse mit häufigen Besuchen in unserem Archiv bekundet.
 
 
Ich habe 40 Fototermine vereinbart und auch selbst an den Recherchen aktiv teilgenommen. Über Fotoobjekte, die mindestens einen Film beinhalten, wurde von mir ein Fotorechercheprotokoll in den jeweiligen Ortsteilen angelegt. Da der Text im Graphikarchiv sehr kurz gehalten ist, hielt ich diesen Arbeitsschritt als erforderlich.
 
Sollte der Benutzer Fragen zu einzelnen Fotoobjekten haben, kann er Antworten in den Rechercheprotokollen finden. Dies ist ebenfalls ein Verknüpfungsproblem, das mittels Datenbank zukünftig noch in Angriff genommen wird.
 
Im Verlaufe des Jahres habe ich 100 Ansprechpartner in den Ortsteilen der Gruppe Marienberg herausgefunden, die auch bereit sind mit uns weiterhin zusammenzuarbeiten.
 
 
Im Heimatmuseum von Marienberg konnten wir umfangreiche Foto- Video- und auch Textrecherchen führen. Die Mitarbeiter dieser Einrichtung waren gern bereit uns bei der Arbeit zu unterstützen.
 
 
In Pobershau haben wir 399 Gruben als vorgegebene Zahl in der Literatur herausgearbeitet.
 
Wir konnten bis zum 31.05.00 in diesem Bergbaugebiet 173 Gruben realisieren.
 
Um die Lage der restlichen Gruben zu erkunden, müssen im Pobershauer Revier noch umfangreiche Recherchen geführt werden
 
Das Video zum Bergfest in Pobershau liegt im Rohzustand vor und wird von unserer Gruppe in Zusammenarbeit mit Herrn Hengst, Rüdiger zukünftig noch bearbeitet.
 
In Pobershau duften wir in den „Tiefen Molchner Stolln“ einfahren. Herr Gernot Scheuermann hat sich ebenfalls als kompetenter Ansprechpartner erwiesen.
 
 
Auch im Marienberger Stadtarchiv liegt noch umfangreiche Literatur über mehrere Jahrhunderte des Marienberger Bergbaus vor, deren Analyse und Archivierung sich lohnt und die im Zusammenhang mit unseren zum Teil noch sehr lückenhaften Informationen steht.
 
 
Ich bin der Meinung, das wir mit unserem Projekt ein sehr lohnendes Ziel verfolgen, an dem wir aber beständiger und vor allen Dingen effektiver arbeiten wollen als bisher.
 
Sollten unsere multimedialen Daten in Präsentationen verarbeitet werden, muss, zu Beginn das Zielobjekt, die Zielgruppe, die Auswahl der zu verwendenden Arbeitmittel klar definiert werden.
 
Unser Hauptziel, die Schaffung des digitalen Archivs, wurde durch die Bildschirmpräsentation in den Hintergrund gedrängt und wir konnten nicht mehr optimal an unserem Ziel arbeiten.

 
 
 
 
Ulla Wendrock
 
Hohndorf,19.06.2000

Ulla Wendrock
Einschätzung-Projektverlauf



Erika Thieme                                                                                                            05.06.2000                                                                
Gruppe: Lengefeld
ABM-Tätigkeitsnachweis
Das Ziel der ABM-Maßnahme ist die Erfassung und die digitale Aufbereitung von Sach- und Zeitzeugen des Bergbaus im MEK.
Die Teilnehmer dieser Maßnahme wurden in 4 Gruppen ( Marienberg, Olbernhau, Wolkenstein und Lengefeld) aufgeteilt.
Als Recherchegebiet erhielt unsere Gruppe Lengefeld und Umgebung. Um die Aufgaben der Maßnahme zu erfüllen, sind für das o. g. Gebiet  Recherchen über bergbauliche Anlagen, in Literatur, Ortschroniken, geographischen Karten, Rissen, vor Ort und in Archiven durchzuführen.
Es wurden zu Ortschronisten sowie Personen, die sich mit Altbergbau beschäftigen, Kontakte geknüpft. Weitere Verbindungen wurden zum Forstwirtschaftsbetrieb Heinzebank und der Talsperrenverwaltung aufgenommen. Diese Verbindungen sind für die Recherchearbeit im Bornwald sehr dienlich.
Berichte über Recherchen sind im PC „ Lengefeld“ im Ordner des jeweiligen Ortes unter Plan, als Aufz000.. zu finden.
Im Bornwald ist schon sehr früh Kalkstein abgebaut worden, daher wurde hier nach Resten von Kalköfen gesucht. Es wurden z. B. der „Weiße Ofen“  und weitere Ruinen von Kalköfen (davon einer aus dem Jahre 1843)  ausfindig gemacht. Weitere Sehenswürdigkeiten des Bornwaldes sind die „Obere und Untere Neunzehnhainer Talsperre“, die zur Trinkwasserversorgung von Chemnitz dienen. Die „Obere Talsperre“ wird seit 1996 saniert, dadurch war es möglich auf dem Grund der Sperre zu recherchieren und es wurden noch Reste von der alten Buschmühle gefunden.
Ziel der Sanierung ist, die Talsperre in ihrer ursprünglichen Form als Zeugnis und Denkmal einer wichtigen Epoche des Talsperrenbaues zu erhalten und nach den heute geltenden hohen Sicherheitsstandards für die nächsten 80 – 100 Jahre wieder funktionstüchtig herzustellen.
In unserem Recherchegebiet entstanden ca. 530 Bilder (s. Bericht Rüdiger Hengst).
Kontakte wurden zum Beispiel zu den Ortschronisten Herrn Dr. Phil. Ziegner und Herrn Glöckner Pockau/Görsdorf und Herrn Hänel Lengefeld aufgenommen. Von Pockau/Görsdorf erhielten wir für unsere Tätigkeit 2 Chroniken, eine von Herrn Bergert und eine von Herrn Hertel  verfasst (beide sind aus ihrem Nachlass). Hier gab es wenig bergbauliche Aktivitäten, dafür standen die Flößerei, Köhlerei und die Kohlenfuhrdienste im Mittelpunkt. Es wurde in diese Richtung recherchiert.
Um weitere bergbauliche Informationen  zu erhalten, waren Besuche im Stadtarchiv Zschopau und Bergarchiv Freiberg unerläßlich.
Die Akten in den Archiven wurden meist in Altdeutsch verfasst. Anhand von alten handschriftlichen Aufzeichnungen (in altdeutscher Schrift) vom Blaufarbenwerk, habe ich mich mit dieser Schriftart vertraut gemacht. Somit war mir möglich, die Inhalte der alten Akten in den Archiven schneller zu erfassen.
Ab dem 2. Halbjahr steht die Ausarbeitung einer Präsentation für das „Technische Denkmal und Museum Kalkwerk Lengefeld“ im Vordergrund unserer Tätigkeit. Dies erfordert vor allem eine gute Zusammenarbeit  mit der Museumsleiterin Frau Sachse. Sie stellte uns dafür Bildmaterial, Literatur und von ihr selbst ausgearbeitete Artikel zur Verfügung.
Für diese Präsentation musste ein Konzept ausgearbeitet und dazu eine Gliederung erstellt werden. Nach dieser Gliederung wurden Folien angelegt, die mit Texte sowie Fotos versehen wurden. Fotos mußten oft erst im Programm „Corel  Photo–Paint 8“ bearbeitet werden.
Bilder wurden aus Bücher gescannt, damit sie für die Präsentation verwendet werden können.  Für die fertiggestellten Folien wurden Folienübergänge festgelegt und die Folienobjekte animiert (in Zusammenarbeit mit Rüdiger bzw. selbständig).
Mein Spezialthema ist das „Rechnungswesen“. Dazu hatte ich Verbindung zum Stadtarchiv Zschopau aufgenommen. Hier erhielt ich sehr viel Material. Dieses befindet sich noch unbearbeitet im Recherchekarton „Rechnungswesen“, da zur Zeit die Präsentation „Kalkwerk Lengefeld“ im Vordergrund steht und diese Aus- u. Bearbeitung sehr umfangreich ist.
Ein 2. Jahr wäre für mich wichtig, um die angeeigneten Computerkenntnisse an weiteren Objekten zu festigen bzw. neue Computerprogramme kennenzulernen.  
Erika Thieme
Einschätzung-Projektverlauf

Heike Seyffert
Mozartstr.25
09405 Zschopau
Tel. 03725/22193                                                      
                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                                                                 2000-05-31
Abrechnung über die geleistete Arbeit
Ø      Einsatz in der Arbeitsgruppe Olbernhau
Ø      Spezialthema: Marketing- Beschaffungsmarktforschung
Arbeitsgebiete
Ø      Buchrecherchen über Landschaft, Natur, Geschichtliche und bergbauliche Entwicklung im MEK, Geologie und Geografie des oberen Flöhatals
Ø      Recherchefahrten nach Olbernhau und Stadtteilen, Pfaffroda-Dörnthal, Seiffen, Deutschneudorf und Umgebung
Ø      Archive: Stadtarchiv Olbernhau, Kreisarchiv Marienberg
Ø      Filmaufnahmen: Saigerhütte Olbernhau Sage der „Hütten-Matthes“, Bergaufzug Marienberg, Mettenschichten in Pobershau, Marienberg und Seiffen, Musikaufnahmen im Schloss Scharfenstein
Ø      Foto: Mitarbeit an der Fotoliste der zu fotografierenden Objekte im Recherchegebiet, Teilnahme bei Fotoarbeiten in der Landesstelle für Volkskunst in Schneeberg
Ø      Präsentationen: Mitwirkung bei der öffentlichen Präsentation im November 1999: Verfassung der Texte Präsentation Kunstgrabensystem und Brauchtum im Erzgebirge Präsentation Ort Seiffen und Mettenschicht Seiffen Textverfassung, Ideen,Erarbeitung und Entwicklung der Gestaltung
Ø      PC- Ausbildung: Vor Antritt der Maßnahme übliche in einer Umschulung erworbene Kenntnisse in WORD und EXCEL, COREL DRAW aus der Vorschaltmaßnahme,
in der ABM erworbene Kenntnisse: Bild und Fotobearbeitung in Photo-Paint, Präsentation und Animation in Power- Point, Kenntnisse in der Ton und Videobearbeitung
Anmerkung Spezialthema: Diese Aufgabenstellung wurde nicht umgesetzt, weil es sich hier um eine  Wunschvorstellung des Fachanleiters für seine Firma handelte., dafür aber Unterstützung von anderen Teilnehmern
Heihe Seyffert
Einschätzung-Projektverlauf

Gruppe Lengefeld
Rüdiger Hengst                                                                                Hohndorf, den 05. 31. 2000
                                             ABM- Tätigkeitsbericht 1999/ 2000
Ziel unserer ABM war und ist der Aufbau eines digitalen Archivs. Deshalb standen am Anfang Literaturrecherchen, um sich mit dem Arbeitsgebiet vertraut zu machen. Die
Literatur wurde aus Bibliotheken beschafft. Weitere Literatur wurde aus Privatbesitz,
der Landesstelle für sächsische Kultur Schneeberg, aus Stadt- und Kreisarchiven, der
Bergakademie Freiberg, Orts- und Vereinschroniken sowie aus der Tagespresse gesichtet.
Später schlossen sich Recherchen vor Ort an. Erste Kontakte wurden zu Ortschronisten
Geknüpft ( in Lengefeld, Wünschendorf, Reifland, Lippersdorf und Börnichen).
Um auch im Bornwald gut zu recherchieren, wurden Verbindungen zum Forstamt Heinzebank (einschließlich Förster) und der Talsperrenverwaltung hergestellt. Diese Zusammenarbeit erwies sich als sehr fruchtbringend.
In den Orten unseres Gebietes wurden Einwohner zum Altbergbau befragt ( siehe Rechercheberichte im PC )
Um Sach- und Zeitzeugen des Bergbaus zu archivieren, war das Anfertigen von Fotos vor
Ort unerlässlich.
In unserem Recherchegebiet entstanden folgende Fotos:
Film 13     Fotos 37        Film  27       Fotos 37             Film  34        Fotos   38
       14                 21                 32                 38                       39                    37
       15                38                 33                 36                       49                    37
       50                37                 51                 37                        65                   38
       75                25                 83                 36                        84                   38
Das sind rund 530 Fotos. Nähere Angaben sind dazu in der Fotodatei. Mit Fotos wurde
Auch die Gruppe Wolkenstein  in Börnichen, Krumhermersdorf, Waldkirchen und Gornau unterstützt.
Auch Videoaufzeichnungen entstanden in dieser Zeit:
-          im Biotop Kalkwerk Lengefeld
-          in Lauta ( Halden, Lautenteich)
-          Bergmannslieder gesungen von Herrn Ranft
-          Bergmännisches im Museum Burg Scharfenstein
-          in Hohndorf Aufzeichnung unserer Präsentationsveranstaltung
-          „Matz Brinnel“ in Zöblitz (fertigbearbeitet mit Erfolg zur Präsentation vorgestellt)
-          Bergparade Pobershau mit Thea aufgezeichnet
-          In Marienberg Präsentation Tauris
-          mit Kerstin, Corina und Thoralf 5. Bergquartal in Lengefeld aufgezeichnet
Diese Videos liegen zum Teil noch unbearbeitet im Archiv vor.
Im 2. Halbjahr wurde vorwiegend an der Präsentation „ Kalkwerk Lengefeld“ gearbeitet.
Fotoexkursionen wurden auch zu diesem Thema mit Eckhard Klaffke vom Altbergbau
Zschopau durchgeführt.
Mit Jens entstanden in Zusammenarbeit Video-Cover( Stülpnerehrung, 5. Bergquartal)
Für die Kalkwerkpräsentation machten sich weitere Literaturrecherchen notwendig.
Es musste die Konzeption und Gliederung für die geplante CD entstehen.
Danach entstand der Plan für den Inhalt ( Text, Fotos ). Am PC wurde der Text eingegeben,
die Fotobearbeitung durchgeführt, z. T. Text eingelesen, die Animation gestaltet und Folien-
übergänge festgelegt ( in Zusammenarbeit mit Jens und Erika ).
Zum Spezialthema Museum:
Alle Museen des Kreises sind grob erfasst. Das Material befindet sich im Recherchekarton Museum. Hauptaugenmerk wurde auf das Technische Denkmal und Museum Kalkwerk  
gelegt.
  
In einem möglichen 2. Jahr wären noch zu erledigen:
-          Videoarbeiten, Nachbearbeitung, Nachvertonung, digitaler Schnitt
-          digitalisieren  aller analogen Videos
-          intensive Recherchen im Gebiet Zöblitz ( Gruben, Serpentinstein, Bergbauagentur)
-          Fertigstellung der Kalkwerk- CD
-          Datenbank Museum
-          Datenbank Video
-          Verbindung zu weiteren Ortschronisten und Zeitzeugen schaffen
-          Weitere Ermittlungen zum Wismutbergbau
-          Erarbeitung weiterer CD oder Videos ( Kalkofenfest, Bergaufzüge )
Sinn und Zweck wäre auch für mich in einem weiteren Jahr die Computerkenntnisse zu
Festigen, neue Programme kennenzulernen und Übung in der digitalen Videobearbeitung zu
Bekommen.
Mit Freuden und Elan möchte ich diese Aufgaben angehen.    


Rüdiger Hengst
Einschätzung-Projektverlauf

Zusammenfassung der Wochenberichte
Simone Clauß
Meine Arbeit konzentrierte ich im ersten Teil der Maßnahme auf dem Sachgebiet der Sagen
Ich recherchierte in vielen Sagenbücher des Erzgebirges und dem Vogtland.(z. B. “Die Wunderblume vom Schlettenberg“ u.s.w.) Mit der Microsoft Excel erstellte ich eine Datenbank in den viele Ortsgebundene Sagen des Mittleren Erzgebirgskreises sowie Bergmannsagen eingescannt und damit archiviert  sind.
Um Sagen nicht nur in Form von Texten zu sammeln nutzte ich die Möglichkeit der Videoaufnahmen, bei Veranstaltungen wie zum Beispiel beim Saigerhüttenfest 1999 in Olbernhau die Sage vom „Hüttenmattes“. Die vom Theater „Variabel“ aus Olbernhau am Originalschauplatz im alten Hammer der Saigerhütte aufgeführt wurde und deshalb für meine Datenbank Interrehsand ist.
Die Sage wie der Serpentinstein gefunden wurde von Max Brünnel wurde in Zusammenarbeit mit Rüdiger Hengst ebenfalls auf Video aufgenommen. Rüdiger bearbeitete das Filmmaterial, das ich dann zur Präsentation die ich „Sagen und Brauchtum“ im Oktober vorführte. Bei dem ebenfalls zur Präsentation vorgeführte Gedicht „Der alte Bergmann“ waren vorarbeiten wie:   Videoaufnahmen, Fotoaufnahmen von Bergmännern sowie die Bildbearbeitung
dieser Fotos im CorelDRAW 8
Tonaufnahmen mit der Microsoft Ceres Sound Studio für die akustisch Darstellung des Gedichtes.
Zum Thema Liedgut, was in meinen Aufgabenbereich lag, war ich bei Tonaufnahmen  auf der Burg Scharfenstein dabei, es wurden Lieder wie :“Glück- auf der Steiger kommt“ aufgenommen.
Da meine Arbeit auch zeitweise in der Gruppe Lengefeld auf das Museum Kalkwerk Lengefeld gerichtet waren, so wurden auch dort Recherchen betrieben, die ich in einer Gliederung zum Museum  auf Diskette anlegte.
Neben der Buchrecherche waren auch kompetente Gesprächpartner wichtig, wie Dr. Pach für Kalkwerk Legefeld und Dr. Altmann in der Landesstelle für Kultur in Schneeberg, die mir auch wichtige Informationen und Hinweis für mich und meine Arbeit gaben. Wir recherchierten in Büchern, alten Schriften, alten Karten und Rissen die wie unter anderen im Bergbauarchiv in Freiberg fanden.
Zum gegebenen Zeitpunkt arbeite ich an einer kleinen Power Point Präsentation in der ich zeigen möchte wie man das Thema Sagen multimedial aufbereiten kann. Ich möchte auch anregen wie man speziell Schülern in Grund- oder Mittelschulen in verschiedene Unterrichtsfächer wie Heimatkunde, Literatur oder auch Kunsterziehung behandeln kann. Die Rede ist von Sagen aus den Heimatorten, Heldensagen, aber auch Bergmannsagen.
Bei der zuletzt genanten Sagengruppe entstanden von Schülern der Zschopauer
Martin- Anderson- Nexö- Mittelschule im Kunsterziehungs- Unterricht schöne und phantasiereiche Zeichnungen aus der Sage „Der Bergmönsch ist früher ein Bergmeister gewesen.“
Es ist jetzt schon zu erkennen das die Präsentation bis zum Ende der Maßnahme nicht  im Sinne der eigentlichen Idee zu schaffen ist. Es bedarf noch mehr Zusammenarbeit mit Lehrern und Kenntnissen zu Lehrstoffinhalte der einzelnen Unterrichtsfächern.  



Simone Clauß
Einschätzung-Projektverlauf


Bericht über die geleistete Arbeit der ABM „Multimedia“ – Gruppe Wolkenstein
 
 
Steffi Uhlig
 
 
Zu Beginn der Maßnahme bestand die Aufgabe, sich in den zugeteilten Ortschaften erste Eindrücke zu verschaffen und evtl. mit den Ortschronisten in Verbindung zu treten.
 
Dies geschah in den Orten Hilmersdorf, Gehringswalde, Wolkenstein, Mauersberg, Weißbach, Grießbach, Großrückerswalde, Schönbrunn-Niederau, Hohndorf, Dittersdorf,
 
Scharfenstein, Schindelbach, Venusberg, Falkenbach, Großolbersdorf, Streckewalde, Hopfgarten, Niederschmiedeberg und Gornau.
 
 
Schwerpunkte waren dabei die Gegend um Wolkenstein, speziell der Bergbaulehrpfad und in Großolbersdorf der Tiefe St. Gideon Erbstollen.
 
 
Bergbaulehrpfad um Wolkenstein
 
 
Alle Objekte des Bergbaulehrpfades wurden besichtigt, fotografiert und in einer Bildschirm-
 
Präsentation dargestellt.
 
 
Dazu gehören: 1. Die Kunstmauer bei Drebach
 
                       2. Ehemaliges Kalkwerk Heidelbach
 
                       3. Mundloch Hilfe Gottes Stolln
 
                       4. Mundloch Junger Segen Gottes Stolln
 
                       5. Mundloch Neuglücker Stolln
 
                       6. Gebiet um Kohlau
 
                       7. St. Johannes Schacht
 
                       8. Himmelreich
 
                       9. Felber Stolln. Schacht
 
                       10.Grube Palmbaum
 
                       11. Knappschafts-Kurklinik Warmbad.
 
 
Die benötigten Fotos wurden zum größten Teil von uns mit der Kodak-Kamera aufgenommen und im Bildbearbeitungsprogramm Photo-Paint den jeweiligen Erfordernissen angepasst.
 
Die Texte zu den einzelnen Fotos stammen teils von Gesprächsrecherchen, Fachbüchern und Broschüren sowie den Hinweistafeln der oben aufgeführten Objekte.
 
 
Tiefer St. Gideon Erbstolln in Großolbersdorf
 
 
Hierzu wurde ebenfalls eine Bildschirm-Präsentation erarbeitet. Dazu waren umfangreiche Recherchen notwendig. Sehr viele Informationen darüber erhielten wir von Dieter Taube, der dem Heimatverein Großolbersdorf angehört. Er stellte uns ebenfalls zahlreiche von ihm gefertigte Fotos zur Verfügung, die aber noch bearbeitet werden mussten.
 
Heinz Fiedler, ein weiterer Ortschronist aus Großolbersdorf, berichtete in den Amtsblättern der Gemeinde ausführlich über den Gideon Stolln. Dank seines umfangreichen Wissens konnten wir daraus viele interessante Informationen über den Gideon Stolln für unser Archiv verwenden.
 
Über die Beschaffenheit des Gideon Stollns konnten wir uns vor Ort informieren. Herr Taube übernahm die Führung und erzählte Wissenswertes über den Stolln.
 
 
 
Um weitere Einblicke in das Bergbaugeschehen zu erhalten, setzten wir uns mit verschiedenen Archiven in Verbindung:
 
                       Stadtarchiv Marienberg
 
                       Kreisarchiv Marienberg
 
                       Bergarchiv Freiberg
 
                       Landesstelle für erzgebirgische Volkskultur in Schneeberg.
 
 
Die meisten Schriftstücke in den Archiven sind in Altdeutscher Schrift verfasst, deren wir leider nicht kundig waren. Hier wäre bei Fortführung der ABM angebracht, diese in einigen Unterrichtsstunden vorzustellen, um besser und schneller den Inhalt der alten Schriftstücke erfassen zu können.
 
 
Für die Präsentation haben wir auch Fotos aus Büchern verwendet, die vorher eingescannt und bearbeitet wurden.
 
Des weiteren sind wir mit Rüdiger Hengst sowie Gernot Ryter auf Fotorecherche gewesen.
 
Rüdiger Hengst hat die Objekte in Gornau und Gernot Ryter in Scharfenstein, Warmbad, Großolbersdorf, Mauersberg, Großrückerswalde, Schindelbach und Wolkenstein fotografiert.
 
 
In den Wintermonaten (November – März) haben wir unser gesammeltes Recherchematerial
 
archiviert. Außerdem wurden von jedem uns zugeteilten Orten die Zeittafeln aus den Büchern
 
„Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirge“ Teil I und Teil II in den PC eingegeben.
 
 
Ich beschäftigte mich intensiver mit meinem Spezialthema, welches sich auf das Leben und die Traditionen der Bergarbeiterfamilien bezog. Es wurden mehrere Berichte aus Literatur und aktuellen Berichten in einer Datei zusammengefasst.
 
 
Leider muß man feststellen, das noch nicht alles erreicht ist. In verschiedenen Orten müssten noch Recherchen durchgeführt werden, z.B. wurden Mundlöcher und Einbruchstellen gefunden, welche nicht namentlich einzuordnen sind.
Steffi Uhlig
Einschätzung-Projektverlauf

Bericht über die geleistete Arbeit der ABM „Multimedia“ – Gruppe Wolkenstein
Dagmar Hänig
Zu Beginn der Maßnahme bestand die Aufgabe, sich in den zugeteilten Ortschaften erste Eindrücke zu verschaffen und evtl. mit den Ortschronisten in Verbindung zu treten.
Dies geschah in den Orten Hilmersdorf, Gehringswalde, Wolkenstein, Mauersberg, Weißbach, Grießbach, Großrückerswalde, Schönbrunn-Niederau, Hohndorf, Dittersdorf,
Scharfenstein, Schindelbach, Venusberg, Falkenbach, Großolbersdorf, Streckewalde, Hopfgarten, Niederschmiedeberg und Gornau.
Schwerpunkte waren dabei die Gegend um Wolkenstein, speziell der Bergbaulehrpfad und in Großolbersdorf der Tiefe St. Gideon Erbstollen.
Bergbaulehrpfad um Wolkenstein
Alle Objekte des Bergbaulehrpfades wurden besichtigt, fotografiert und in einer Bildschirm-
Präsentation dargestellt.
Dazu gehören: 1. Die Kunstmauer bei Drebach
                       2. Ehemaliges Kalkwerk Heidelbach
                       3. Mundloch Hilfe Gottes Stolln
                       4. Mundloch Junger Segen Gottes Stolln
                       5. Mundloch Neuglücker Stolln
                       6. Gebiet um Kohlau
                       7. St. Johannes Schacht
                       8. Himmelreich
                       9. Felber Stolln. Schacht
                       10.Grube Palmbaum
                       11. Knappschafts-Kurklinik Warmbad.
Die benötigten Fotos wurden zum größten Teil von uns mit der Kodak-Kamera aufgenommen und im Bildbearbeitungsprogramm Photo-Paint den jeweiligen Erfordernissen angepasst.
Die Texte zu den einzelnen Fotos stammen teils von Gesprächsrecherchen, Fachbüchern und Broschüren sowie den Hinweistafeln der oben aufgeführten Objekte.
Tiefer St. Gideon Erbstolln in Großolbersdorf
Hierzu wurde ebenfalls eine Bildschirm-Präsentation erarbeitet. Dazu waren umfangreiche Recherchen notwendig. Sehr viele Informationen darüber erhielten wir von Dieter Taube, der dem Heimatverein Großolbersdorf angehört. Er stellte uns ebenfalls zahlreiche von ihm gefertigte Fotos zur Verfügung, die aber noch bearbeitet werden mussten.
Heinz Fiedler, ein weiterer Ortschronist aus Großolbersdorf, berichtete in den Amtsblättern der Gemeinde ausführlich über den Gideon Stolln. Dank seines umfangreichen Wissens konnten wir daraus viele interessante Informationen über den Gideon Stolln für unser Archiv verwenden.
Über die Beschaffenheit des Gideon Stollns konnten wir uns vor Ort informieren. Herr Taube übernahm die Führung und erzählte Wissenswertes über den Stolln.
Um weitere Einblicke in das Bergbaugeschehen zu erhalten, setzten wir uns mit verschiedenen Archiven in Verbindung:
                       Stadtarchiv Marienberg
                       Kreisarchiv Marienberg
                       Bergarchiv Freiberg
                       Landesstelle für erzgebirgische Volkskultur in Schneeberg.
Die meisten Schriftstücke in den Archiven sind in Altdeutscher Schrift verfasst, deren wir leider nicht kundig waren. Hier wäre bei Fortführung der ABM angebracht, diese in einigen Unterrichtsstunden vorzustellen, um besser und schneller den Inhalt der alten Schriftstücke erfassen zu können.
Für die Präsentation haben wir auch Fotos aus Büchern verwendet, die vorher eingescannt und bearbeitet wurden.
Des weiteren sind wir mit Rüdiger Hengst sowie Gernot Ryter auf Fotorecherche gewesen.
Rüdiger Hengst hat die Objekte in Gornau und Gernot Ryter in Scharfenstein, Warmbad, Großolbersdorf, Mauersberg, Großrückerswalde, Schindelbach und Wolkenstein fotografiert.
In den Wintermonaten (November – März) haben wir unser gesammeltes Recherchematerial
archiviert. Außerdem wurden von jedem uns zugeteilten Orten die Zeittafeln aus den Büchern
„Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirge“ Teil I und Teil II in den PC eingegeben.
Leider muß man feststellen, das noch nicht alles erreicht ist. In verschiedenen Orten müssten noch Recherchen durchgeführt werden, z.B. wurden Mundlöcher und Einbruchstellen gefunden, welche nicht namentlich einzuordnen sind.
Mein Spezialthema lautete: Marketin – Konkurrenzforschung
Diese Thematik wurde von mir nicht weiter verfolgt, da es sich um ein persönliches Interesse des Fachanleiters für seine geplante Firma handelte.


Dagmer Hänig
Einschätzung-Projektverlauf

Arbeitsbericht Kerstin Rothe
 
 
Zu Beginn der Maßnahme wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe bekam das Gebiet Seiffen/ Olbernhau und die umliegenden Orte zugeteilt.
 
Zusätzlich hatte jede einzelne Person noch ein Spezialthema.
 
 
·         Am Anfang Kontaktaufnahme zu Archiven
 
·         Buch und Zeitungsrecherche, Fahrten ins Recherchegebiet
 
·         Überblick über die vorhandenen Dokumente und Nachlässe
 
·         Kontaktieren von Ortschronisten, Wanderwarthen und Heimatkundigen
 
·         Besuch verschiedener Stolln und bergbaulichen Anlagen nach vorheriger Absprache mit den Besitzern bzw. Verantwortlichen
 
·         Gesammeltes Material in Archivbehälter archiviert und teilweise erfaßt im Computer
 
·         Vom Recherchegebiet Fotoaufnahmen (Fotolisten)
 
·         Fotobearbeitung im Corel Photo Paint
 
·         Das gesammelte Material Film Nr. 45  und 48 und der Inhalt aus verschiedenen Archiven wurde in die Präsentation Bergbaulehrpfad Seiffen und  Kunstgraben eingebunden
 
·         Dokumente aus altdeutscher Schrift übersetzt
 
·         Freiberger Bergarchiv wurde per 30.03.2000 geschlossen – meine Weiterarbeit an der Übersetzung von alten Dokumenten konnte nicht weiter geführt werden
 
 
Meine Spezialaufgabe bestand darin mit Bergbrüderschaften im MEK in Kontakt zu treten und deren Brauchtum zu erforschen.
 
 
·         Kontaktaufnahme mit den Bergbrüderschaften aus Seiffen, Marienberg, Pobershau, Lengefeld und der Hüttenknappschaft Saigerhütte
 
·         Besuch bei verschiedenen Veranstaltungen der Bergbrüderschaften wie z. B. Berghauptquartale, Mettenschichten und Feste
 
·         Foto und Videoaufnahmen für das digitale Archiv
 
·         Zu Bergaufzügen, Berggottesdienst und Mettenschichten u.a. Videos gedreht
 
·         Berghauptquartal der Knappschaft Kalkwerk Lengefeld -  Video gedreht
 
·         Aus den Videomaterial des Berghauptquartales von drei Kameras wurde am Schnittcomputer der entgültige Film erstellt
 
·         Bergbrüderschaften wurden alle in einer Datenbank erfaßt
 
·         Chroniken der Bergbrüderschaften bearbeitet und eingescannt dazu Bildbearbeitung im Corel Photo Paint und CorelDraw
 
·         Das gesammelte Material (Fotos ,Videos, Chroniken, Dokumente, Tonaufnahmen) war die Vorraussetzung für die Erstellung verschiedener Präsentationen (mit Power Point)
 
·         Präsentation Seiffen,  Mettenschicht und Weihnachtsgeschichte wurden erstellt aus Film Nr. 76,  digitalen Fotoaufnahmen, Tonaufnahmen und Videoaufnahmen mit den Programmen Corel Draw,  Corel Photo Paint, Ceres Sound Studio, Power Point und Videoschnittprogramm
 
 
Folgende Aufgaben sind für das zweite Jahr angedacht:
 
 
·         Alle Filme müssen noch in einer Datenbank erfaßt und archiviert werden und diese ständig aktualisiert werden
 
·         Festigung im Umgang mit den verwendeten  Computerprogrammen
 
·         Verschiedene Objekte (z.B. Saigerhütte Olbernhau ) zu präsentieren im Power Point Programm
 
·         Weitere Zusammenarbeit mit Bergbrüderschaften
 
·         Ausbauen der Kontakte in touristischer Richtung und Traditionsforschung
Kerstin Rothe
Einschätzung-Projektverlauf


Bericht über den Ist-Zustand der geleistete Arbeit im ABM-Jahr
 
Jens Graupner
 
 
Zur Einleitung der notwendigen Recherchetätigkeit am Anfang der AB-Maßnahme wurde Kontakt zu den Ortschronisten der Orte Drebach, Zschopau, Krumhermersdorf, Börnichen, Grünhainichen, Waldkirchen und Borstendorf, die ich zugeteilt bekam, aufgenommen. Dieses ist erfolgt, um Interviewpartner und erste Hinweise zu bekommen.
 
 
Um weitere Informationen zu kommen, war es in der Folgezeit notwendig sich an die Archive zu wenden. Um Erfahrung im Archivwesen zu bekommen, war ich zuerst im Kreisarchiv, dort habe ich mir einen Überblick verschafft, über die vorhandenen Akten. Als weitere Archivquelle diente das Bergarchiv Freiberg. Hier habe ich mir auch einen Überblick verschafft, über die umfangreich vorhandenen Akten und Risse. Dies erfolge in den Wintermonaten von November bis Februar. Aufgrund der Schließung des Archiv Ende Februar konnte ich nur mit dem Durcharbeiten der Akten und Risse nur anfangen. Die Akten sind größtenteils in altdeutscher Schrift und erfordern einen hohen Zeitaufwand, um sich in diese Schrift einzulesen.
 
 
Anhand dieser Archivinformationen war es möglich, die Recherche zu den o. g. Orten weiterzuführen.
 
 
Weiterhin bestand meine Aufgabe, ein Datenbanksystem des digitalen Archives zu entwickeln. Dieses wurde angefangen, konnte aber noch nicht zum Abschluss gebracht werden, da hierzu noch weitere Ausbildungsstunden bzw. Selbststudium notwenig ist. Weitere Teildatenbanken müssen noch in das Datenbanksystem eingebunden werden.
 
 
Auch hatte ich die Aufgabe eine Fachwortdatenbank zu erstellen. Mit dieser wurde ebenfalls begonnen. Hierzu habe ich mich vorwiegend an Fachbücher gehalten, indem ich Grafiken aus diesen gescannt und bearbeitet habe und diese habe ich in die Datenbank eingebunden. Gleichzeitig diente dieses, um die in der Schulausbildung erworbenen Kenntnisse anzuwenden und zu festigen. Um diese Datenbank aber noch anschaulicher zu gestalten, stelle ich mir vor,  Bildschirmpräsentationen zu einzelnen Fachwörtern erstellen, um diese Fachworte anschaulich darzustellen.
 
 
Einen großer Teil meiner Arbeitszeit in diesem ABM-Jahr habe ich dazu genutzt, viele Projektteilnehmer bei auftretenden Fragen im Computerbereich zu unterstützen.
 
 
Mitgewirkt habe ich an der Bildschirmpräsentation Kalkwerk Lengefeld. Hier habe ich mit Rüdiger Hengst die Teilpräsentation „Geologie“ erstellt. Weiterhin habe ich (in Gruppenarbeit) mit der Kodak Digitalen Fotokamera Fotos für die Bildschirmpräsentationen „Lehrpfad Wolkenstein“ und „Gideon Stolln“ gemacht.
 
 
Mit Gernot Ryter war ich auf Fototour im Raum Zschopau. Hier hat Gernot Ryter die vorhandenen Sachzeugen des Bergbaus fotografiert.
 
 
Was die PC-technische Ausbildung betrifft stelle ich mir für das kommende Jahr vor, mich mehr mit dem Vektorgrafikprogramm Corel Draw zu beschäftigen, da das für die anschauliche Darstellung zum Beispiel der Fachwörter für die Fachwortdatenbank als notwenig erachte. Natürlich auch weiterhin muss ich mich intensiv mit dem Datenbankprogramm Access beschäftigen, da das für die Fertigstellung des Datenbanksystems unerlässlich ist.
Jens Graupner
Einschätzung-Projektverlauf




 

Gernot Ryter - Mitinitiator

Die Besiedlung unserer Region, im elften Jahrhundert, brachte mit dem "Berggeschrey" den Silber- und weiteren Erzbergbau nach Sachsen und Böhmen.
Dieser Altbergbau gehört nunmehr als Montanregion zum UNESCO-Welterbe.



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